[Rezension]: Jules Verne – 20000 Meilen unter dem Meer

Unterwasserabenteuer

Frisch geschaffene Kategorie und gleich das nächste Buch. Diesmal geht es um eine Reise „20000 Meilen unter dem Meer“, welche von Jules Verne geschrieben wurde.

Worum geht es?

Der Wissenschaftler Pierre Aronnax, sein Diener Conseil und der Harpunier Ned Land werden auf eine Mission geschickt, ein unbekanntes Meereslebewesen aufzuspüren und zu erforschen beziehungsweise herauszufinden, um was es sich bei diesem riesigen Wasserwesen handelt. Als sie durch Zufall ebenjenes aufspüren, bemerken sie, dass es kein Lebewesen ist, sondern ein metallenes Etwas, was wir heute als U-Boot kennen. Aronnax, Conseil und Ned Land kentern bei dem Versuch, diesem Boot nahe zu kommen und werden von dem Kapitän von diesem Schiff gefangen genommen. Wie sie wenig später erfahren, hört er auf den Namen Nemo und ist ein Mensch, der dem Leben an Land abgeschworen hat. Die Gründe dafür liefert er seinen „Gefangenen“ nicht, dafür offenbart er ihnen, dass sie zwar Gäste auf seinem Schiff sind, dieses aber nicht mehr verlassen dürfen und somit an ihn gebunden sind. Aronnax’s Forschergeist erwacht bei der Aussicht ein Leben unter Wasser zu führen. Conseil, als sein Diener, widerspricht diesem Vorhaben nicht, obwohl es in ihm drin sicher eine andere Meinung gibt. Einzig Ned Land sträubt sich gegen den Tatbestand auf diesem Unterwasserschiff zu verrotten. Doch bis sich die Gelegenheit zu einer Flucht ergibt, erleben die 3 mit der Nautilus, das ist der Name dieses seltsamen Schiffes, Abenteuer, die sich in ihren kühnsten Träumen nicht hätten vorstellen können.

Ist es zu empfehlen?

Dieses Werk von Jules Verne hat mir, im Gegensatz zu „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, besser gefallen. Es ist zwar, wahrscheinlich auch dem Geist dieser Zeit geschuldet, wieder ein recht episodenhafter Roman geworden, in dem abschnittsweise die einzelnen Abenteuer der Protagonisten dargestellt werden und die nicht bedingt aufeinander aufbauen. Richtiggehend begeistert hat mich die Figur des Kapitän Nemo, der hier sehr schemenhaft dargestellt wird und dessen Gründe, warum er ein Leben unter Wasser führen will, den ganzen Roman über in einem diffusen Halbschatten der Wahrnehmung bleiben. Das macht diesen Charakter zu einem spannenden und man denkt auch nach der Lektüre nach, warum er so geworden ist, wie er während der Abenteuer dargestellt wird. Demgegenüber werden die „guten“ Charaktere dargestellt, die, da sie die Abenteuer nicht aktiv mit gestalten, eher langweilig wirken. Einzig Pierre Aronnax, dessen Tagebuchaufzeichnungen dieses Buch wiederspiegeln, wird durch seine Zerrissenheit, ob er auf dem Schiff bleiben, um seinen Forschungen weiter nachzugehen, oder ob er fliehen soll zu einer interessanten Figur.
Insgesamt bietet dieses Buch spannende Episoden, die sich unter Wasser abspielen und bilden dadurch einen klassischen Abenteuerroman. Er eignet sich wunderbar, um ihn in einem Rutsch weg zu lesen oder ihn seinen, wohlgemerkt etwas größeren, Kindern vorzulesen (aber nicht unbedingt als Gute- Nacht- Geschichte). Alles in allem finde ich dieses Buch um einiges besser als „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, da zwei der Figuren etwas ambivalenter gestaltet sind und die Abenteuer, die dargestellt werden nicht ganz so abgehoben wirken. Was ich aber insgesamt erstaunlich finde ist die Tatsache, dass Jules Verne eine sehr große Phantasie besaß und das seine Ideen, die er in den Büchern umgesetzt hat, teilweise heute als normal anzusehen sind, weshalb mir wahrscheinlich „20000 Meilen unter dem Meer“ weniger seltsam anmutet als „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“.

2 Kommentare zu „[Rezension]: Jules Verne – 20000 Meilen unter dem Meer

Gib deinen ab

  1. Hallo Marc,
    ich habe gerade gesehen, dass du drei der großen Werke von Jules Verne gelesen hast. Ich möchte mir die auch demnächst vornehmen; kannst du vielleicht eine Ausgabe empfehlen? Ich habe noch ältere Kinderbuch-Ausgaben, aber die sind so dünn, dass ich den Verdacht habe, dass es sich um stark gekürzte Versionen handelt.
    Viele Grüße
    Jana

    Gefällt 1 Person

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