[Rezension]: Erich Kästner – Emil und die Detektive

Kleine Detektive jagen große Diebe im Großstadtdschungel

Wer kennt sie nicht, eine der bekanntesten Geschichten von Erich Kästner, die von einem Jungen handelt, der, nachdem er bestohlen wurde, beherzt zupackt, sein Ängste überwindet und, unterstützt von den Berliner Kindern, den Dieb seines Geldes jagt. Dieses Buch habe ich nun nach Ewigkeiten wieder in die Hand genommen und es wird auf die nächsten Jahre sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, wenn ich es dem Nachwuchs vorlesen darf.

Worum geht es?
Emil Tischbein und seine Mutter leben in aller Bescheidenheit in einem Städtchen namens Neustadt. Da das Geld vorne und hinten zum Leben nicht reicht, arbeitet die Mutter von früh bis spät in ihrem eigenen Friseursalon, den sie sich zu Hause eingerichtet hat. Emil geht ihr bei der Arbeit tatkräftig mit zur Hand und wird auch insgesamt als ein tadelloser Junge charakterisiert. In den Ferien soll Emil der Ablenkung willen ein wenig Abwechslung erfahren und seine Tante und Oma in Berlin besuchen. Bei der Zugfahrt nach Berlin geschieht aber das unfassbare, indem ihm das Geld, welches ihm die Mutter als Taschengeld und Verpflegungsgeld für die Oma mitgab, gestohlen wurde. Der Schuldige ist mit Herrn Grundeis, der mit Emil bis zuletzt im Abteil saß, sofort gefunden. Ohne zu zögern und darüber nachzudenken, was er damit bei seinen Verwandten, die ihn am Bahnhof abholen, für Sorgen auslöst, heftet sich Emil an die Fersen des Diebes und bekommt bei seiner Verfolgungsjagd unverhoffte Hilfe von einigen Berliner Jungen, die darin ein großes Abenteuer sehen und dem kleinen Jungen, der sich in Berlin nicht auskennt, helfen wollen.

Wie war es und kann man es weiter empfehlen?
Dieses Buch hat keine Ecken und Kanten. Muss es das überhaupt besitzen? Ein ganz klares Nein, denn dieses Kinderbuch liest sich genau deswegen ganz angenehm und es gefällt einem als Erwachsenen immer noch recht gut. Da das Buch in den 20er/30er Jahren des 20.Jahrhunderts heraus gekommen ist, mutet manches Wort, das im Text vorkommt, seltsam an, was aber in meinen Augen die Fantasie anregt und die Zeit wiederspiegelt, in der das Buch entstanden ist. So kann man seinen Kindern, denen man das Buch vorliest oder es ihnen zum selber entdecken in die Hand drückt, die Dinge erklären und füllt vielleicht ein paar Wissenslücken für sich selbst. Ebenso bekommt man, im Gegensatz zum erwachsenen Fabian aus „Der Gang vor die Hunde“, durch die Augen von Emil eine kindgerechte Version Berlins zum Ende der Weimarer Republik geliefert. Eine Version, die die Probleme dieser Zeit in den Hintergrund rückt, was in dieser Geschichte mehr stören als bereichern würde.
Empfehlen kann man dieses Buch eigentlich allen, die gerne lesen, von jung bis alt. Ein (moderner) Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur, der schon Generationen vor uns Vergnügen bereitet hat und dem das sicher auch weiterhin gelingen wird.

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