[Longlistlesen 2014]: „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ – Der erste Sprung, einer ins kalte Wasser

Letzte Woche habe ich euch darauf eingeschworen, dass es bei mir bis zum Buchpreis ein paar Beiträge zu dem Buch „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ geben wird. Ein paar dieser Beiträge davon betreffen meine Leseerfahrungen, die ich in dieser Zeit mit dem Buch von Ulrike Draesner machen werde und genau darum geht es heute, denn viele der Erfahrungen, die man während des Lesens macht, gehen genau in diesem Vorgang bis zum Abschluss des Buches verloren. Deshalb möchte ich die jeweiligen Erfahrungen, Wer kennt das nicht. Man fängt ein Buch an, über das man bruchstückhaft Bescheid weiß. Außerdem ist es für einen großen Literaturpreis nominiert. Also muss es im Umkehrschluss gut sein. Doch was, wenn einen das Gelesene fordert, anstrengt und eventuell auch an die Grenzen der Konzentrationsbelastbarkeit bringt?Dann wird es kniffelig. Nicht ganz so drastisch, aber doch nah dran, erging es mir nun mit Ulrike Draesners Buch. Seit ich den Beitrag von Literaturen zu diesem Buch in diesem Frühjahr gelesen habe war das Buch in meinem Hinterkopf als Lektüre, die noch gelesen werden will, abgelegt. Nun habe ich die Gelegenheit und komme nicht so richtig rein. Ich klappe das Buch auf, lese die ersten zwei drei Seiten und schlage es wieder zu. Probiere es noch einmal und schaffe eine Seite mehr, bevor ich es erneut zur Seite lege. Woran mag das liegen? Einerseits mag das an meiner Müdigkeit liegen, die mich umfängt, da ich erst abends zum lesen komme. Andererseits strengen mich die ersten Zeilen an. Irgendwie ergreifen sie mich nicht richtig beziehungsweise kann ich noch keinen Bezug zu dem Wissen herstellen, was ich meine über das Buch zu kennen. Mittlerweile habe ich den ersten Sprung vom Rand geschafft und stecke am Anfang des Zweiten. Doch es war ein harter, steiniger Weg, der mit vielen Gedankensprüngen gepflastert war und die ich nicht in das große Ganze einordnen konnte. Worum geht es im ersten Sprung? Wir lernen Simone Grolmann kennen, die Tochter von Eustachius Grolmann (manchmal Stach genannt), die sich beide mit der Forschung von Bonobo- Affen beschäftigen. Wir erfahren, dass Simone das Institut übernommen hat, welches Eustachius einst aufgebaut hat. Das beide die Forschung miteinander verbindet und die ein in der Vergangenheit liegendes Ereignis, was schon andeutungsweise als die Vertreibung zu erkennen ist, die später im Buch noch Thema sein soll. Ansonsten lernen wir zwei Personen kennen, die sich sonst nicht viel zu sagen haben im Leben und die gerade erst wieder auf den sanften Pfaden der Annäherung wandeln. Das alles breitet uns Ulrike Draesner in teils sonderbaren Absätzen aus. Die Gedanken schweifen teils ohne Vorwarnung ab und streifen in die Vergangenheit ohne erkennbare Zusammenhänge. Diese muss man sich während des Lesens mühsam zusammendenken, was die Lektüre nicht gerade einfach macht. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Gegenwartsgeschichte lange Zeit keinen echten Aufhänger vorweisen kann, an dem man sich langhangeln kann und der Spannung erzeugt, so dass man motiviert ist weiterzulesen. Erst zum Ende des Kapitels hin, als sich vor Simone Grolmann ein riesengroßer Berg Schulden aufhäuft, den ihr Vater Eustachius angesammelt hat, wird die Szenerie interessant und bildet die Überleitung zum zweiten Sprung, in dem ich mich mittlerweile befinde. Nach zähem Beginn, habe ich mittlerweile ein wenig Spaß an dem Buch gefunden, doch so richtig mitreißen konnte es mich noch nicht. Dazu war es mir stellenweise zu gewollt kunstvoll gestaltet und die Geschichte mehr ein zäher Fluß ohne erkennbare Strömungsrichtung. Ich bin aber gespannt, was das zweite Kapitel in sich verbirgt, denn Simone bittet ihren Vater, wegen seiner Geldprobleme, über die er mit seiner Tochter nicht reden will, einen Psychiater aufzusuchen, was, so glaube ich, der Inhalt des zweiten Kapitels sein wird. Davon handelt dann sicher der nächste Beitrag.

5 Kommentare zu „[Longlistlesen 2014]: „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ – Der erste Sprung, einer ins kalte Wasser

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  1. Oh je. So richtig euphorisch klingt das ja nicht. Und du hast ja noch ein paar Seiten vor Dir. Der Franzose würde sagen: Courage! Vielleicht löst sich ja noch der Knoten

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    1. Es hat sich definitiv gebessert und ich komme mittlerweile mit dem Stil Draesners besser zurecht. Jetzt steht eher die Müdigkeit im Weg (das liebe Kind macht gerade gern den Abend/die Nacht zum Tag), aber so kann man das Buch besser in sich aufsaugen ;-)

      Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag, bei hoffentlich gutem Wetter.

      Gefällt 1 Person

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