[Longlistlesen 2014]: Sieben Sprünge vom Rand der Welt – Schweren Schrittes dem Ende entgegen oder wie man damit kämpft, ein Buch zu beenden, zu dem der Zugang fehlt

Voller Vorfreude bin ich dieses Buch angegangen, bin in die ersten Seiten getaucht und, wie man meinem ersten Beitrag zu den 7 Sprüngen anmerkte, den ich für die Aktion Longlistlesten 2014 verfasst habe, ist es mir nicht wirklich gelungen, diese Vorfreude in Lesefreude zu verwandeln. Nun steht die Frankfurter Buchmesse mit der Verleihung des Deutschen Buchpreises vor der Tür und ich bin immer noch nicht fertig mit diesem Buch. Es steht zwar nicht auf der kurzen Liste, doch eigentlich hatte ich den Ansporn, es bis zur Preisverleihung ausgelesen zu haben, um zumindest ein kleines Endfazit abgeben zu können – an eine Rezension dachte ich dabei nicht mehr. So weit ist es jetzt leider nicht gekommen, denn es liegen noch knapp 150 Seiten vor mir. Woran lag es? Zum einen hat es mich lesetechnisch gefordert. Die Geschichte wird von vielen (insgesamt 7) Personen aus den jeweiligen Perspektiven erzählt, womit man sich mit vielen Stimmen auseinandersetzen muss, die ihre Sicht der Dinge oder einfach irgendetwas erzählen. Dabei springt man auch in der Zeit hin und her, so dass man, vor allem zu Beginn des Romans, mit der Orientierung zu kämpfen hat, in welcher Zeit und an welchem Ort man sich befindet. Erschwert wird diese Orientierung dadurch, dass innerhalb der Erzählperspektiven sich die eigentlichen Geschehnisse ebenfalls sprunghaft ändern. Das erfordert für das Lesen dieses Romans ein hohes Maß an Konzentration, welche ich während der Lektüre dieses Buches leider nicht aufbringen konnte. Meist habe ich nicht mehr als 10 Seiten pro Tag geschafft, manchmal wollte ich gar nicht darin lesen. Negativ wirkte sich ebenso aus, dass mir die Geschichte, die in der Gegenwart spielte und mit Simone, dem alten Eustachius, Boris Nienalt und Simones Tochter kaum interessante Anhaltspunkte bot, um am Ball zu bleiben. Einzig der verschroben wirkende Eustachius konnte mich unterhalten und war der einzige Charakter mit „Biss“. Die anderen genannten erschienen mir sehr farblos und ich hatte keine Motivation ihrem Leben auf den Seiten weiterhin zu folgen. Was ich aber seltsam finde ist, dass ich, wenn ich im Buch zurückblättere und die mit den gelben Zettelchen markierten Stellen durchlese, und das sind einige (Beweisfoto folgt mit der Besprechung :D), das Buch rückblickend gar nicht als so schlecht empfinde. Die Gegenwartsgeschichte bleibt auf einem überschaubaren Niveau, aber die Dinge, die über Rückblicke oder direkt in der Vergangenheit in diesem Buch verarbeitet werden, sind richtig gut beschrieben, nur leider sind sie mir an einigen Stellen wieder aus dem Gedächtnis entfleucht, so das dieses Buch definitiv mit einigem zeitlichen Abstand einen zweiten Leseanlauf benötigt, um es richtig zu erfassen. Den Schreibstil von Ulrike Draesner kann ich dann einordnen und auch manche Dinge ausblenden, die mir nicht so gut gefallen. Mal sehen, wann ich es angehen werde. Was ich aber mit Bestimmtheit sagen kann ist, dass ich das Buch einen kleinen Ehrenplatz einräumen werde, da mir die Aktion trotz allem sehr viel Spaß gemacht hat und ich mich, auch wenn es erst nach der Verleihung des Deutschen Buchpreises geschehen wird, auf die Verfassung des endgültigen Fazits freue.

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So und nun werde ich mich mit der Beilage der FAZ zur Frankfurter Buchmesse und einem Schluck Kaffee hinsetzen und mal schauen, was uns die Mitarbeiter des Feuilletons so für Tipps für den Bücherherbst geben wollen. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Sonntag und allen die dabei sind viel Spaß auf der Frankfurter Buchmesse.

3 Kommentare zu „[Longlistlesen 2014]: Sieben Sprünge vom Rand der Welt – Schweren Schrittes dem Ende entgegen oder wie man damit kämpft, ein Buch zu beenden, zu dem der Zugang fehlt

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  1. Viel Freude bei der Lektüre der Messebeilage der FAZ, wenn schon Ulrike Draesners Roman dich nicht vom Hocker hauen kann! ;) Stephanie Barts Buch „Deutscher Meister“, das die Beilage eröffnet, ist übrigens ganz fabelhaft.

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    1. Bin dann doch nicht weit gekommen und der Kaffee erkaltete langsam auf der Anrichte in der Küche, weil dann der Spielplatzbesuch mit der Familie bei dem Wetter in den Vordergrund drang. Werde mich aber im Laufe der Woche mit der Beilage auseinandersetzen. Danke für den Hinweis, da mir das Buch schon mehrfach durch Nennung (wie bei dir jetzt) über den Weg lief.
      Liebe Grüße und eine schöne Woche.

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