[Sonntagsleserei]: KW 10/2015 (Über das Bloggerportal nach Leipzig, um da den Orca zu suchen, den ich 1936 mit Applaus in Ostende verloren habe)

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Nun ist auch schon die zehnte Woche ins Land gegangen. Draußen wärmt die Sonne langsam die Luft, die ersten Cafés öffnen ihre Ausenbereiche und die Leute strömen dahin, um ihren Kaffee zu genießen. Vielleicht gibt es auch ein paar, die diese sonntägliche Sammlung an der frischen Luft bei einem Cappuccino genießen. Wie die Sonntagsleser allgemein funktionieren, wie ihr mitmachen könnt und wie alles überhaupt entstanden ist könnt ihr im folgenden Link nachlesen. Schaut einfach bei den Sonntagslesernvorbei.

Diese Woche gab es doppelte Buchbesprechungen, Buchpaten, die ihre Eindrücke über die Bücher wiedergaben, die auf der Shortlist der Leipziger Buchmesse stehen und einen ersten Eindruck über das Bloggerportal, welches die Verlagsgruppe Randomhouse eingerichtet hat, um einfacher an Rezensionsexemplare zu gelangen und noch einiges mehr.

Applaus für Bronikowski
Das erste Buch, welches diese Woche doppelt besprochen wurde. Einmal von Literaturen , die meint, dass „es nicht schadet, ein bisschen schwarzen Humor mitzubringen und, wenn es passt, auch eine leichte Schulter, auf die man das eine oder andere nehmen kann. Dann wird es Freude machen.“ Man muss sich als Leser allerdings gedulden, denn der „glanzvolle Auftritt [der titelgebendem Figur] ist den letzten Seiten des Buches vorbehalten“.
Die zweite Besprechung ist von Masuko, die sie für We read Indie geschrieben hat. Sie kommt zu einem ähnlichen Fazit und fand, dass Kai Weyand „einen verrückt schönen Roman“ geschrieben hat. Worum es geht könnt ihr bei den beiden nachlesen. Für mich ein Buch nach meinem Geschmack.

Ostende 1936, Sommer einer Freundschaft
Und noch eine Zweifachbesprechung von einem Buch über mehrere Schriftsteller, die einen letzten halbwegs unbeschwerten Sommer im Badeort Ostende verbringen. Halb biographisch angehaucht, findet vor Claudia Miller, der seit kurzem bei Sätze und Schätze Co-Autor ist, „wo Weidermann jedoch vom Biographischen verstärkt in das Romanhafte gleitet, erreicht das Buch seine Grenzen“. Er verspürte nach der Lektüre „Hunger nach Zweig und Roth im Original“, was ja nicht unbedingt eine schlechte Grundvoraussetzung für den Lesegenuss dieses Buches sein muss. Die vollständige Rezension findet ihr hier .
Die Wörterkatze versprüht mehr Begeisterung bei ihrem Fazit. Denn kurz und knackig ausgedrückt ist dieses Buch für sie „grandios und wird mit Sicherheit bei [ihr] noch so einiges Zeit nach hallen“. Da ich von beiden Autoren, die dieses Buch behandelt, die Bücher nicht kenne, scheint „Ostende 1936“ ein lohnenswerter Einstieg.

Buchpaten der Leipziger Buchmesse
In den kommenden Tagen steht die Leipziger Buchmesse ins Haus und im Zuge der Shortlist für den Buchpreis dieser Messe wurden für alle Kandidaten Bloggerpaten nominiert.
Mara von buzzaldrins stellte im Laufe der Woche ihre Eindrücke vor, die sie mit dem Buch „Horcynus Orca“von Stefano Darrigo machte. Dabei hatte sie von diesem Mammutwerk gerade mal etwas weniger als die Hälfte geschafft und dabei, geschuldet durch die ungewöhnlichen Wörter, die darin vorkamen, ihre liebe Mühe gehabt. Auf jeden Fall kann man ihr anhand der Beispiele, die sie genannt hat und wie sie ihre Leseerfahrung beschreibt, ganz großen Respekt aussprechen, dass sie schon so weit gekommen ist. Für mich wäre dieses Buch augenscheinlich nichts, auch weil ich mich im Laufe eines ähnlichen Kalibers im Umfang und den Schwierigkeiten der Übersetzung widmen werde (Stichwort Unendlich und Spaß).
54books hat „Über die Natur der Dinge“ als Pate zugeteilt bekommen und frischt ein wenig eure, falls vorhanden, Lateinkenntnisse auf (meine sind seit der 10.Klasse weniger als rudimentär vorhanden). Die Übersetzungsvergleiche sind köstlich zu lesen und an dieser Stelle vielen Dank dafür. Schaut es euch an und erfreut euch an diesem wunderbarem Text.
Der dritte Bloggerpate ist Brasch&Buch der euch in einem wunderbaren Text „Mythos Redemacht“von Karl-Heinz Göttert näher bringt.

Testerfahrungen mit dem Bloggerportal von Randomhouse
Studierenichtdeinlebenstellt euch diese vor. Ich habe mich ebenfalls da angemeldet und bei Luchterhand zwei Bücher angefragt. Ich finde es ist eine wunderbare und einfache Möglichkeit mit den Verlagen unter der Federführung von Randomhouse in Kontakt zu treten. Man kann von dem Anfordern von Rezensionsexemplaren halten was man möchte, ich jedoch habe für mich diese Möglichkeit Rezensionsexemplare anzufordern schätzen gelernt, um sich an einem unbekannte Autoren heran zu trauen und für andere zu empfehlen. Klar ist es Kalkül der Verlage, aber es haben ja beide Seiten etwad davon. Wenn ich mehr Erfahrungen mit diesem Portal gemacht habe werde ich euch davon berichten.

Zugabe, Zugabe
Letzte Woche hatten wir an dieser Stelle Haratischwilis neuestes Buch und nun stellte diese Woche Hannah von „vonsamstag“ ihren Erstling „Juja“ vor. Ihr Fazit:

„Trotzdem muss ich zugeben, dass ich an einigen Stellen damit meine Schwierigkeiten hatte, vielleicht, weil ich die destruktive Brutalität nicht immer nachvollziehen konnte und zu den Figuren keine Verbindung aufbauen konnte.

Was jedoch einen starken Sog entwickelt, ist die Frage nach der Kraft von Wahrheit und Fiktion und die Macht der Literatur. Dass Bücher Leben verändern können, Menschen mitreißen, ihnen Halt geben können.“

Laura von „Das Debüt“ stellte diese Woche vor, wie sie an ein Erstlingswerkherangeht. Das untermauert sie mit Beispielen aus dem Buch „Die aus dem Nichts kommende Stimme: zur Ästhetik des literarischen Debüts in der Mediengesellschaft“ von Christian Kortmann.

Den Abschluss macht heute Mareike vom Bücherwurmloch mit dem Geschichtenband „Die Unamerikanischen“von Molly Antopol. Sie bilanziert, dass trotz eines blöden Covers „Molly Antopol all diese hohen Erwartungen erfüllen [kann] – mit Leichtigkeit und mit Verve. Sie schreibt klug und pointiert, beweist eine erstaunlich scharfe Beobachtungsgabe und ein feines Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen. Ihre Geschichten regen ebenso zum Nachdenken wie zum Schmunzeln an, denn sie scheinen mir bei aller Ernsthaftigkeit auch ein bisschen zuzuzwinkern“. Das ist doch ein schöner Abschlusssatz für einen wunderbar sonnigen Sonntag. Genießt ihn, wo immer ihr auch seid.
Euer Marc.

P.S. Einen Nachtrag habe ich noch, den ich eben auf Facebook fand und eine sehr umfangreiche Statistik über die Bücherblogs vorstellt, die einen ins Staunen versetzt. Diese Statistik wurde von dem Blog Lesestunden erstellt. Alle die Statistiken lieben werden hier ihre wahre Freude haben. Ich sage mal an dieser Stelle danke für diesen informativen Beitrag. (pst, mich findet man auf dem 244.Platz von über 500 ausgewerteten Blogs – ein schönes Ergebnis für meinen in der knappen Freizeit und derzeit fast nur vom Handy aus gesteuerten betriebenen Blog)

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2 Kommentare zu „[Sonntagsleserei]: KW 10/2015 (Über das Bloggerportal nach Leipzig, um da den Orca zu suchen, den ich 1936 mit Applaus in Ostende verloren habe)

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    1. Hallo Jochen,
      vielen Dank das wir dir Vergnügen schenken können. Es macht ebensoviel Spaß diese zusammen zu stellen. Ebenso finde ich es passend, dass du diesen Beitrag mit deinem Link ergänzt, den ich ebenfalls gern und interessiert gelesen habe.
      LG Marc.

      Gefällt 1 Person

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