[Sonntagsleserei]: KW 12/2015 (Impressionen von der Leipziger Buchmesse, Interviews und Buchvorstellungen)

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Hallo liebe Sonntagsmitleser, wieder einmal ist Sonntag und Zeit für die Sonntagsleserei. Diese Woche war vollgestopft mit Berichten von und über die Buchmesse, dass ich mir sicher bin, nur einen Bruchteil dessen gefunden zu haben, was überhaupt veröffentlicht wurde. Nebenbei war gestern wieder einmal Indiebookday, an dem viele Blogger teilgenommen haben. Und natürlich gab es auch diese Woche wieder feine Buchvorstellungen, von denen ich einige für den Sonntagsleser aufgegabelt habe. Und nun viel Spaß beim Entdecken.

Augenschmerzen beim Absuchen des Web nach Messehallenerfahrungen
Die Leipziger Buchmesse ist zwar schon wieder Geschichte, jedoch warf sie über diverse Blogbeiträge ihr Schlaglicht auf die vergangene Woche. Gerade die Diskussionen um die neu eingeführte Bloggerlounge fand bei vielen Beiträgen Einzug. Bei manchen wurde auch sehr scharf über die Patenschaften, die einige Blogger übernommen hatten und deren Arbeit und Einsatz kaum gewürdigt wurden. Jedoch kam es im Nachhinein zu diversen Kontakten zwischen Bloggerpaten und verbundenem Autor. Die folgenden Beiträge sind ohne Wertung durch die Reihenfolge genannt. Viel Spaß beim Durchstöbern:
54books
Literaturen
Pop-Polit
Intellectures
Buchrevier
lustauflesen
Studiere nicht dein Leben
Brasch&Buch
Literatwo
Nine im Wahn
Seitengeraschel
Tintenhain
Svenjas Bookchallenge

Das ist mal ein Querschnitt dessen, was ich so gefunden habe von den Buchmesseerfahrungen. Sehr breit gestreut und bereichernd zu lesen.

Im Nachgang zu den Buchpatenschaften gab es von 54books noch einen Emailverkehr mit dem Autor Klaus Binder, der erfreulicherweise veröffentlicht werden durfte. So stelle ich mir eine Interaktion zwischen Blogs, Autoren und Verlagen vor. Ein sehr schönes Beispiel, was man mit einer guten Besprechung erreichen kann. Den Beitrag findet ihr hier.
Ähnliche Erfahrungen machte auch Mara von buzzaldrins, unter deren Beitrag auch der Übersetzer des Werkes einen Kommentar hinterließ. Den Beitrag hatte ich in den Sonntagslesern vor 2 Wochen vorgestellt.

Grenzwertig
Der Sachbuchblog Elementares Lesen hatte im Zuge des Indiebookdays ein sehr interessantes Büchlein vorgestellt. Für mich als Matheinteressierten ist es ein Buch nach meinem Geschmack und auch die anderen Titel die genannt sind, werde ich mir merken. Es handelt sich hierbei um
Lars Gustafssons „Gegen Null“. Petras Meinung dazu ist:

Man muss nichts von Mathematik verstehen, um dieser mathematischen Phantasie von Lars Gustafsson folgen zu können. Es genügt die Bereitschaft, sich auf Gedankenspiele einzulassen. Der Autor stellt Verbindungen zwischen der Literatur und der Physik her, holt sich Inspirationen aus allen Bereichen und mischt daraus etwas neues. So gelingt es ihm, an Episoden aus den Romanen Don Quijotevon Miguel Cervantes und Alice im Wunderland von Lewis Carroll das Prinzip der transfiniten Menge und der Faltung zu verdeutlichen. Sogleich möchte man in diese literarischen Welten eintauchen.

Bedrückende Lektüre
Die findet ihr bei „We read Indie“, wo
Julia Wolfs „Alles ist jetzt“ vorgestellt wird. Klingt nach einer Lektüre, für die man sich Zeit lassen sollte, denn

,Alles ist jetzt’ ein intensiver und eindrücklicher Roman, dessen Unmittelbarkeit eine faszinierende Sogwirkung entwickelt. Es könnte ein ganz handelsüblicher Roman über die Dämonen einer jungen Frau sein, über den Kampf eines Mädchens mit ihrem Schmerz, der mit den üblichen Mitteln – also Alkohol, Selbstzerstörung, ziellosem Treiben – ausgefochten wird. Was ihn dann doch von dieser Art Befindlichkeitsprosa abgrenzt, ist die so deutliche und knappe Form, die ohne Umwege Anteilnahme am Schicksal dieser Frau provoziert. Freilich will man sie noch immer schütteln, ihr andere, neue Wege aufzeigen, die da wären. Aber in dieser verkürzten, kompromisslosen Art des Umgangs ist etwas Beeindruckendes, Fesselndes.

Auch bei lustauflesen.de gibt es ein Buch, was etwas auf das Gemüt schlagen könnte. Er stellt
Jürgen Bauers „Was wir fürchten“ vor, in dem es um einen Mann geht, der Angst vor dem Kontrollverlust hat. Sein Fazit:

Das fein ausbalancierte Verwirspiel aus Angst, Paranoia und Kalkül wird sehr gekonnt und spannungsgeladen gedehnt, ohne langweilig zu werden. Lange, sehr lange bleibt alles offen, erst kurz vor Ende des Buches werden die Rätsel aufgelöst. Der Schlussatz schließlich ist die Aufforderung, die Schachfiguren am Ende der Partie wieder in ihre Grundpositionen auf dem Brett zu schieben, das Spiel auf der Terasse neu zu starten und damit auch die Lebensgeschichte Georgs.

Glücklich
Dem entgegen gab es gleich zwei Bücher mit dem Glück im Titel, aber ob sich bei den Protagonisten dieses Gefühl einstellt, steht auf einem anderen Blatt.
Sophie von Litetaturen stellte diese Woche Kristine Bilkaus „Die Glücklichen“ vor. Da ich dieses Buch zur Lektüre bereits in Nachttischnähe aufbewahrt habe, fiel die Beschäftigung mit ihrem Beitrag von meiner Seite noch gering aus. Ihre Meinung fiel folgendermaßen aus:

,Die Glücklichen’ ist also, entgegen aller unbestätigten Befürchtungen, ein sehr lesenswertes Porträt zweier Menschen, wie es heute in unserer durchorganisierten Leistungsgesellschaft viele geben dürfte. In seinem Subtext sagt es leise immer wieder: Lasst los, lernt zu scheitern, – fail, try again, fail better.

Den Schlusssatz kann ich aus eigener Erfahrung unterschreiben.
Als Zusatzmaterial hat Sophie mit der Autorin noch ein interessantes Interview geführt.
Der zweite Glückstitel mit der innovativen Änderung auf dem Cover von einem Die zu Wir findet man beim Bücherwurmloch .

Bloggen aus der Verlagsbranche heraus
Es gibt nicht nur Enthusiasten, die in ihrer Freizeit über ihr Hobby Buch schreiben, sondern es gibt auch Verlage, die hinter die Kulissen blicken lassen. Vera vom Glasperlenspiel startet eine Reihe mit Blogs aus der Verlagsbranche und startet diese mit dem
Blog des Verlags KiWi. Ihr findet in diesem Beitrag sehr interessante Einblicke in die Arbeit für so einen Blog, sozusagen von der anderen Seite der Macht.

Gespräche
Caterina von Schöne Seiten führt in unregelmäßigen Abständen Interviews mit Menschen, die in irgendeiner Form mit Literatur zu tun haben. Diesmal plaudert Hauke Harder aus dem Nähkästchen. Er führt auch den Blog Leseschatz.

Magazine
Den Abschluss für diese Woche bildet noch einmal Sophie, die eine neue Serie ins Leben gerufen hat, in der sie Literaturmagazine vorstellt. Den Anfang macht dabei „Das Buch als Magazin“, dass, wie der Name schon sagt, namhafte Klassiker der Weltliteratur in Magazinform aufbereitet. Wer es noch nicht kennt, sollte mal reinschnuppern.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen entspannten Restsonntag. Genießt die Woche bei guter Literatur.

Weitere MitstreiterInnen diese Woche:
Anna von Buchpost

4 Kommentare zu „[Sonntagsleserei]: KW 12/2015 (Impressionen von der Leipziger Buchmesse, Interviews und Buchvorstellungen)

Gib deinen ab

  1. Respekt wie du es jede Woche schaffst alles so schön zusammenzufassen. Und natürlich auch vielen Dank für die Nennung. Liebe Grüße Vera

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    1. Hallo Vera, mittlerweile eher aller 2 Wochen ;-) liegt wohl am Frühlingsanfang. Trotzdem danke für die Respektsbekundung und die Nennung mach ich doch gern. Schönen Wochenstart wünsch ich.
      P.S. Inwieweit habt ihr die Resonanzen zur Bloggerlounge und Patenschaft ausgewertet? Liebe Grüße Marc

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