[Notiz]: 5 Buchvorsätze für 2015

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Kathrin von Phantasienreisen hat mir vor ein paar Tagen ein Stöckchen zugeworfen, welches ich gerne aufgefangen habe und euch meine 5 Buchvorsätze beziehungsweise Lesevorhaben für das zweite Halbjahr 2015 vorstellen möchte. Kathrins Vorsätze findet ihr hier.

Leseflaute und dann solche Vorhaben?
Das erste Halbjahr hielt mich bisher an der kurzen Leine, was das Lesen angeht. Seit Ostern hat mich eine akute Leseflaute ergriffen und ich hänge seitdem in zwei Büchern fest (eines ist so gut, dass ich sogar froh bin, es länger genießen zu dürfen). Befriedigend ist es nicht, aber das reale Leben hält auch viele spannende Geschichten bereit, so dass für Ersatz gesorgt ist. Trotz der Tatsache, dass die Buchstaben derzeit nicht gerade vor meinem Auge fließen, sondern eher stolpern und hüpfen, habe ich mir schon ein paar Bücher auf den Stapel der bald zu lesenden Werke gelegt, die ich euch hiermit vorstellen möchte.

Ach du dickes Ding
Ein bisschen verrückt ist es schon. Da schwafel ich etwas von Leseflaute und suche mir einen der fettesten Wälzer heraus, der in den letzten Jahren erschienen ist. Schon seit dem Erscheinen hat mich dieses Werk angesprochen, etliche Besprechungen dazu habe ich schon gelesen und öfter habe ich Menschen in Zügen oder UBahnen gesehen, die hektisch im Buch hin- und herblättern, da sie wieder ein Wort nachschlagen mussten, welches sich fremd anfühlte und deren Bedeutung im Anhang erklärt wird. Ich rechne mit einer anstrenfrnden, aber auch anregenden Lektüre. Ihr fleißigen Leser dieses Blogs solltet aber nicht mehr in diesem Jahr mit einer Besprechung rechnen.

Wie denn dann?
Jonas T. Bengtssons Roman „Wie keiner sonst“ war bei Mareike vom Bücherwurmloch das Buch des Jahres 2013 und erhielt auch sonst sehr viele positive Stimmen. Dem wollte ich unbedingt nachspüren. Neben „Unendlicher Spaß“ mein zweites Weihnachtsgeschenk, welches ich zumindest vor dem nächsten Weihnachtsfest angefangen haben sollte. Zu eben dieser Zeit habe ich in das Buch schon rein geschnuppert und fand die Sprache, die da anklingt, fantastisch und habe mir gesagt, dass ich mit der Lektüre bis zu einem besonderen Moment warte (ich habe es ja auch von einem besonderen Menschen geschenkt bekommen).

Klassiker
Zu „Im Westen nichts Neues“, welches ich zusammen mit „In Stahlgewittern“ lesen möchte, habe ich eine sehr einprägsame Erinnerung aus Bundeswehrzeiten. Zu einem Wachdienst, den ich an einem Wochenende leisten musste, hatte ich dieses Buch dabei und habe es während den Wachpausen in einer Nacht durchgelesen (an Schlaf war nicht zu denken). Diese Mischung aus Kasernenatmosphäre und der bedrückenden Stimmung im Buch ließen mich über die Seiten nur so hinwegfliegen. Dieses Leseerlebnis werde ich nie vergessen und möchte mich nun, zusammen mit „In Stahlgewittern“, dem Buch literarisch nähern.

Es wächst etwas zusammen, doch wie geht es danach weiter?
Literatur über die DDR oder deren Ende beziehungsweise deren Nachwirkungen hat es meiner Meinung nach immer noch schwer auf dem Buchmarkt. So ist zum Beispiel Peter Richters Roman „89/90“ der in dieser Zeit in Dresden spielt einer der Bücher aus dem Frühjahrsprogramm, der mir bisher weder im Feuilleton noch in den Blogs übermäßig aufgetaucht wäre. Demgegenüber steht „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ der 2011 sogar mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Beide Romane möchte ich hintereinander lesen und, wenn es passen sollte in einen gemeinsames Beitrag vorstellen.

Endzeitepos
Stephen Kings „The Stand“ war eines meiner ersten intensiveren Lesemomente – im zweiten Anlauf. Erst hatte ich mich an „Es“ probiert und diesen Autor auf meine persönliche Schwarze Liste gesetzt. Ich konnte dem Buch irgendwie nichts abgewinnen. Es war mir zu ausschweifend, zu viel Charakterisierung (alles, was ich an King heute so schätze – vielleicht sollte ich „Es“ noch eine Chance geben). Mit „The Stand“ drohte es ähnlich zu werden. Die ersten 200 Seiten kam ich noch gut durch und blieb dann hängen und stellte das Buch für 2 Jahre in den Giftschrank, holte es dann wieder heraus und las es begeistert innerhalb weniger Tage weg. Da das jetzt auch schon wieder ein paar Jährchen her ist, sollte ich eines meiner Lieblingsbücher mal wieder in die Hand nehmen.

Project „Dark Tower“
Mit diesem Vorhaben möchte ich dieses Jahr gerne beginnen und eine erneute Leserunde aller Teile des „Dark Tower“-Zyklus von Stephen King (schon wieder – es wird noch ein paar Bücher mehr von ihm in den nächsten Monaten auf meinem Blog geben) starten. Das wäre dann das vierte Mal und das zweite Mal im Original. Mein Ziel ist es, Interesse an diesem Zyklus zu wecken, da es King in Hochform ist und er für diese Reihe seine besten Bücher abgeliefert hat. Begleitend zu den Romanen möchte ich auch die Graphic Novels aus dem Hause Marvel vorstellen, die die Vorgeschichte zu den Büchern behandeln und seit neuestem auch die Handlung der Bücher in Zeichnungen und Sprechblasen widerspiegeln. Ich bin gespannt auf dieses Projekt und wie viele Mitleser ich für diese Bücher begeistern kann.

Und noch vieles mehr
Wartet auf meinem Bücherstapel, da es jedoch nur 5 Vorsätze sein sollten, habe ich mich für die enrschieden, die mir bisher am längsten unter den Nägeln brannten. Dabei habe ich noch einige andere Perlen im Köcher. Da müsst ihr euch einfach überraschen lassen.

9 Kommentare zu „[Notiz]: 5 Buchvorsätze für 2015

Gib deinen ab

  1. Hallo Marc,

    ich freu mich, dass du das Stöckchen aufgefangen und gehegt hast :)

    „Unendlicher Spaß“ ist so ein Buch, das ich seit Jahren mit sehr gemischten Gefühlen beäuge, weil ich nur Meinungen von Lesern erfahren habe, die entweder extrem begeistert oder extrem frustriert waren. Und nach allem, was ich bisher erfahren habe, ziehe ich meinen Hut vor jedem, der sich dem Werk nicht nur stellt, sondern die Lektüre auch bis zur letzten Seite durchhält. Ich bin daher gespannt, wie du „Unendlicher Spaß“ erleben wirst und wünsche dir, dass du zu jenen gehörst, die das Buch fesseln kann.

    „In Stahlgewittern“ und die „Dark Tower“-Reihe gehören dagegen zu den Werken, die ich irgendwann einmal lesen möchte, aber deren Lektüre ich wohl noch eine ganze Weile vor mir herschieben werde. ;)

    Was Bücher über die DDR bzw. die Wende betrifft, könnte unser Buchhändler hier in Erfurt etliche Tipps geben. Hier gibt es ja jedes Jahr für die Stammkunden ein Bücherwochenende, an dem die Buchhändler ihre Lieblingslektüren des vergangenen Jahres vorstellen – der Inhaber stellt jedes Jahr mindestens einen Titel vor, der sich um die DDR oder die Wende dreht. „Machandel“ lobte unser Buchhändler bspw. schon lange, bevor das Buch durch die Medien kursierte und lud die Autorin zu einer Lesung ein, als ihr Name und Buchtitel den meisten Lesern noch recht unbekannt war. Im Gegensatz zu Feuilleton und Blogs wird also zumindest in so mancher Buchhandlung ordentlich Werbung für entsprechende Werke gemacht.
    Falls du noch ein paar DDR-Lektüreempfehlungen brauchst, kann ich ja mal in meinen Bücherwochenende-Notizen nachschlagen. Ein Werk, das mir besonders in Erinnerung blieb, war ein Wende-Buch im doppelten Sinn: Es gab zwei Geschichten – eine von jeder Seite der Mauer – und der Leser kann bzw. muss das Buch einmal komplett drehen, um beide Geschichten zu lesen. Leider fällt mir der Titel gerade nicht ein. Aber ich glaube, du hast auch so genug Lesestoff in den heimischen Regalen ;)

    Ich wünsche dir nun einen wunderbaren Vatertag und eine bald endende Leseflaute!

    Liebe Grüße
    Kathrin

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    1. Hallo Kathrin,
      jetzt auch die Antwort zu deinem sehr umfangreichen Kommentar.
      Das Stöckchen habe ich sehr gerne gehegt. So eine Vorauswahl für das zweite Halbjahr bringt auch immer ein wenig Struktur in die zu lesenden Bücher.
      Den unendlichen Spaß gehe ich auch mit gemischten Gefühlen an, aber auch mit Vorfreude. Ich bin echt gespannt, was mich da erwartet. Geplant ist aber, das Buch in Etappen zu lesen.

      Die „Dark Tower“-Reihe kann ich dir als Stephen King- Fan nur ans Herz legen. Streue es einfach immer zwischendurch ein, du wirst es nicht bereuen.

      Von Machandel hatte ich auch schon gehört. Ich glaube bei Mara ihrem Blog. Es steht zumindest schon auf der Merkliste. Ich schaue immer wieder nach Zonenlektüre und man wird schon fündig. Ich müsste nur mal tiefer bohren. Was mich ja interessieren würde wäre Literatur während der SED- Zeit geschrieben, dann verboten und veröffentlicht. Die Büchergilde verfolgt diesen Ansatz, haben aber leider zu wenig Bücher davon im Angebot. Vielleicht recherchiere ich in diese Richtung in den nächsten Monaten intensiver.

      LG
      Marc

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  2. Eine interessante Mischung und durchaus engagiert! Den unendlichen Spaß möchte ich mir auch langsam mal geben. Häppchenweise, versteht sich. Ich denke, dass es gewisse Werke gibt, die man nur so überhaupt bewältigen kann. ;)
    Ich wünsche dir viel Spaß mit deinem Lesestapel. Ich bin gespannt auf deine Rezensionen.
    Liebe Grüße
    Mareike

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    1. Engagiert ist das richtige Wort ;-) alles werde ich sicher nicht schaffen
      Beim unendlichen Spaß werde ich bestimmt auch häppchenweise vorgehen, erscheint bei dem Umfang die beste Herangehensweise.
      Gruß
      Marc

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  3. Ich habe gestern gerade Bengtssons Roman fertig gelesen, ein wirklich tolles Buch, allerdings mit einer sehr melancholischen Grundstimmung, die sehr berührt. Ich werde in Kürze auch darüber schreiben. Eugen Ruge kann ich ebenfalls wärmstens empfehlen. Viel Spaß beim Lesen!

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    1. Bin schon richtig gespannt auf das Buch. Die ersten Seiten, die ich angelesen habe, hatten mir es schon angetan und die melancholische Grundstimmung kam auch da schon zum Tragen.
      Grüße
      Marc

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