[Sonntagsleserei]: Juni 2015

Der Juni als der Monat, der den Sommer einleitet und doch manchmal Tage bietet, die einen fast wieder zur Übergangsjacke greifen lassen, hat mir als Blogdurchstreifer und Sonntagsleser wieder jede Menge gute bis sehr gute Beiträge geleiefert, mit denen ich euch aber nicht langweilen möchte. Letztendlich sind es 11 Beiträge geworden, die ich mit euch nochmal teilen möchte. Sei es zum neu entdecken oder zum erinnern. Viel Spaß beim Stöbern.

Klassiker der Literatur
Norman von Notizhefte stellt uns mit „Schöne Neue Welt“ von Aldous Huxley einen modernen Klassiker der Literaturgeschichte vor, den ich mir in der von ihm erwähnten Ausgabe der Büchergilde schon für das dritte Quartal vorgemerkt habe. Normans Fazit lautet:

„Ein gut und zügig zu lesendes Buch mit einem wichtigen, nach wie vor aktuellen Thema. Unter Rückgriff auf die klassische Erzähltechnik des Reiseromans wird eine scharfe Gegenwartskritik geübt und eine Lanze für Individualität und zwischenmenschliche Beziehungen gebrochen.“

Warum man Klassiker überhaupt lesen sollte hat uns Muromez mit Italo Calvinos Werk „Warum Klassiker lesen?“ näher gebracht.

„Denn wie schreibt Calvino so schön? Es sei besser Klassiker zu lesen, als sie nicht zu lesen.“

Auch die Wissenschaft ist wieder vertreten
Heisenbergs Unschärferelation und Heisenberg selbst spielen eine Rolle in Jérôme Ferraris Buch „Das Prinzip“, welches uns vom Leseschatz vorgestellt wurde. Und wie fasst Hauke zu Beginn seines Textes so wunderbar zusammen?

„Ein unscheinbares Buch, das auf knappem Raum die Geschichte Werner Heisenbergs aus distanzierter Sicht des Ich-Erzählers schildert. Ein philosophischer Roman, der in einer wunderschönen, fast poetischen Sprache verfasst ist.“

Auf meinem Lesestapel liegt es schon.

In die Welt der Gene entführt uns Böx mit dem Beitrag „Gene-Genetik-Epigenetik“.

Petra von Elementares Lesen bietet wieder die ultimative Sachbuchvorschau für den Herbst.

Muss es denn immer vorwärts gehen?
Der Buchbube stellte uns im Juni Ryan Bartelmays Buch „Voran, Voran, immer weiter voran“ vor. Dieses Buch ist trotz des eher fröhlich anmutenden Bildes und auch manch lustiger Passagen dann doch eher ein melancholisch pessimistisches, aber das Fazit des Buchbuben lässt das Buch doch auf den Merkzettel geraten:

„Eine allzu erbauliche Lektüre ist “Voran, voran, immer weiter voran” also nicht unbedingt, aber dafür, dass der Roman eine ziemlich traurige Geschichte erzählt, liest er sich erstaunlich kurzweilig und unterhaltsam weg. Das mag auch an den kurzen Kapiteln liegen, die munter zwischen den Jahren und Personen hin- und herspringen. Ein wenig Leichtigkeit bei all der bedrückenden Schwere muss eben doch sein. Unbedingt lesenswert!“

Vom Verlieren und Wiederbegegnen
Auf We read Indie hat Sophie von Literaturen im Juni Wolfgang Popps Buch „Die Verschwundenen“ vorgestellt. Es ist laut Sophie ein Buch, welches „nicht nur das Element des Verschwindens und Untertauchens, sondern der menschlichen Geheimnisse, die nicht selten unmittelbar mit ihrem Verschwinden verbunden sind,“ verbindet. Es klingt sehr interessant, was Wolfgang Popp da zu Papier gebracht hat. Sophie hat es jedenfalls euphorisiert.

„Wolfgang Popps Erzählungen sind von einer so erfrischenden Originalität, dass man zunächst einmal ziemlich aus den Socken gehauen ist. Man hat nicht den Eindruck, etwas ohnehin bereits Bekanntes bloß in winziger Variation wieder zu lesen, sondern stürzt sich auf die besonderen Geschichten, die in Komposition und Sprache hervorragend sind.“

Salter lohnt sich
Die traurige Nachricht von James Salters Tod nimmt Mara von buzzaldrins zum Anlass den geneigten Leser seine Geschichten ans Herz zu legen, denn Mara „kann [euch] nur nachdrücklich dazu einladen, die Bücher von James Salter zu entdecken. Es ist eine Entdeckung, die sich lohnt.“

Südamerikanisches
Die Bücherluebhaberin Vera hat, ebenfalls über We read Indie, das Buch „Die Toten im trüben Wasser des Mapocho“ von Nona Fernández besprochen, welches dem Leser „einiges abverlangt“, denn

„Nicht nur die häufigen Perspektivänderungen, die eingefügten Rückblicke und die Wechsel zwischen Fiktion und Realität fordern heraus, nein auch die Sprache selbst, getragen von Schmerz und Trauer ist teilweise anstrengend.“

Ihr Fazit lautet dazu:

„Eine Geschichte, die verwirrt und zerstörerisch auf ihre Figuren wirkt, die aber auch zum Nachdenken anregt, die anklagt und gelesen werden will.“

Ein anderes Neuseeland
Das wird uns beim Kaffeehaussitzer präsentiert. Er stellt uns Carl Nixons „Settlers Creek“ vor, welches uns „nicht das Postkarten-Neuseeland der atemberaubenden Landschaften, riesigen Schafherden auf grünen Wiesen oder der Maori-Folklore“ präsentiert, sondern „ein Land, schwer getroffen von den globalen Wirtschaftskrisen der letzten Jahre, ein Land mit einer der höchsten Selbstmordraten unter Jugendlichen und voller unversöhnlicher Gegensätze zwischen den Ureinwohnern und den Weißen“.

„Carl Nixon hat ein großartiges, ein mitreißendes Buch geschrieben. Es ist eine Ein-Mann-muss-tun-was-ein-Mann-tun-muss-Geschichte […].
[…]dazu ist das Buch ein echtes Schmuckstück, mit atmosphärisch perfekt passendem Schutzumschlag und bedrucktem Einband, einer Photostrecke rauer neuseeländischer Küstenimpressionen zur Einstimmung, die perfekte Verpackung für die herbe Geschichte einer emotionalen Explosion.“

Das Buch ist so gut wie gekauft.

Frau begibt sich auf Männerterrain
Die Klappentexterin hatte sich im Juni das Buch „Das Liebesleben des Nathaniel P.“ von Adelle Waldmann vorgeknöpft. Es geht um den titelgebenden Nathaniel und wie dieser sein Leben gestaltet (einfach in den Tag hinein, One Night Stands) und wie dieser Lebenswandel durch eine Frau ins Wanken gebracht wird.
Was meint die Klappentexterin zu diesem Buch?

„Nicht zuletzt durch den witzigen Ton der Autorin entpuppt sich diese Geschichte als äußerst mitreißendes und sehr interessantes Unterfangen, nach dem Frau den großen Wunsch verspürt, sich unbedingt darüber zu unterhalten.“

Mich lässt aber vor allem die Bemerkung aufhorchen, dass dieses Buch auch etwas für New York – Fans sei. Damit ist das Buch auf dem Merkzettel.

Geschichten ausm Osten
Als Kind des Ostens ließ mich das Vorhaben von steglitzmind aufhorchen, dass Verlagswesen und die Buchmarktsituation in der DDR der 80er vorzustellen. Stellvertretend sei der folgende Artikel verlinkt. Es geht um die Situation der Druckereien in der DDR. In diesem Artikel ist auch ein fortführender Link zu allen anderen Berichten dieser Reihe enthalten. Sehr empfehlenswert.

Das waren nun meine Emofehlungen für den Juni und es ist, dem Wetter sei es geschuldet, doch nur ein Montsgsleser geworden. Ich hoffe, ihr könnt das verschmerzen und entdeckt den einen oder anderen Artikel für euch.

Weitere Sonntagsleser bzw. Monatsrückblicker findet ihr bei:
Phantasienreisen
Schöne Seiten
Tintenhain

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10 Kommentare zu „[Sonntagsleserei]: Juni 2015

Gib deinen ab

  1. Schöne Sammlung – einige Beiträge sind mir im Juni völlig entgangen.

    Mit Huxleys Buch habe ich vor ca.2 Wochen auch begonnen. Da das aber eine Lektüre ist, die volle Konzentration verlangt, welche ich aktuell leider nicht aufbringen kann, pausiert das gute Stück zunächst.

    Gefällt mir

    1. Hallo Kathrin,

      ich habe meine Sammlung extra noch angepasst, damit es keine Uberschneidungen gibt ;-) einiges von dir hatte ich auch auf der Liste.
      Die schöne neue Welt habe ich schon für den nächsten Quartalskauf bei der Gilde auf dem Schirm.
      Liebe Grüße
      Marc

      Gefällt mir

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