[Rezension]: Star Wars – Episode I bis VI (Filme)

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Möge die Macht mit euch sein

Den Inhalt dieser Filme braucht man fast nicht mehr erklären, da es Darth Vader, Yoda und alle anderen mittlerweile schon bis in die Grundschulen geschafft haben, was ich zwar aufgrund der Brutalität, die diese Filme immer noch ausstrahlen, nicht nachvollziehen kann, aber sei es drum. Ich würde mich jetzt nicht als großen Fan von den Star Wars – Filmen bezeichnen. Ich schaue mir die Filme immer mal wieder gerne an, habe jedoch den Hype um Star Wars nie richtig verstanden (genauso wenig, wie bei Harry Potter oder Der Herr der Ringe). Ein modernes Märchen, welches mir in manchen Augenblicken zu langgezogen erscheint. Im Zuge des nun bald anlaufenden siebten Teils habe ich mir die Episoden 1 bis 6 noch einmal aufgefrischt und möchte meinen Eindruck mit euch teilen.

Es soll sie noch geben, aber die die Filme noch nicht kennen und gerne sehen wollen: SPOILER- Alarm.

Star Wars Episode I – III

Episode I fühlt sich als Einstieg in die neue Trilogie, die die Vorgeschichte zum Werden von Darth Vader erzählt, etwas seltsam an. Die Schauspieler agieren holprig, die Effekte wirken seltsam deplatziert (bis auf die Schlacht zum Schluss und das Pod- Rennen), ein Nebencharakter wurde eingeführt, der mehr als nur genervt hat und mit dem jungen Anakin Skywalker hat man sich in meinen Augen auch keinen Gefallen getan. Insgesamt ist die Episode I in meinen Augen der schlechteste Film der bisherigen 6 Teile und fällt extrem ab. Als Einstieg ok, aber mehr auch nicht und dafür eindeutig zu lang geraten. Ich habe ihn damals als Mitternachtspremiere angeschaut (wurde von ein paar Star Wars – Fans mitgeschleift) und musste mich schon arg zusammenreißen, nicht einzuschlafen. Prägende Erinnerungen an den Kinobesuch habe ich nur von der Warterei vorher, bei der man die ganzen verkleideten Gestalten bewundern konnte und an die Diskussionen danach, die einhellig bezeugten, einen schlechten Film gesehen zu haben und was sich Lucas wohl gedacht hat Jar Jar Brinks einzuführen.

Episode II ist dann ein Quantensprung. Einmal ist der Ton ernster, die Technik mit der der Film umgesetzt wurde, um einiges gereifter und es fällt kaum noch auf, was digital eingearbeitet wurde und die Geschichte an sich nimmt auch Fahrt auf. Schauspielerisch ist das Niveau nun auch besser und kommt an die Leistungen aus den Episoden IV bis VI heran. Die Geschichte um Kanzler Palpatine, das Wiederauftreten der Sith, der Klonarmee und der Kampf der Jedi mit dem Senat gegen die Handelsförderation ist gut umgesetzt und die kleinen Geschichten, die den noch in der Ausbildung befindlichen Anakin langsam zur dunklen Seite der Macht ziehen, werden von Hayden Christiansen gut gespielt. Die abschließende große Schlacht der Klonarmee gegen die Droidenarmee der Handelsörderation war damals auf der Leinwand eine Wucht und ist es auch noch auf dem großen Bildschirm zu Hause.

Episode III setzt dem ganzen nochmal einen drauf und ist in meinen Augen der beste der ersten drei Teile, da von vornherein düster gehalten und einzig dem Ziel untergeordnet, zu zeigen, wie aus dem Jedi Anakin, der Sith Lord Darth Vader wird und wie das Imperium die Macht an sich reißt und damit der Demokratie ein vorläufiges Ende bereitet. Der Film macht vieles richtig und an manchen Stellen wird es auch arg böse, als die volle Wucht der Verschwörung die Jedi trifft, die bis auf Yoda und Obi-Wan Kenobi, alle vernichtet werden. Der Anschluss an die Episode IV wurde geschafft, ohne das mir Anschlussfehler aufgefallen wären und auch im Design wurde vieles so angepasst, dass es zum Design der Episoden IV bis VI passt.

Die Episoden I bis III hatte ich bis auf den ersten Teil noch relativ gut in Erinnerung und habe sie mir, wenn sie mal im Fernsehen liefen, immer recht gerne angeschaut. Warum ich Episode I ausgeblendet hatte, wusste ich nach der nun erneuten Sichtung sofort wieder. Holprige Einleitung in die Geschichte, schlechte Darstellerleistungen, seltsame Nebencharaktere und eine insgesamt maue Handlung vermiesen den Start in die Prequeltrilogie, die leider insgesamt von der Story her weniger zu bieten hat als die Episoden IV-VI. Größtenteils dreht sich alles um Anakin und seine Verwandlung zu Darth Vader und um den Aufstieg der Sith und deren Imperium. Was mir dabei auffiel ist, dass die Jedi- Ritter, die sonst immer so weitsichtig agieren und auch sonst so schlau tun/sind, den Einsatz der Klonarmee billigen, obwohl es ganz einfach wäre 1 und 1 zusammen zu zählen und den Verrat beziehungsweise die List hinter dieser Armee zu durchschauen. Das ist für mich einer der Punkte, diesem Teil der Geschichte keinen rechten Glauben schenken zu wollen, weshalb ich auch die Episoden I bis III hinter den Episoden IV bis VI einordnen würde. Die Geschichte ist nicht konsistent genug erzählt, schauspielerische Schwächen in den Teilen 1 und 2 trüben den Sehgenuss und Schauwerte sind nicht alles. Dem kann man entgegensetzen, dass ab Episode II mit einem enormen Tempo erzählt wird und man kaum dazu kommt, einmal Luft zu holen und dass die Verwandlung von Anakin zu Darth Vader richtig gut von Hayden Christiansen gespielt wird. Vor allem in Episode III macht er seine Aufgabe fast perfekt, wie er diesen Zwiespalt in sich rüber bringt (gegen Mark Hamill ist das aber trotzdem nix – dazu komm ich noch bei den dazugehörigen Episoden).
Alles in allem sind für das, was erzählt wird, 3 Filme einfach zu viel. Es wird zwar ab Episode II ein enormes Tempo vorgelegt, jedoch wird dabei nicht richtig viel erzählt. Für mich bleibt nach der erneuten Sichtung festzuhalten – enorme Schauwerte (besonders in Episode III) und großes Tempo prägen diese Vorgeschichte, bei der die Spannung daraus entsteht, wie es umgesetzt wird, das was kennt man ja schon. Kann man sich immer mal wieder anschauen, aber gegenüber den Episoden IV-VI stinken diese drei Teile gewaltig ab.

Episode I 2,5/5
Episode II 3,5/5
Episode III 4/5

Star Wars Episode IV – VI 

Die klassischen Episoden. Die, in denen es um Luke, um Leia, um Han, Chewbacca, um R2-D2 und C-3PO geht. Um deren Kampf gegen das Imperium, dessen Auferstehung in fulminanten Bildern in den Episoden I bis III angeschaut werden konnten.
Inhaltlich braucht man zu diesen Filmen nichts mehr sagen. Sie sind quasi, damals schon und jetzt noch viel mehr, in den kulturellen Kanon aufgenommen und haben selbst den Status der Marke „Kult“ längst hinter sich gelassen. George Lucas hat mit diesen Filmen eine Welt und einen eigenständigen Kosmos erschaffen, der seinesgleichen sucht und was so sicher kein zweites Mal wiederholt wird. Man darf gespannt sein, was nun Disney aus den Vorgaben machen wird, die Lucas ihnen hinterlassen hat.

Wie auch schon bei den Episoden I bis III gilt auch für die alte Trilogie und für die sogar noch mehr, dass ich es früher nie abgelehnt habe, wenn diese Filme im Fernsehen liefen. Da habe ich mich immer gefreut und die Filme gerne geschaut. An die Ursprungsversionen, bevor Lucas sie digital aufpeppte, kann ich mich so gut wie gar nicht mehr erinnern, obwohl ich sie mehrmals im Fernsehen gesehen haben muss. Doch die neuen Fassungen, mit der digitalen Nachbearbeitung, haben sich wie ein Schleier darüber gelegt. Doch an vielen Stellen, besonders in Episode IV, bemerkt man die nachträglichen Arbeiten, was nicht immer positiv zu sehen ist, da sie erheblich den Sehgenuss stören und man als Zuschauer merkt, dass da nachträglich rumgewerkelt wurde. Ich finde, dass dadurch das ursprüngliche Flair verloren geht. Sei es drum, es ist nun leider so, dass man mit diesen Versionen leben muss. Was mir im direkten Vergleich zwischen Episode III und Episode IV auffällt, welche zwar auf der Erzählebene am nächsten beieinander liegen, aber technisch am weitesten voneinander entfernt sind, ist, dass das Tempo innerhalb der Erzählung enorm unterschiedlich ist (da merkt man erstmal, wie in den 70ern/80ern Filme gemacht wurden und im Gegenzug dazu in den 00er Jahren). Ich empfand das Tempo in Episode IV als sehr wohltuend langsam. Die Geschichte wird behutsam aufgebaut, ganzheitlich betrachtet kann man jetzt, in Kenntnis von Episode III, auch sagen, dass dieser Teil zum Luftholen da ist. Insgesamt holpert es aber in Episode IV noch ein bisschen. Darth Vader ist nicht wirklich der Bösewicht, als der er in den Episoden I-III aufgebaut wurde. Eher eine Art Handlanger, der die Drecksarbeit erledigt, aber nicht wirklich gefährlich ist. Das wird er erst in Episode V, die in meinen Augen den ausgewogensten Part der ganzen Reihe darstellt. (Fast) perfekt inszeniert wird die Geschichte weiter entwickelt und man hat kaum Zeit zum Luft holen. Technisch merkt man den Sprung zu Episode IV enorm. Alles ist größer, perfekter umgesetzt und die Tricks sind besser in den Film eingebaut und schauspielerisch haben sich alle Charaktere gegenüber Episode IV enorm verbessert, was insbesondere an Mark Hamill festzumachen ist. Agierte er in Episode IV fast noch ein wenig kindlich, was sicher auch seiner Rolle zuzuschreiben ist, spielt er in Episode V fast schon perfekt seine Rolle. Besonders die Stelle, an der er die Wahrheit erfährt, ist brillant gespielt. Diesen Quantensprung merkt man dann nochmal im Vergleich zu Episode VI, der technisch in meinen Augen mit Episode I mithalten kann und diese inhaltlich sogar überwiegt. Einzig die pelzigen Ewoks passten irgendwie nicht so richtig rein (inklusive der nervigen Musik), da sie einen Niedlichkeitsfaktor mitbringen, der in meinen Augen bei Star Wars nichts zu suchen hat. Es ist zwar alles wie ein Märchen aufgebaut, aber das war zu viel des Guten.

Insgesamt betrachtet ist es schwierig die Episoden I-III und IV-VI miteinander zu vergleichen. Auf der inhaltlichen Ebene kann man das noch recht gut über die Bühne bringen. Da gewinnt ganz klar die mittlere Trilogie – wahrscheinlich auch durch den Nostalgiefaktor. Ich finde aber schon, dass die 3 alten Filme inhaltlich etwas mehr mitbringen. Von der technischen Seite ist es unmöglich, die beiden Trilogien zu vergleichen. Man kann aber sagen, dass sie in ihrer jeweiligen Zeit Meisterwerke der Technik waren und, wenn man die Episoden IV-VI betrachtet, auch heute als technische Meisterwerke gelten würden (mit Abstrichen) – gerade Episode VI braucht sich nicht vor Episode I verstecken. Was man aber vor allem merkt, dass in allen Teilen sehr viel Herzblut steckt. Die Details in der Ausstattung, die Kulissen und die Geschichte an sich, alles wurde mit sehr viel Fantasie gestaltet und umgesetzt. Man darf gespannt sein, inwieweit das Disney konservieren und ausbauen kann. Mit Abrams sitzt einer für Episode VII im Boot, der Erfahrung hat, solche Stoffe umzusetzen, die schon eine große Fanbasis haben und diese entsprechend zu inszenieren. Ein großer Pluspunkt wird sein, dass die Geschichte nun bei null anfängt und man sich verschiedene Szenarien zusammenreimen kann. Welches davon zutreffend ist, werden wir Ende des Jahres sehen. Ich bin gespannt darauf und freue mich jetzt schon riesig auf den Kinobesuch.

Episode IV – 3,5/5
Episode V – 4,5/5
Episode VI – 4/5

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