[Notiz]: Jahresrückblick erster Teil -Reflexion des eigenen Lesens

Leseblockade und die daraus zu ziehenden Konsequenzen

Es geht auf das Ende des Jahres zu und da reflektiert man aus jedem Lebensbereich die Dinge, wie sie gelaufen sind (keine Angst, mit Rückblicken nerve ich euch noch früh genug). Das, was gut gelaufen ist, wird meist schnell in eine Nische gedrängt und für, nun ja, gut befunden und abgehakt (aber man erinnert sich gern daran). Danach schleichen sich die Sachen in das Gedächtnis, die nicht so gut funktioniert haben. Diese fressen sich ins Hirn und verbleiben dort hartnäckig, um einem mit Hammer und Meisel immer daran zu erinnern, was alles schlecht gelaufen ist in den vorangegangenen Monaten.

Nun, da dies ein Literaturblog ist, geht es mir mit diesem Beitrag natürlich vordergründig um Bücher, das Lesen und das Bloggen darüber. Auch wenn ich mittlerweile meinem Blognamen nicht mehr ganz gerecht werde und eigentlich in „Medien machen glücklich“ umbenennen müsste, so liegt das Hauptaugenmerk immer noch auf Büchern und dem ganzen Drumherum. Und darauf möchte ich speziell das eingangs erwähnte Bildnis mit demn negativen und positiven Erlebnissen anwenden und was ich für mich für die kommende Zeit für Konsequenzen daraus ziehen werde, was den Blog angeht. Es dreht sich um solche Punkte, wie weit ich es mit dem Blog treiben beziehungsweise, was ich damit erreichen möchte, wie ich mein Leseverhalten ändern möchte und vieles mehr. Darauf gebracht hat mich Mara von buzzaldrins, die mit ihrem Beitrag „Blog und Alltag – Wie macht ihr das eigentlich“ genau die richtigen Fragen stellte, die auch mich seit einigen Monaten umtreiben und nicht mehr richtig loslassen. Sei es einmal auf mich persönlich bezogen und auch auf die Bücher (vor allem die Neuerscheinungen), die einem unbewusst einen Druck aufbauen, den man nicht mehr bewältigen kann. Auf diesen Gedanken möchte ich aufbauen, denn, wie ich dieses Jahr an meinem eigenen Leib erfahren durfte, geht ein Blog, das Lesen, das Verfolgen anderer Blogs und vieles mehr nicht immer so locker leicht von der Hand, wie es zu Beginn der Fall war, als man sich darum nicht so viele Gedanken machte und nicht so vielen Blos folgte. Und genau da möchte ich einsteigen.

Warum kann ich nicht mehr so effektiv lesen? Wenn plötzlich nichts mehr geht.

Als ich meinen Blog angefangen habe, war es für mich nur ein kleiner Zeitvertreib, um meine Gedanken zu gelesenen Büchern zu sammeln, aufzuschreiben und mit anderen zu teilen. Den Nebeneffekt, dass andere es lesen können, nahm ich gerne mit, denn die Bücher lesen sich irgendwie leichter, wenn man weiß, dass man seine Gedanken im Nachhinein mit anderen teilen kann. Gelesen habe ich spontan, was mir gefiel, inklusive Leseexemplaren. Trotz zweier Kinder, Haushalt, Arbeit und anderen Freizeitaktivitäten, war es mir möglich relativ regelmäßig zu bloggen und nebenbei auch zu lesen. Doch im Verlauf des aktuellen Jahrs lief etwas schief. Nicht mit dem Blog an sich, der lief wie am Schnürchen und bescherte mir Klickzahlen, von denen ich anfangs nur träumen konnte,auch wenn das für manch andere sicher Kleinigkeiten sind (Zahlenwerk zu 2015 gegen Ende des Monats). Ebenso konnte ich auch relativ regelmäßig Beiträge veröffentlichen. Aber etwas mit dem Lesen lief nicht mehr so, wie ich es gewohnt war. Irgendwann war der Wurm drin. Ich konnte keine 5min abends lesen ohne das mir die Augen zugefallen sind oder noch schlimmer, dass ich gar keine Lust zum Lesen hatte. Zu Beginn des Jahres konnte ich abends im Bett locker noch eine Stunde lesen, wenn ein Buch richtig gut war, musste ich mich sogar zwingen aufzuhören, damit ich am nächsten Tag wieder fit für die Kinder und für die Arbeit sein konnte. Doch der Knacks kam schleichend. Die falschen Bücher zur falschen Zeit,erzwungenes kleben bleiben an eben diesen Büchern, Lustlosigkeit etwas neues anzufangen, zuviel erzwungenes und als Sahne oben drauf diese Realität, die jede Fiktion zu überholen scheint. Ich kann es zwar nicht datieren, aber immerhin an gewissen Büchern und Daten festmachen. Das Lesen an sich hat mich gelangweilt oder nicht richtig gefordert und in manche Lektüre habe ich mich so verbissen, dass für andere Bücher kein Platz mehr war. Es hat mich gelähmt und richtig die Lust am Lesen genommen. Das hat sich irgendwann sogar auf den Blog übertragen, denn eine gewisse Zeit bestand der Output fast nur aus Sonntagsleserbeiträgen.

Aus diesem Tal der vergilbten Seiten kam ich eigentlich nur durch Geduld und mit der Verbissenheit eines leidenschaftlichen Freizeitlesers. Besonders das Loslassen musste ich lernen, denn ich war sonst nie einer, der Bücher weglegt, bevor sie ausgelesen sind. Doch das muss ab sofort sein. Wie es viele schon vor mir erfahren haben, so muss ich das jetzt auch erkennen, dass gewisse Bücher entweder nicht zu einem passen oder zur falschen Zeit beim falschen Leser sind. Bei beiden Punkten muss man einfach lernen loszulassen. Also habe ich mich von diesen Ballastbüchern getrennt, einmal tief durchgeatmet und mit Freude wieder in das Bücherregal gegriffen, um mit neuem Elan zu beginnen. Seitdem ich für ich für mich erkannt habe, dass ich auch mal etwas weglegen muss, rauschen die Seiten nur so durch meine Finger. Etliche Bücher habe ich wieder begonnen und lese mittlerweile auch wieder parallel. Es ist wieder Freude im Spiel und ich genieße jeden Buchstaben, der an meinem Auge vorbeihüpft, jeden Satz, der etwas in mir bewegt, jedes Kapitel, welches neue Erkenntnisse bringt und jedes abgeschlossene Buch, mit welchem man wieder ein kleines bisschen mehr für das Leben gewappnet scheint. Dadurch macht auch das Bloggen wieder mehr Freude und es erscheinen nicht nur Sonntagsleserbeiträge. Außerdem habe ich noch zwei neue Medien neu für mich entdeckt, denen ich vorher keine Beachtung geschenkt habe – dem Hörbuch und dem ebook.

ebook und Hörbuch als neue Lesemotivation

Diese beiden Medien haben mich in das neue Lesevergnügen hinüber geschaufelt, denn wenn ich damit nicht angefangen hätte, würde ich jetzt wahrscheinlich immer noch Trübsal blasen. Angefangen hat es im Spätsommer, als ich auf die Idee kam, mit meinem Sohn endlich mal in die Bibliothek zu marschieren und einen Mitgliedsausweis für uns zu erstellen. Da in dieser Bücherei eine kleine Auswahl an Hörbüchern besteht, reifte in mir der Gedanke, es vielleicht doch mal mit Vorlesen lassen zu probieren. Der Weg zur Arbeit ist lang genug, dass man ein paar Kapitel hören kann und das ein Buch innerhalb von 2 Wochen durch ist (wenn es ein kurzes ist). Irgendwann habe ich zugegriffen und es mit dem Buch „Shutter Island“ nicht bereut.

Das zweite Medium war das ebook, welches ich schon mal sporadisch in mein Leseverhalten eingebaut hatte, doch immer Scheu davor hatte, es intensiver zu nutzen. Diese Scheu habe ich nun abgelegt, denn das ebook, besonders, wenn man es in einem Smartphone integriert ständig mit sich herum trägt, bietet vielfältige Möglichkeiten. Man kann es immer mal wieder für ein paar Minuten zur Hand nehmen und vielleicht ein zwei Kapitel zwischendurch lesen (zum Beispiel beim Arzt, an der Haltestelle, im Bus und an vielen anderen Orten, an denen man wartet) und muss nicht ständig irgendein Buch mitschleppen. Damit habe ich in den letzten Wochen 5 Bücher ohne Probleme lesen können. Jetzt werden sicher viele einwenden, dass es auf dem Smartphone (oder Tablet, wie ich es zu Hause mache) kein richtiges ebook- Lesegefühl ist. Da möchte ich aber einwenden, dass ich keine Lust habe, mir zigtausend Geräte zuzulegen, wenn ich es mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen, ebenso haben kann – wenn auch nicht so komfortabel wie mit einem ebook- Reader.

Wie geht es af dem Blog 2016 weiter?

Ich habe für mich in diesem Jahr festgestellt, dass man loslassen muss und auch mal einige Dinge lockerer angehen sollte. Ebenso sollte ich für das nächste Jahr das (innere) verbissene Schielen auf die neuesten Bücher sein lassen. Seien wir doch mal ehrlich, dieses Hamsterrad der Frühjahrs- und Herbstvorschauen und Neuerscheinungen dreht sich immer schneller und man hechelt den Büchern nur noch hinterher. Ich bewundere diejenigen, die dieses Pensum schaffen (im Fall von Buchhändler sogar müssen). Für mich ist das (vorerst) nichts mehr, denn die Zeit mit Familie und dem ganzen was dazu gehört ist mir viel zu Schade, um es auf zig neue Bücher zu bringen. Das bringen andere besser hin und ich hole mir da nur noch die Tipps ab und beschränke mich vielleicht auf ein bis zwei Bücher pro Saison, auf die ich vielleicht schielen werde.

Diese Hemmnisse möchte ich ablegen und mit frischem Elan in das neue (Lese)- Jahr starten. Es warten so viele schöne Bücher auf mich. Zum Beispiel alle Bücher, die mir letztes Jahr unter den Weihnachtsbaum gelegt wurden und noch viele mehr (und dieses Jahr kommen bestimmt noch einige dazu). Diesen frischen Wind möchte ich auch in die Besprechungen und in den Blog einfließen lassen. So möchte ich bei dickeren Büchern zum Beispiel eine Art Lesetagebuch einführen. Da werden die Beiträge sicher auch mal etwas kürzer ausfallen als es sonst bei einer Besprechung der Fall ist. Außerdem schweben mir schon einige Spezialsachen vor, die ich nächstes Jahr angehen möchte, die auch nicht unbedingt mit Büchern zu tun haben müssen, denn das Spektrum des Blogs möchte ich erweitert halten, indem ich weiterhin Serien und Filme vorstellen möchte. Wenn man es miteinander verknüpfen möchte sind es im Endeffekt auch nur Geschichten, nur in einem anderen Medium. Seid gespannt, ich bin es auch. Ich freue mich auf neue Herausforderungen und alte Gewohnheiten.

Wie ist es euch 2015 ergangen? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder eher das Gegenteil dessen, was ich gerade beschrieben habe?

12 Kommentare zu „[Notiz]: Jahresrückblick erster Teil -Reflexion des eigenen Lesens

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  1. Hallo Marc,
    mir geht es momentan so, wie von dir oben beschrieben. Ich blicke auf einige angefangene Bücher, ein paar davon auch Rezensionsexemplare und habe momentan keine Lust, sie weiterzulesen. Die Motivation, wie ich sie noch vor kurzem verspürt habe, ist verflogen. Allerdings tue ich mich auch mit dem Thema „ein Buch abbrechen, weil es so gar nichts meins ist“ momentan noch recht schwer, daran muss ich definitiv arbeiten! :)
    Liebe Grüße, Melli

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    1. Hallo Melli,
      ja, das Abbrechen und Loslassen ist nicht einfach. Um sich aber nicht selbst im Weg zu stehen und um das Lesen nicht zu erzwingen, muss man es lernen. Vorsatz für 2016? ;-) Ich stehe da auch gerade erst am Anfang.
      Einen schönen Sonntag wünsche ich.
      Marc

      Gefällt 1 Person

  2. Ich lese mal mehr und mal weniger und nicht jedes gelesene Buch kommentiere ich auch auf meinem Blog. Doch auch ich habe viele Neuerscheinungen lesen wollen und bin daran beinahe gescheitert. Nun lese ich wieder das, was mich interessiert – hauptsächlich von deutschen Autoren.
    Liebe Grüße aus Dublin, Sandy

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    1. Zu lesen, was einen interessiert und sich nicht von den Neuerscheinungen treiben zu lassen ist sehr erstrebenswert.
      Nicht jedes Buch in den Blog aufzunehmen schaffe ich noch nicht ;-)
      Liebe Grüße aus Franken :-)
      Marc

      Gefällt 1 Person

  3. Hallo Marc, gute Tipps für mehr Motivation habe ich leider nicht parat. Ich lese nur noch Bücher auf die ich wirklich Lust habe, häufig dann doch die Klassiker, weil die sich ja schon bewährt haben und ich mich auch für Geschichte interessiere. Also die aktuellen Bestsellerlisten gehen zu 95% an mir vorbei. Auftragsrezensionen mag ich zur Zeit auch nicht schreiben, weil man dann wieder so viele „Regeln der Kunst“ berücksichtigen muss und das Medium nicht spontan als Mittel zum Ausdruck verwenden kann. Ich wünsche dir für das neue Jahr alles Gute und viel Freude, auch beim Lesen. LG Alma

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