[Notiz]: Jahresrückblick Zweiter Teil – Zahlen, Fakten, Emotionen (Buchsaiten Blogparade 2015)

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und die Anzahl der Rückschaubeiträge aller Art nimmt überhand. Auch in den Buchblogs werden wieder die schwärmerischen Blicke zurück vorgenommen. Ich möchte mich auch in diesem Jahr diesem ganzen Treiben nicht entziehen und euch mein Lesejahr noch einmal Revue passieren lassen.
Diesen Beitrag stelle ich unter die Überschrift Zahlen, Fakten und Emotionen und soll in die Blogparade bei Katrin von Buchsaiten eingebettet werden. Ich werde ihre Fragen zwar nicht direkt beantworten, versuche aber so gut es geht im Text auf ihre gestellten Fragen einzugehen.

Leseflaute

In einem ersten Jahresrückblicksbeitrag hatte ich euch schon von meiner Leseflaute dieses Jahr berichtet, die mich irgendwann angefallen hat und dann nicht mehr so richtig loslassen wollte. Mit den richtigen Büchern zur rechten Zeit und der Zuwendung zu den Medien Hörbuch und elektronisches Buch habe ich doch noch die Wende geschafft, was man an den Zahlen ablesen kann, die ich euch gleich präsentieren möchte.

Zahlen und Fakten

An erster Stelle kommt ein fettes Dankeschön an alle, die auf meinem Blog ein „Gefällt mir“ oder einen Kommentar hinterlassen haben. Ganz besonders möchte ich Kathrin von Phantasienreisen danken, die dieses Jahr sehr fleißig einiger meiner Beiträge geteilt hat (jedenfalls habe ich es bei ihr gesehen). Allen anderen Unbekannten, die meine Beiträge ebenfalls in das www weitergetragen haben, möchte ich an dieser Stelle ebenfalls danken.

Ebenso geht ein Dankeschön an alle hinaus, die an dem Leseprojekt „Lasst uns über Bücher reden“, welches von Tobias Lindemann initiiert wurde und relativ gut aufgenommen wurde, teilgenommen haben. Dazu später noch einmal mehr.
Das Jahr 2015 war trotz der Leseflaute ein, in Zahlen ausgedrückt, recht erfolgreiches Jahr für den Blog. Hier ein paar Zahlen (in Klammern zum Vergleich 2014 – Stand 22.12.2015; an diesem Tag habe ich gezählt).

Beiträge: 66 (davon 21 Rezensionen – inklusive Serien und Filme)

Gelesene Bücher: ca. 25 (ein paar unterbrochen, abgebrochen, liegen gelassen)

Besprochene Bücher: 17 (wenn ich mich nicht verzählt habe)

Aufrufe: 11609 (6986)

Besucher: 6933 (3993)

Gefällt mir Drücker: 546 (251)

Kommentare: 322 (168)

Bester Beitrag Alltime: Erich Kästner – Das doppelte Lottchen (2871 mal aufgerufen)

Bester Beitrag (2015 veröffentlicht): Nachgefragt bei … David Wonschewski (362 mal aufgerufen)

Beste Besprechung (2015 gelesen): David Wonschewski – Zerteiltes Leid (125 mal aufgerufen)

Emotionen

Das Jahr war, wie schon angedeutet, im Lesebereich nicht gerade mit vielen Büchern beschlagen. Wobei ich zum Ende des Jahres doch noch eine stattliche Anzahl an Büchern hinzufügen und somit mein Lesepensum im letzten Quartal noch ein wenig steigern konnte. Was konnte mich also dieses Jahr begeistern, bei welchen Büchern war ich weniger begeistert? Das möchte ich euch nun im folgenden zeigen.

Top3

Aufgrund der geringen Stückzahl an Büchern gibt es bei mir, entgegen anderen Lesern, die auch gerne eine Top15 erstellen, eine Top 3 der Bücher, die mich dieses Jahr begeistern konnten, deren Wirkung heute noch anhält und die einen sicheren Ehrenplatz in meinem Schrank erhalten.

Platz 3 – Peter Richter „89/90“

wpid-wp-1438802212350.jpgDieses Buch habe ich mir eher unbewusst zugelegt. Als ehemaliger (Fast)- Dresdner zog mich der Roman magisch an und konnte mich auf der erzählerischen Ebene und auch auf der geschichtlichen begeistern. Ich bleibe auch dabei, dass sich die Dinge, die sich heute in Dresden ereignen (Stichwort Pegida), damals ihren Ursprung nahmen. Auch wenn sich viele streuben, schon wieder ein Wendebuch in die Hand zu nehmen, hier können sie ruhigen Gewissens rein lesen. Es ist anders und bringt einem nicht die große Geschichtsdeutung mit. Es ist eher die Wende im Kleinen und wie sie in Dresden statt fand.

Platz 2 – David Wonschewski „Zerteiltes Leid“

Zerteiltes LeidGanz knapp musste sich David Wonschewski dem ersten Platz geschlagen geben. Dieses Buch lässt einen ratlos zurück, verursacht ein wenig Ziehen auf der Hirnrinde ob der gezeigten Obsession gegenüber dem Weiblichen. Der Hauptprotagonist ergötzt sich an seinem eigenen Leiden und das er es so gar nicht einsieht, dieses auch einzustellen. Dabei bekommt man einen Blick in das Innere eines Stalkers, bei dem es einem ganz schön kalt den Rücken runter läuft. Dabei versteht es der Autor sehr gekonnt, das seelische Innenleben des Stalkers realistisch zu beschreiben – so stelle ich es mir vor.

Platz 1 – Richard Lorenz „Amerika-Plakate“

wpid-wp-1437886492688.jpegDieses Buch hat mich beim Lesen in seinen Bann geschlagen und macht es auch heute noch. Dieser Autor hat mich an seiner Geschichtenangel. Dichte Sprache, mysteriöse Geschichte und viel Melancholie lassen einen in das Buch eintauchen und nicht mehr daraus hervorkommen. Ich bin immer noch in dieser Geschichte drin, denke darüber nach und würde am liebsten wieder in dem Buch blättern. Es ist ein Werk, welches man gerne ab und zu aus dem Regal zieht, ein wenig darin blättert und in Erinnerungen schwelgt. Definitiv ein Kandidat, eines der Bücher zu werden, die mich mein ganzes Leben begleiten werden.

Flops und Bücher, die mich nicht vom Hocker gehauen haben

Eine Flopliste zu erstellen macht fast gar keinen Sinn bei den wenigen Büchern, die ich gelesen habe. Ich gehe nur auf vereinzelte Werke ein, bei denen ich mir mehr erhofft hatte und die mich dann ein wenig enttäuschten. Zum einen sind da die zwei Bücher „Zonenkinder“ und „Eisenkinder“ zu nennen, bei denen ich mir erhofft hatte, persönliche Wendegeschichten zu erfahren. Letztendlich liefen aber beide Bücher auf eine Art Befindlichkeitsprosa hinaus, die die Wirklichkeit nur in Bruchstücken darstellten. Das hat Peter Richter besser angestellt.

Ebenso enttäuschte mich der Roman „Verschwörung gegen Amerika“, der eine alternative Geschichtsschreibung vorgibt, nur um dann die angestammte Geschichtsschreibung wieder einzuschlagen. Es war zwar gut geschrieben und die Situation gut wiedergegeben, aber es hat bei mir nicht zünden können. Der Funke sprang nicht über und ich blieb ratlos zurück.

Außerdem sind noch drei Bücher dabei, die ich abge- oder unterbrochen habe, da ich entweder keine Muße hatte, mich in den Stoff einzufinden oder es einfach an der nötigen Munterkeit fehlte, um die Bücher mit einer Prise Konzentration anzugehen. Vielleicht fange ich die noch an, aber wann steht noch nicht fest. Ein Beitrag dazu existiert natürlich (noch) nicht.

Persönliches

Dieser Blog wächst immer mehr, wenn auch, im Vergleich zu anderen, im kleinen Maßstab. Ich habe für mich am Anfang nicht gedacht, dass ich mal über 10000 Leute auf meine Seite bringen kann. Dabei hatte ich dieses Jahr stellenweise nicht einmal richtig Lust zu bloggen. Doch ebenso wie bei der Leseflaute konnte ich mich auch an dieser Front wieder selbst motivieren. Vielleich liegt es an der dunklen Jahreszeit? Wer weiß.

Es macht mir jedenfalls riesig Spaß euch die Bücher vorzustellen, die ich (meist gern) gelesen habe und freue mich über die wachsende Rückkopplung von eurer Seite. Ebenso hatte ich dieses Jahr viel Freude daran, durch die Blogs zu ziehen und interessante Beiträge zu erhaschen und diese in den Sonntagsleserbeiträgen zu sammeln. Nicht vergessen möchte ich noch das Zweitprojekt „Let’s talk about books“, bei dem als erstes Buch „Die Glücklichen“ von Kristine Bilkau von mehreren Bloggern vorgestellt und kontrovers diskutiert wurde.

Wie war euer Jahr? Was hat euch gefallen? Was lief nicht nach euren Vorstellungen? Was erwartet ihr von dem kommenden Jahr? Ich freue mich auf ein spannendes Jahr 2016, ohne große Verpflichtungen (sprich Rezensionsexemplare) und Erwartungen von meiner Seite an diesen Blog. Ich lese das, was mir Spaß macht und werde auch versuchen regelmäßig darüber zu bloggen.
Was gefällt euch eigentlich an meinem Blog? Was gilt es zu verbessern? Was kommt bei euch gar nicht gut an?

image

Ich wünsche euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Feiert schön. Wir lesen uns dann wieder nach dem Weihnachtsfeste, nachdem Gans, Hase und was auch immer auf den Tisch kommt, im Bauch ist, alle um einige Kilo schwerer sind und hoffentlich ein paar Lektüreneuheiten unter dem Weihnachtsbaum liegen.

4 Kommentare zu „[Notiz]: Jahresrückblick Zweiter Teil – Zahlen, Fakten, Emotionen (Buchsaiten Blogparade 2015)

Gib deinen ab

  1. Lieber Marc,

    vielen Dank für den offenen Rückblick. Bei den Rezensionsexemplaren und den eigenen Erwartungen ans Bloggen kann ich dich gut verstehen und hoffe daher, dass du 2016 ganz ohne Pflichtgefühle oder Zwang, dafür aber mit viel Motivation und Spaß weiterbloggen wirst.

    Lieben Dank auch für die Erwähnung! Ich fühle mich geehrt, denn eigentlich hast du dir die geteilten Beiträge doch selbst zu verdanken ;) Jede Verlinkung, jedes Teilen kam nur aus Freude über deine interessanten Beiträge! Besonders auf die „Amerika-Plakate“ und auf David Wonschewski hast du mich sehr neugierig gemacht (und den Statistiken nach zu urteilen nicht nur mich) – ohne dich wäre ich entweder nie auf sie gestoßen oder hätten ihnen vermutlich nicht sofort die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. Ich bin daher gespannt, was du uns im neuen Jahr für tolle Bücher empfiehlst und von welchen Titeln du eher abraten wirst.

    Aber genug vom Bloggen:

    Dir und deiner Familie wünsche ich nun ein wundervolles, gemütliches Weihnachtsfest! Genieß die Feiertage und komm gut ins neue Jahr!

    Liebe Grüße
    Kathrin

    Gefällt mir

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