[Notiz]: Entscheidungsschwierigkeiten oder Was soll ich nur lesen?

imageEbook, Printbook was fürn Book? Aus jedem Metier etwas. Die Entscheidung liegt nah. Ich weiß, was ich vor dem Schlafen anlesen möchte. Weiß ich das? Kann mir mein Kopf nicht morgen schon wieder etwas anderes vorgaukeln, was ich zu lesen habe? So viele Auswahlmöglichkeiten, was man lesen kann und ich kann mich nicht entscheiden. Zeit ist kostbar und lesen bildet, doch was ist, wenn ich meine freie Zeit, die Freizeit, lieber mit Menschen aus Fleisch und Blut verbringen möchte, statt mit fiktiven auf dem Papier? Ist es dann nicht eher kostbar, jede Minute vor dem Schlafen mit einem Buch, mit Buchstaben, mit Wörtern zu verbringen? Wenn alle anderen schon schlummern? Mein Kopf ruft jaaaa, der Verstand meint schüchtern nein.Tagsüber seine Nase auf die Seiten zu drücken oder auf das elektronisch simulierte ist eine Sache, die sich derzeit einfach nicht ergibt. Kopf hat gesiegt. Dann also abends und nachts, wenn der normale Mensch, der sich mit Büchern weniger auseinandersetzt schon schläft und sich im Traume fragt, was der Büchernarr denn für eine verrückte Seele ist.

Zurück zur eingangs gestellten, irren Frage. Manch einer würde die für sich ganz eindeutig beantworten und selbst bei schlechtester Ausleuchtung der Seiten zum Gedruckten greifen. Wenn man schon nichts erkennt, dann wenigstens an den Seiten schnuppern. Doch was, wenn man, wie schon etwas schwammig angedeutet, aus jeder Minute vor dem Schlafen Lesegenuss generieren möchte? Ist es da nicht angebracht, eine entsprechende Beleuchtung anzubringen? Wo denkt ihr hin, ich will doch die anderen nicht wecken. Wenn ihr meine Leselampe sehen würdet, ihr brecht aus in Lachkrämpfen (Anm. d. Autors: Da diese im Urzustand so hell leuchtete, dass ich meine bessere Hälfte und die halbe Nachbarschaft wecken würde, habe ich diese mit gelber Folie – wegen dem wärmeren Licht – umwickelt, um bei noch ausreichender Beleuchtung lesen zu können und die anderen schlummern zu lassen). Also doch das  elektronische Lesegerät, welches mir der Mann im roten Mantel gebracht hat? Ach den gibt es gar nicht? Dann halt jemand aus meinem näheren Umfeld, die gedacht hat, die Bücher nehmen zu viel Platz weg.
Ich schweife ab und kann mich immer noch nicht entscheiden. Frank Witzel in Druckform oder doch lieber die neuesten Kurzgeschichten von Stephen King elektronisch? Hat beides etwas. Doch während ich so langsam den Entschluss fasse, zum King zu greifen, bin ich auch schon eingeschlafen.

Am nächsten Morgen. Der Lesekater hat mich erfasst. Kopfschmerzen, weil ich doch nicht mehr gelesen habe. Der Schädel dröhnt, lechzt nach Lesefutter, welches er abends nicht bekommen hat. Hastig ein paar Zeilen zwischen Kaffeetasse und Müslischüssel? Doch wo ist das Buch? Der eReader? Beide liegen weit entfernt im Bett, wo noch Frau und Kinder schlafen. Ich will sie nicht wecken. Also doch nur ein bisschen auf das Smartphone starren und lieblos durch irgendwelche Seiten scrollen, bevor es auf Arbeit geht. Welch eine Entspannung, denn heute Abend geht das Spiel wieder von vorne los, für welches Medium ich mich entscheiden möchte.

Dieser kleine, nicht ganz ernst gemeinte Einblick in mein Leseleben sollte mehrer Dinge vor Augen führen. Erstens, dass ich mich ab sofort Eigentümer eines eBook- Readers nennen darf (es ist ein Tolino Shine HD 2 – also der neueste aus der Tolinobaureihe), zweitens, dass sich Lesezeit bei mir knapp bemessen lässt und vor allem, dass ich vielen guten Lesestoff bei mir zu Hause rumliegen habe, der gelesen werden will und doch weiter der Dinge harren muss, bis ich zu diesem oder jenem Buch greife. Der eReader macht die Sache nun nicht einfacher. Eher das Gegenteil. Noch mehr Möglichkeiten und über der Frage mit was ich nun lese, geht die Zeit verloren. Es ist aber etwas überspitzt dargestellt, denn zum Lesen komme ich trotzdem, auch wenn es meist nur eine Viertelstunde ist und das elektronische Lesegerät erweitert die Möglichkeiten des Lesens enorm. Für mich persönlich ergeben sich daraus eigentlich nur Vorteile. Zum Beispiel kann ich nun Bücher, von denen ich wusste, dass ich sie nur einmal lesen werde, nun digital beziehen statt sie, wie früher üblich, in der Druckausgabe zu kaufen. Der aktuelle Stephen King „Bazzar of Bad Dreams“ ist ein Beispiel für so ein Buch. Dementsprechend werde ich auch mein Kaufverhalten, was Bücher betrifft, überdenken. Es muss nun nicht mehr alles in gedruckter Form zu Hause rumstehen. Das bleibt ab sofort nur noch den besonderen Büchern vorenthalten. So zum Beispiel der Deutsche Buchpreisgewinner von 2015, Frank Witzel mit seiner „Erfindung“. Das sind für mich Bücher, die man im Schrank stehen haben muss. Einmal vom Umfang her und auch aufgrund ihrer Aufmachung. Ebenso die Büchergildebücher, die ich hier nicht ausschlagen möchte und von denen ich eines pro Quartal erwerben werde. Auch diese sind in ihrer Aufmachung (meist) ein Hingucker und werden in den Schrank gestellt.

Ich werde euch in den nächsten Wochen/Monaten immer mal wieder Erfahrungen einstreuen, die ich mit dem eReader gemacht habe und wie das elektronische Lesen für mich funktioniert. Bisher kann ich sagen, es macht mir Spaß und es ist anders, als in einem gedruckten Buch zu lesen. Beides hat seinen Reiz und seine Vorteile. Die Zeit wird es zeigen, welche Mischung sich bei mir einstellen wird. Über eines bin ich jedenfalls jetzt schon froh. Ich muss nicht mehr auf dem Tablet oder dem Smartphone Bücher lesen, dass war dann doch auf Dauer ganz schön anstrengend.

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