[Notiz]: Neue Rubrik – Lesetagebuch

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Seit ich diesen Blog betreibe, lese ich relativ viel parallel. Meist 3 bis 4 Bücher gleichzeitig, immer mal wieder 3-10 Seiten pro Buch. Das ist zeitaufwendig und es klappt auch nicht immer. Doch kann ich mit diesem Vorgehen immer wieder in neue Welten abtauchen, dem Realismus frönen, die Fantasie schweifen lassen, mich ins Phantastische stürzen. Zeitgenössisches, abstraktes, horrorschaumäßiges und das alles parallel. Da ist meine Schmerzgrenze relativ niedrig. Dieses parallel lesen möchte ich in das Lesetagebuch einfließen lassen, welches ich von nun an in relativ regelmäßigen Abständen pflegen möchte. Es soll euch einen Einblick in die Bücher geben, die ich aktuell lese und in knackigen Statements näher bringen, was meine aktuellen Empfindungen bei diesen Büchern ist. Es sollen keine Empfehlungen oder angerissene Besprechungen werden, sondern mehr eine emotionale Öffnung meinerseits, was mich bei den aktuellen Büchern bewegt oder aufregt. Also, ab ans Werk. Es wird buntes Durcheinander, eine emotionale Achterbahnfahrt, komisches wird sich mit tragischem abwechseln. Ätzendes mit kurzweiligem. Ich bin gespannt, wie sich das Lesetagebuch entwickeln wird und freue mich schon jetzt auf eure Kommentare. 


David Duchovny –  Heilige Kuh 


Fox Mulder, Hank Moody – Das sind die Rollen, die man mit dem Namen David Duchovny verbindet. Akte X und Californication sind oder waren Serien, die mich geprägt haben und mit denen ich jeweils auf Deutsch und Englisch die Charaktere, die Duchovny gespielt hat, liebgewonnen habe – beide auf ihre Art. Nun gibt es ein Buch von eben diesem Mann. Viele werden aufstöhnen und sagen, ob das denn sein muss. Kann der nicht bei seiner Schauspielerei bleiben. Das David Duchovny jedoch vor seiner Schauspielkarriere Literatur studierte und sogar dabei war, seinen Doktor abzuschließen, wird den wenigsten bekannt sein, da es durch seine Schauspielerkarriere überblendet ist. Da bekommt seine Rolle Hank Moody, die einen Schriftsteller auf Selbstzerstörungstrip zeigt, eine erweiterte Dimension. Also Schriftstellerei, Literatur – Themen, die man mit dem Namen Duchovny nicht unbedingt in Verbindung bringt und doch hat er nun, neben seinen ganzem schauspielerischem Engagement, ein Buch geschrieben. Es ist aus der Sicht der Kuh Elsie geschrieben, die ein Abenteuer der besonderen Art erlebt. 


Ich gebe zu, dass ich das Buch nur wegen dem Namen Duchovny gekauft habe. Der Inhalt war zweitrangig und das merke ich auch beim Anlesen der ersten Seiten. Es ist lustig und eloquent geschrieben, man merkt, das David Duchovny sein Handwerk versteht. Der Clou, das Buch komplett aus der Sicht der Kuh zu schreiben und auch so zu tun, dass die Kuh selbst es zu Papier brachte und sich bewusst ist, dass sie es zur Unterhaltung der Menschen schreibt, ist gelungen. Man nimmt es als Leser auf und steigt sofort in die Geschichte ein. Die Wahrnehmung der Kuh Elsie ist eine simple, lebt sie doch im Stall, gibt ihre Milch und hat eben nur diese beschränkte Sichtweise. Man kann es ihr nicht ankreiden, hat sie doch nur das Leben im Stall. Der Humor ist angenehm gehalten, nicht zu brachial. Man fühlt mit der Kuh mit und möchte wissen, welche Abenteuer auf sie warten werden. Einzig der einfache Schreibstil, der ihr Weltbild widerspiegeln soll, würde mir auf Dauer langweilig werden. Da bin ich gespannt, wie sich dieser weiter entwickeln wird.   


P.S.: Laut Angaben des Klappentextes soll Duchovny auch Vegetarier sein – gibt dem Buch ebenfalls eine besondere Note. 


Stephen King – Bazaar of Bad Dreams 


Zu dem Autor Stephen King braucht es keine großen Worte mehr. Seit den 70ern ein konstanter Schreiber für den konstanten Leser. Viele werden sicher abwinken, weil sie mit dem stupiden Horror, den in den 80ern/90ern aufs Papier gebracht hat, nichts mehr anfangen können/wollen oder weil er ihnen durch seine ständige Präsenz mit neuen Büchern auf die Nerven geht. Beides ist ein großer Fehler. Wer seine „Biographie“ Über das Leben und das Schreiben (meine Besprechung dazu hier) gelesen hat, weiß zum Beispiel, warum Stephen King so eine Masse an Büchern fabrizieren kann – weil er ein Schreibtier ist. Wenn Stephen King morgen nicht mehr wäre, brauchen wir uns nicht wundern, wenn noch mindestens 10 Manuskripte (fertige, wohlgemerkt) in seiner Schublade schlummern. 


King, der Meister der fetten Bücher und ausgereiften Geschichten, die (zumindest im Deutschen) die 1000 Seiten regelmäßig überschreiten, kann auch kurz. Das beweist er mit dem taufrisch erschienen Basar der bösen Träume. Ich habe mir diesen Band auf Englisch geholt, da ich ihn viel lieber im Original lese (andere Debatte – ein andermal gern). Und es ist wieder King pur. Seine Art und Weise zu schreiben fasziniert mich, seit ich seine Bücher lese. Wie er in die Geschichte einsteigt und den Horror immer mehr platziert. Im vorliegenden Buch, von welchem ich ungefähr zwei Drittel durch habe, spielt nicht nur das Übernatürliche eine Rolle, sondern auch alltägliche Fälle, die so stark ausarten, dass es wie Horror wirkt. Ein Unfall auf der Kreuzung, die in eine blutige Schlägerei mündet oder ein Pärchen, das von einem alten Mann ein unmoralisches Angebot erhält und daran zerbricht sind nur zwei Beispiele, wie King einen Alltag formuliert, wie man ihn sich nicht schrecklicher ausmalen kann. Er macht die Geschichten so spannend, dass man einfach weiterlesen muss und wissen will, was passieren wird. Natürlich fehlen auch die Horrorgeschichten mit übernatürlichem Einschlag nicht. Auch diese überzeugten mich bisher. Er kann es immer noch und ich finde, dass er immer besser wird.


Fulvio Ervas – Wenn ich dich umarme, hab keine Angst 


Das Buch stand schon ewig auf meinem Wunschzettel. Die Geschichte um einen Vater, der mit seinem autistischem Sohn eine Reise durch Nord- und Südamerika unternimmt, faszinierte mich.
Eigentlich wollte ich es letztes Jahr im Zusammenhang mit meinem Bloggeburtstag verlosen. Beide Male, die ich es angeboten hatte, fanden sich keine Interessenten. So schlummerte es seit letztem Sommer vor sich hin und wartete darauf von mir gelesen zu werden. Nun habe ich es fast fertig und es ist das zweite von zwei Büchern, welches mich staunend zurücklässt und das Jahr 2016 bisher buchtechnisch ganz groß erscheinen lässt. Wartet hier einfach die Rezension ab, die ich demnächst schreiben und veröffentlichen werde. Nur so viel, wer das Buch lesen will wird es nicht bereuen. Es geht sehr zu Herzen, wärmt es und lässt einen nicht mehr los. Seid gespannt, was ich euch berichten werde. 

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