[Lesetagebuch]: 28.04.2016 – Ängstlich auf dem Pfad des Wissens


Vor ein paar Wochen hatte ich in meinem Lesetagebucheintrag lag Duchovnys Buch „Heilige Kuh“ in den Endzügen und Marion Braschs Buch „Wunderlich fährt nach Norden“ beziehungsweiseBill Brysons „Kurze Geschichte von fast allem“ hatte ich gerade begonnen. Einen Essay aus der Hanser-Box habe ich derzeit ebenfalls noch gelesen. Die Heilige Kuh wartet noch auf die Veröffentlichung des Beitrages, bin aber immer unschlüssig, wie ich dieses Buch besprechen soll. Andererseits steht der Wunderlich zusammen mit Erich Kästner schon in der Pipeline. Wie jetzt? Kästner? Davon war doch im letzten Beitrag keine Rede. Das stimmt, aber ein Hörbuch zu „Pünktchen und Anton“ lässt sich immer mal einschieben, besonders, wenn es vonBastian Pastewka eingesprochen wurde. Die Hanser-Box habe ich euch mittlerweile genauso vorgestellt wie Stephen Kings Sammlung an Kurzgeschichten (siehe hier und hier). Nun aber zu den aktuellen Lektüren.


An zwei Büchern sitze ich derzeit. Eines in klassischer Form, eines elektronisch. In klassischer Form lese ich gerade Peter Hennings „Die Ängstlichen“. Ein Buch, welches mir eher zufällig über den Weg lief und ich meinte, es recht ansprechend zu finden. Nun, nach den ersten Seiten bereute ich fast den Entschluss, dass Buch überhaupt begonnen zu haben. Schwerer Einstieg, komische Gestalten, allesamt schwermütig, dem Titel entsprechend ängstlich und mir irgendwie nicht zugänglich. Auch der ausufernde Schreibstil des Autors, der viele kleine Nebenkriegsschauplätze (kurze Handlungsschnipsel, die nichts mit der Haupthandlung zu tun haben beziehungsweise Details, die ich als Leser überhaupt nicht wissen will) einstreut, stören den Lesefluss erheblich, so dass ich schon dachte, ich breche dieses Buch nach 50 Seiten ab, wie ich es mir seit einiger Zeit vorgenommen habe, dies öfter zu tun. Doch wie durch ein Wunder, fand ich dann doch einen Zugang. Zu den Figuren, zur Handlung und auch auf einer gewissen, mich selbst faszinierenden Ebene, zum Schreibstil, der weiterhin so ausufernd bleibt, dass man an bestimmten Stellen nur mit dem Kopf schüttelt. Irgendwie fügt sich gerade einiges zusammen und ich fiebere richtig mit den Figuren mit oder sagen wir anders, ich will ihnen beim Scheitern zuschauen. Ich bin gerade bei etwa einem Viertel des Romans und finde, dass es Peter Henning versteht, die einzelnen Handlungsfäden sehr geschickt zusammen zu halten und so die Spannung zu halten. Es wirkt nicht langatmig und durch die unterschiedlichen Schicksale der einzelnen Figuren will man wissen, wie es mit ihnen weiter geht. So eine Art Voyeurismus, dem ich mich mit einem wohligen Schauer stelle, eben weil mir die Figuren fast alle nicht gefallen. Ich will sie scheitern oder geläutert aus der Geschichte gehen sehen.


Das zweite Buch hatte ich im letzten Lesetagebucheintrag schon angerissen. Bill Bryson mit seiner „Kurzen Geschichte von fast allem“ ist ein buntes Kaleidoskop an Wissenshappen. Er rast in diesem Buch in einem Eiltempo von Errungenschaft zu Idee zu wissenschaftlicher Meisterleistung, mixt alle Themen der Physik, Geologie, Chemie, Mathematik… bunt durcheinander und hat doch irgendwie Struktur drin. Von der Entstehung der Erde, was sie im Innersten zusammenhält, über die Atome zum Sonnensystem, über die Lavaströme zum Leben auf der Erde und und und. Alles handelt Bryson in seinem markanten, lockeren Erzählton ab. Manches würde ich mir etwas ausführlicher wünschen, aber das hätte dann wohl den Rahmen des Buches gesprengt und wäre dem Titel auch nicht gerecht geworden. An manchen Stellen fühle ich mich als Leser etwas erschlagen ob der Menge an Informationen, die einem da entgegenströmt, aber auch manch nützliche Details stehen darin, die mir zwar schon halbwegs bekannt waren (durch Schule oder Uni), die einem aber im Zusammenhang mit diesem Buch in einem anderen Licht leuchten. Faszinierendes Wissensbuch, welches nicht um den heißen Brei herumredet, aber auch nicht tiefer in die Materie einsteigt.


Und woran lest ihr gerade?

11 Kommentare zu „[Lesetagebuch]: 28.04.2016 – Ängstlich auf dem Pfad des Wissens

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  1. Die schwierigen Sachen krieg ich grad gar nicht hin. Versuche mich an was Leichterem eines Autors, von dem ich schon länger mal was lesen wollte, komme aber irgendwie auch nicht weiter und hab halt einen Krimi von J. Deaver zwischengeschoben – der geht immer. Und daneben hab ich Kings „Basar der bösen Träume“ angefangen. Mal sehen, ob mir der mundet.

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      1. Ne, doch nicht. Hab ich verwechselt. Dachte, es wäre der Film mit Jennifer lawrence, aber der hieß Winters Bone (glaub ich)

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