[Lesetagebuch]: 02.07.2016 – Düsseldorfer Unterwelt gegen Literatur mit Weltkriegsbezug

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Wie die Zeit vergeht

Ist es schon wieder zwei Monate her, als ich den letzten Lesetagebucheintrag lieferte? Da kann man erneut nur den Kopf darüber schütteln, wie die Zeit in diesem Jahr verfliegt. In der Zwischenzeit war ich natürlich nicht untätig und habe die Bücher, die ich im letzten Lesetagbucheintrag angerissen habe, mittlerweile beendet. Eines hat schon eine Besprechung spendiert bekommen (siehe hier). Bill Brysons Geschichte von fast allem harrt noch der schriftlichen Besprechung.
Unterdessen habe ich natürlich auch unzählige Bücher angelesen und möchte euch davon heute erzählen. Mittlerweile, auch befeuert durch meinen eBook-Reader, fange ich einige Bücher parallel an und lege mir 2-3 parat, um diese dann komplett zu lesen. Was ich in den zurückliegenden Monaten angefangen beziehungsweise beender habe, davon berichte ich euch nun in diesem Lesetagebucheintrag.

Machenschaften in Düsseldorf

Doch was ist in der Zwischenzeit in meinen Lesefingern gelandet? Da gibt es vielfältige Literatur zu bestaunen. Zum einen habe ich mir mal wieder ein paar Krimis gegönnt, die in der Düsseldorfer Unterwelt spielen. Durch eine Blogempfehlung vor 2 oder 3 Jahren (leider weiß ich nicht mehr, welcher Blog das war), bin ich auf das Buch „Schwarzlicht“ von Horst Eckert aufmerksam geworden. Dabei entdeckte ich, dass dieser Autor schon seit den Neunzigern Bücher veröffentlicht und dachte mir, dass ich mir sein Werk von Beginn an anschaue. Alle Bücher habe ich leider nicht zur Verfügung, aber ein paar ältere und die neuesten sind auf meinem Tolino gelandet und die zwei ersten Bücher „Annas Erbe“ und „Bittere Delikatessen“ habe ich schon abgeschlossen, ein drittes Buch bereits begonnen. Ich bin begeistert. Auch aufgrund der Kürze, aber auch wegen den spannenden Geschichten, konnte ich beide Bücher innerhalb weniger Tage durchlesen. Kurz und knackig präsentiert uns Eckert in den ersten zwei Büchern eine korrupte und durchtriebene Polizeilandschaft im Düsseldorfer Milieu. Alle haben irgendwie Dreck am Stecken und keiner kommt sauber aus den Geschichten raus. Einzig beim zweiten Buch „Bittere Delikatessen“ stößt mir das Ende sauer auf. Das hätte er sauberer lösen müssen und war ließ den zufriedenen Eindruck des zuvor gelesenem etwas in sich zusammenstürzen. Alles in allem kann ich diesen Autor aber vollauf empfehlen und bin gespannt, wie sich sein Schreibstil über die Jahre ändern wird.

Kauz in Österreich

Den mittlerweile zweiten Anlauf starte ich nun mit Richard Schuberth „Chronik einer fröhlichen Verschwörung“.  Beim ersten Mal bin ich sehr schleppend in das Buch eingestiegen und bin nie über als 3-4 Seiten als zusammenhängende Lektüre hinausgekommen. Dementsprechend zäh empfand ich das Geschehen und wurde bei jedem erneuten reinlesen immer wieder zurück geworfen, da ich mich erst einmal zurecht finden musste und bald darauf die Orientierung verlor. Frustriert darüber legte ich das Buch beiseite und ließ den knorrigen Kauz Ernst Katz in dieser Geschichte rumschmähen und widmete ich anderen Büchern (die Bücherphilosophin wird es mir hoffentlich nicht nachtragen, denn für sie lese ich das Buch als Gastrezensent). Nach einer Besprechung bei Caterina wurde das Interesse an diesem Buch neu geweckt und mittlerweile stecke ich wieder mittendrin. Und obwohl ich wieder etwas schleppend voran komme, bin ich besser in der Geschichte drin. Es liegt vor allem daran, dass ich mich nun zwinge wenigstens kapitelweiße zu lesen, was sehr viel ausmacht, um der Geschichte besser folgen zu können. Es wird noch eine Weile vergehen, bis das Buch fertig ist, aber ich weiß, dass ich es abschließen werde.

Lagerreaktion

„Der Junge mit dem gestreiften Pyjama“ ist ein Buch, welches wahrscheinlich Bauchschmerzen verursachen wird. Ich habe bisher nur reingelesen und allein die Ahnung dessen, was kommen wird, lässt mir jetzt schon düstere Wolken über meinem Kopf wachsen. Geschrieben ist es in einer angenehm zurückhaltenden, beschreibenden Sprache aus kindlicher Sicht. Ich bin gespannt, was für ein Plot sich da heraus schälen wird. Ich habe mich bewusst nicht über den Inhalt des Buches informiert.

wp-1467460311444.jpgGeschwister

Wenn ich das bisher gelesene richtig interpretiere geht es in Lisa Kränzlers „Nachhinein“ genau darum. Bei knapp einem Drittel angelangt muss ich für mich sagen, dass der Einstieg sehr verwirrend für mich war und es sich erst jetzt nach und nach herausschält, um was es ungefähr geht. Sprachlich ist es ungewöhnlich und an manchen Stellen sehr direkt. Nach den Starschwierigkeiten bin ich mittlerweile doch recht angetan und erwarte gespannt, was noch passieren wird.

Kämpfender Mönch

Wenn man von einem alten Schulfreund die Anfrage erhält, eines seiner Geschichten zu lesen, sagt man gerne zu, sie dann auch zu rezensieren fällt mir dann etwas schwerer, da man nicht weiß, was das Gegenüber die eigene Meinung findet. Jedenfalls habe ich von dem Autor Marc Zöllner ebenjene Anfrage erhalten und möchte euch einen kurzen Eindruck seiner Kurzgeschichte „Eine Lektion des Meister Wu“ abgeben.
Diese Geschichte, die über 16 Seiten geht, und innerhalb einer halben Stunde ausgelesen ist, handelt von Meister Wu, der während der Medidation in seinem Kloster von 3 Attentätern attackiert wird. Die Kurzgeschichte handelt ausschließlich von diesem Anschlag und zeigt Kampfszenen. Dadurch ist ein hohes Tempo vorgegeben, was der Geschichte einen hohen Action- Anteil verleiht und dem Leser kaum Luft zum Atmen lässt. Einzig die Gedankeneinschübe von Wu halten den Text ein wenig auf in seiner Fahrt, was ein wenig Balance in den Text bringt. In der Summe ein spannender Text, bei dem man bis zum Ende nicht weiß, worum es bei diesem Anschlag geht. Spannend geschrieben und actionreich gehalten. Für eine kurze Lektüre zwischendurch sehr zu empfehlen, ohne große Ansprüche an den Text.

2 Kommentare zu „[Lesetagebuch]: 02.07.2016 – Düsseldorfer Unterwelt gegen Literatur mit Weltkriegsbezug

Gib deinen ab

  1. Oh, du liest den „Jungen im gestreiften Pyjama“ … eines meiner Lieblingsbücher und wahrlich nichts für sensible Leute, auch wenn nie etwas explizit ausgesprochen wird, weiß man doch, was gemeint ist und malt sich im Kopf alles selber aus. Ich bin gespannt, wie dein finales Urteil ausfällt, auch weil du als Vater sicher noch einmal einen etwas anderen Blick darauf hast wie ich kinderlose Person.

    „Eine Lektion des Meister Wu“ klingt sehr außergewöhnlich und du hast meine Neugier darauf definitiv geweckt.

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    1. Beim Jungen im gestreiften Pyjama bin ich zwar noch nicht weit gekommen, aber das bisherige lässt einem schon den Hals zugeschnürt zurück… Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt. Es ist jedenfalls keine schlechte Idee, es aus Kindersicht zu erzählen. Das hat mir bei „Das Leben ist schön“ auch gefallen (dort zwar indirekt, eher auf kindlich aufbereitet)
      Die Lektion des Meister Wu lässt sich gut weglesen. Kann ich guten Gewissens empfehlen und das nicht, weil ich den Autor persönlich aus meiner Schulzeit kenne :-)

      Liken

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