[Rezension]: Richard Schuberth – Chronik einer fröhlichen Verschwörung

Alles für die Katz

IMG_20170513_160030_398Das soll keine Kritik im eigentlichen Sinne sein, denn wie soll man über ein Buch urteilen, zu dem man keinen Zugang findet! Es gibt sie im Leben, diese Bücher, die einem einfach nichts zu sagen haben. Über ein Jahr ist es her, dass ich mir das Buch von der Bibliophilin habe zuschicken lassen, um es für diese Gastrezension zu lesen und zu beurteilen. Das ging leider gründlich daneben. Ich gebe es zu, ich habe es versucht. Drei Anläufe und viele verzweifelte Stunden später habe ich dann wirklich nach knapp mehr als der Hälfte aufgegeben, dieses Buch zu Ende lesen zu wollen. Ich konnte einfach nicht mehr, wir zwei wurden einfach nicht warm miteinander. Katz’ Schmähtiraden gegen alles, was nicht seinem Weltbild entsprach, die Romanze zu einer wesentlich jüngeren Biggy, die von ihrer Art auf altklug macht, ein dümmlicher Autor, der sich von allen hinters Licht führen lässt und zu allem Überfluss noch eine Geschichte über das Schreiben eines Buches und die Recherche dazu, die aus dem Ruder läuft. Mich konnte es einfach nicht packen, dabei habe ich es wirklich versucht. Doch ich quälte mich durch jede der Seiten hindurch und fragte mich mit jedem Blatt mehr, warum ich mir das noch antue? Dabei gab es auch Passagen, die ich lustig fand, die mich quasi über die Seiten retteten, die ermüdend und langweilig waren, und genau die etwas heiteren Passagen waren es, die mich bei der Stange hielten. Eingerissen wurde es jedoch gleich wieder in darauffolgenden Kapiteln, als Ernst Katz darüber zu philosophieren begann, wie schlimm doch der Kommerz die Tragik des Holocaust ausschlachte und das er an dem Autor Mackensen ein Exempel statuieren möchte. Erbarmt sich doch genau der über eine gewisse Klara Sonnenschein einen Roman zu schreiben. Seine Klara, mit der Ernst so verbunden war und deren Erbe er bewahren möchte. Mit allen Mitteln versucht Ernst den Roman zu verhindern und beginnt da anzusetzen, wo ein Autor anfangen muss – bei der Recherche. Er trifft dabei auf ein Kaninchen, dass bei jeder Blindschleiche zurück zuckt und aufgeben möchte, denn Mackensen traut dem Stoff nicht, den ihn sein Agent auf das Auge gedrückt hat. Er hat regelrecht Angst davor, in diese Richtung überhaupt ein Wort zu Papier zu bringen und ist somit eine willkommene Angriffsfläche für die Attacken von Ernst Katz.

Was auf den ersten Blick nach einem lustigen Katz und Maus – Spiel (welch ein Wortspiel) aussieht, entpuppt sich im Fortlaufenden als zähe Angelegenheit. Mal geht es flott hin und her, dann wird wieder seitenweise darüber schwadroniert, wie schlecht die Welt doch ist. Zu allem Übel geschieht das Geschimpfe noch im Wiener Schmäh. Nichts gegen den Dialekt, aber lesen möchte ich das nicht, auch wenn es authentisch wirkt hat es mich immer wieder aus dem Lesefluss heraus gebracht. Leider hatte die Geschichte auf mich auch nicht den Reiz, dass ich mich über solche Punkte hinwegsetzen konnte. Eher im Gegenteil regten mich schon die kleinsten Dinge auf und das zunehmend. Der Lesefluss war immer wieder dahin. Schlussendlich habe ich mir nun endlich einen Ruck gegeben und das Buch abgebrochen, da ich nicht mehr mit diesem alten Misanthropen Kath und seiner polyamoren Biggy abhängen wollte. Wieder eine Erfahrung mehr.

Bessere Erfahrungen hat Caterina von Schöne Seiten mit dem Buch gemacht. Wer sich wirklich für das Buch interessiert, schaut lieber bei ihr vorbei.

Eine weitere positive Stimme gibt es noch bei Evas Blog Literaturgeflüster.

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7 Kommentare zu „[Rezension]: Richard Schuberth – Chronik einer fröhlichen Verschwörung

Gib deinen ab

  1. Also ich fand, es war ein tolles Buch, wenn es vielleicht ein wenig nützlich sein kann, den Autor zu kennen und schon einer seiner Lesung gewesen zu sein, denn der ist a sehr intellektuell und zweitens äußerst selbstbewußt, was zwar vielleicht nicht unbedingt sympathisch wirkt, aber das das Buch ist ein Meisterwerk an Satire, Intelligenz, Sprachspiel, wenn man vielleicht auch nicht alles versteht und nicht immer mitkommt, aber mich hat es eigentlich sehr beeindruckt. Aber vielleicht muß man auch die Wiener szene ein wenig kennen, um ganz mitzukommen,liebe Grüße aus Wien
    Richard Schuberth hat sich auch mit Karl Kraus sehr beschäftigt und seine Essays kann ich ebenfalls empfehlen.

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    1. Hi Eva,

      Versuch Nummer 2, nachdem ich deinen Kommentar verwchselte ;-)
      Hilfreich wäre es schon gewesen, den Autor und seine Art zu kennen und die Intention hinter der Geschichte gefiel mir eigentlich auch, aber es für mich persönlich, auch wegen dem Dialekt, sehr mühsam zu lesen. Irgendwann war ich dann von allem nur genervt. Manchmal ist das so, dass man in ein Buch nicht rein findet.

      Liebe Grüße
      Marc

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      1. Ja natürlich, es ist auch sicher kein leichtes Buch und kein leichter Autor, ich habe mir jetzt meine Besprechung noch einmal durchgelesen und da steht ja auch „ich könnte eine ein und fünf Stern Beurteilung gleichzeitig geben , machmal ist das Buch unerträglich sexistisch und dann wieder hochphilosophisch!“
        Und ich glaube, die Mischung machts und denke auch, der Raum in dem man das Buch liest, denn es ist wahrscheinlich ein sehr österreichisches Buch.
        Ich war ja schon vorher bei einer Buchpräsentation https://literaturgefluester.wordpress.com/2015/03/26/viktor-frankl-richard-schuberth-edward-snowden/, wo auch beispielsweise Robert Schindel war und die fand in dem Club statt, der in dem Buch auch vorkommt, liebe Grüße aus Wien!

        Gefällt 1 Person

  2. Hallo Marc,
    wenigstens hast Du Durchhaltevermögen gezeigt. Ich bin mittlerweile so konsequent abzubrechen wenn mich ein Buch nicht mal ansatzweise in den ersten hundert Seiten packt/erreicht/erwischt – wie auch immer man es nennen mag.
    Manchmal passt es eben nicht und gerade dieser erwähnte Dialekt, damit tue ich mich auch schwer. Wenn es mal ein kurzer Abschnitt ist, ok, aber Seitenweise? Nein, das brauche ich auch nicht.
    So ist es eben mit den Geschmäckern und so kann es auch ruhig bleiben.
    Liebe Grüße und eine schöne Lesezeit.
    Kerstin
    #litnetzwerk

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Kerstin,

      das Durchhaltevermögen hatte auch dem einfachen Grund, dass ich es von der verlinkten Bibliophilin als Besprechungsbuch geschenkt bekam, aber nach Anlauf Nummer 3 konnte ich wirklich nicht mehr weiterlesen. Sonst breche ich auch nach Versuch Nummer 1 ab, wenn mir das Buch nicht zusagt.

      Liebe Grüße
      Marc

      P.S. Hallo auf meinem Blog.

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  3. Hallo Marc,

    ja, es gibt sie, dieses Bücher, denen man immer und immer wieder die Chance geben möchte und sie letztendlich auch gibt, weil es alle Welt mag oder man es rezensieren wollte oder man an sich den Anspruch hat es zu verstehen… Diesen Kampf habe ich früher öfters ausgefochten und mich bis zur elenden letzten Seite durchgequält. Ich hatte sogar mal einen SuB der abgebrochenen und wartenden Bücher! *Oh, welch Graus, wenn ich daran zurückdenke!* Seit meine Freizeit und damit auch inbegriffen meine Lesezeit so rar und kostbar geworden ist, mache ich das, so wie Kerstin, auch (fast) nicht mehr. Je nach Dicke und Thema des Buches ist spätestens nach dem ersten Drittel schluß. Dann wird es abgebrochen und verschenkt, vertauscht oder im nächsten Bücherschrank abgegeben. Behalten tu ich die abgebrochenen nicht mehr. Sie werden des Hauses verwiesen.

    Viel Erfolg und ein glücklicheres Händchen mit deinen nächsten Büchern wünscht
    das monerl

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    1. Hallo Monerl,

      mittlerweile habe ich für mich auch entschieden, wenn das Buch nicht passt, wird es weitergegeben. Beim vorliegenden Beispiel war ich auch nur so ausdauernd, weil es ein Besprechungsexemplar für die verlinkte Bibliophilin war.

      Liebe Grüße
      Marc

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