[Debütpreis 2017 – Shortlist] [Rezension]: Julia Weber – Immer ist alles schön

17 Gedanken zu “[Debütpreis 2017 – Shortlist] [Rezension]: Julia Weber – Immer ist alles schön”

  1. Für mich ist die Sprache weder lyrisch noch poetisch, sie überdreht, schwülstig gekünstelt. Im letzten Jahr hatten wir ein wunderbares Beispiel, wie poetische Sprache mit schwerem Inhalt perfekt zusammen passt: Blauschmuck. Da kommt Julia Weber bei weitem nicht heran …

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    1. Das sehe ich spannenderweise komplett anders, denn mir hat das Buch, das habe ich schon öfter geschrieben, sehr sehr gut gefallen, erstmals wegen der poetischen Sprache und dann auch noch wie die Zusammenmhänge von ihr zu der Realität gezogen werden, Beispiel der Riese, der erste Satz und dann auch das Kümmern der Mutter, wie vom Sozialarbeiter aufgetragen, die Kinder gehen nicht zur Schule, die Mutter steckt sie ins Bett, denn nur kranke Kinder dürfen zu Hause bleiben.
      Dieses Umgehen mit diesem sehr sehr schweren Thema, habe ich noch nirgends auf diese Art und Weise gelesen und, um auch den Vergleich zu Jovana Reisinger zu ziehen, da ist die Sprache auch sehr schön und poetisch, die Vorbilder waren für mich aber auf fast jeder Seite zu erkennen, wenn ich auch hier den Bogen von der Poetik zu der Realität gezogen habe, da bleibt dann nur noch Juliana Kalnay über, die uns beiden ja, glaube ich, sehr gut gefallen hat.
      Wie ging es Ihnen übrigens mit den beiden anderen politischen beziehungsweise biografischen Büchern?
      https://literaturgefluester.wordpress.com/2017/12/08/oder-florida/

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    2. Hallo Marina,

      mir geht es ähnlich wie Eva. Blauschmuck ist bei weitem kein schlechtes Buch, aber in der Summe kam mir die Sprache bei Immer ist alles schön passender vor und ich empfand, wenn wir beide direkt vergleichen, die zwei Sichtweisen von Anais und ihrer Mutter als gelungen, während es mir bei Blaumschmuck irgendwann zu einseitig wurde.

      Letztendlich und wie immer auch eine Geschmacksfrage ;-)

      Liebe Grüße
      Marc

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      1. Ok. Interessant, die unterschiedlichen Lesarten. Da ich mich sehr mit Lyrik befasse und auch selbst schreibe, habe ich womöglich eine andere Vorstellung von lyrischer Sprache.
        Das wird eine interessante Abstimmung …
        viele Grüße!

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      2. Vielleicht ist es auch die falsche Wortwahl meinerseits und auch die Unerfahrenheit im Lyrischen, aber die bildhafte Sprache hatte ich für mich halt so eingeordnet. Sieht man mal, wie unterschiedlich die Texte aufgefasst werden. Wer weiß, wie ich in einem Jahr oder zwei an dieses Buch zurück denke.

        Die Abstimmung wird in der Tat interessant. Eine eindeutiger Favorit lässt sich noch nicht ausmachen.

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  2. P.S Und was „Blauschmuck“ betrifft, da hatte ich gerade mit diesem <punkt Schwierigkeiten, weil ich mir ständig gedacht habe, so spricht doch eine unterdrückte kurdische Unterschichtfrau nie und nimmer und habe gerade das als sehr sehr künstlich empfunden!
    xhttps://literaturgefluester.wordpress.com/2016/11/05/blauschmuck/

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    1. Hier hat es wohl ein bisschen was von deinem Kommentar weggeschnitten.
      Liegt wohl daran, dass ich mir den Beitrag vom Handy aus ein wenig zerschossen habe. Vielleicht bekommst du es ja noch zusammen und bearbeitest den Kommentar nochmal.

      @Marina: Auf deinen Kommentar gehe ich morgen detaillierter ein.

      Gruß an euch beide

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  3. Nein, war eigentlich alles, der Kommentar hat sich auf Marina Büttners Satz „Im letzten Jahr hatten wir ein wunderbares Beispiel, wie poetische Sprache mit schweren Iinhalt perfekt zusammenpasst“, bezhogen, denn das war genau das, was mich im Vorjahr störte, daß ich diese Sprache bei dem Buch unangemessen fand, während sie mir bei Julia Weber passte und ich immer noch fasziniert davon bin, wie man einen Sozialarbeiter mit einem Riesen vergleichen oder das Leid eines Kindes dadurch ausdrücken kann, daß es sich einen Urlaub ohne Alkohol“ wünscht.
    In der Realität passiert das nicht natürlich, da wird nicht so gesprochen, in der Literatur kam es für mich aber viel glaubhafter, als der Ton von Katharina Winkler rüber.
    Ich hoffe es ist jetzt klar, was ich ausdrücken wollte!

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    1. Das war auch mein Eindruck bei Blauschmuck. Ich dachte ich schon, ich stehe damit alleine…
      Schade, dass wir uns nicht alle mal treffen und über die Bücher dieser Shortlist diskutieren können. So mit den kommentaren finde ich das etwas mühsam.

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      1. Hallo Silvia,

        das mit dem Treffen zum Diskutieren und Abstimmen klingt sicher verlockend, wird aber bei der Menge an Beteiligten fast Unmöglich zu organisieren. Da wird wohl ein Chat via Messanger einfacher auf die Beine zu stellen sein. Aber weiß, wohin der Hase in Zukunft noch laufen wird.

        Liebe Grüße

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  4. Hallo Marc,
    interessante Rezension, muss ich wirklich sagen. Auch das entsprechende Interview fand ich sehr informativ.
    Allerdings scheint es doch durchaus kontroverse Sichtweisen zu geben. Aber ein Einheitsbrei ist ja letztendlich das Schlimmste in der Literatur.
    Viele Grüße, Corinna
    #litnetzwerk

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    1. Hallo Corinna,

      Vielen Dank für den lieben Kommentar und das Beitrag und Interview gefallen gefunden haben.
      In der Tat wurde dieses Buch sehr kontrovers und unterschiedlich aufgenommen, was aber in meinen Augen Literatur lebendig macht, wie du es ebenfalls schon gesagt hast.

      Liebe Grüße
      Marc

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