[Rezension]: Mareike Fallwickl – Dunkelgrün fast schwarz

Ein Buch muss wehtun

IMG_20180419_161826_003.jpgAnfang des Jahres machte ein Buch die Runde, bei dem der geneigte Leser und Blogverfolger sicher denken würde, dass wieder eine der berühmten Sauherden durchs Dorf getrieben wird. Schaute man aber genauer hin, so war dieses Buch in seinen dunklen Naturfarben etwas Besonderes, denn es wurde von einer Autorin geschrieben, die selber einen Literaturblog betreibt und in diesem Geschäft ein alter Hase ist. Es geht um Mareike Fallwickl, die den Blog Bücherwurmloch betreibt und mit „Dunkelgrün fast schwarz“ ihren Debütroman bei der Frankfurter Verlagsanstalt herausgebracht hat.
Dieses Buch brach seit seinem Erscheinen Anfang März wie eine Naturgewalt über die Blogs. Gleich am ersten Tag kamen gefühlt Hunderte Besprechungen zu dem Buch heraus (siehe auch am Ende von diesem Beitrag), von denen ich mir im Vorfeld aber nur den Leserbrief von Tobias Nazemi auf Buchrevier durchgelesen habe, weil ich von diesem Buch so wenig wie möglich vom Inhalt erfahren wollte. Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen, denn mit Mareikes Buchgeschmack fühle ich mich meist verbunden. Sie mag es ebenso wie ich, wenn es düster zugeht, wenn die Bücher wehtun, Stacheln haben und sich so entwickeln, dass man am Ende meist ein „What the f**k“ rauslässt, weil es einen eiskalt erwischt. Viele Empfehlungen, die sie auf ihrer Seite machte, wanderten meist 1:1 zumindest auf meine Wunschliste. Als ich nun sah, dass sie ihren Debütroman veröffentlichte, war mir sofort klar, dass die Geschichte eine ähnliche Richtung einschlagen wird und ich möchte das mit Haut und Haar verschlingen. Aus diesem Grund wollte ich so wenige Informationen wie irgend möglich anzusammeln, damit die Lektüre frisch in mich eindringen kann. Somit habe ich keine Besprechung auf den Blogs gelesen und ebenfalls Informationen anderer Art vermieden.
Und diese Lektüre lohnt sich. Es beginnt so, dass man sich in einer warmen Kuscheldecke wähnt. Doch sie fängt an zu kratzen, bis man merkt, dass sie doch sehr stachelig und auch zerfetzt ist. Man friert darin, fühlt sich nicht wohl. Ein Magengrummeln breitet sich aus, welches sich immer mehr verfestigt und zum Ende hin zu einem fetten Stein geworden ist. Dabei beschreibt Mareike ihre Figuren so realitätsnah und fernab irgendwelcher Klischees, dass es eine wahre Freude war, dem ganzen Personal über die kompletten fast 500 Seiten zu folgen. Und es liest sich alles so locker und leicht, man pflügt regelrecht durch die Seiten. Ich persönlich habe mich gleichzeitig daran berauscht und musste mich bremsen. Ich habe so lange damit gewartet, das Buch zu lesen, also wollte ich es auch genießen. Für mich bis jetzt neben Jesmyn Ward mit „Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, Singt“ mein persönliches Jahrshighlight (auch wenn sich Mareike im Falle Wards nicht auf der selben Stufe sehen würde).

Raffael, die Reinkarnation aller AKs dieser Welt

IMG_20180419_161815_626.jpgDie Geschichte kreist vornehmlich um drei Personen – Moritz, Johanna und Raffael, dazu noch Marie, die Mama von Moritz. Abwechselnd wird aus der Sicht von Johanna, Marie und Moritz über eine Zeitspanne von über 30 Jahren erzählt. Es geht um Beherrschung, um Unterwerfung, um das Leben seiner Träume und das Zerplatzen selbiger, um Erziehung, um Liebe und Hass. Manch einer mag aufschreien, dass es ganz schön viel ist, was hier verhandelt wird, aber all diese Themen werden geschickt in diese Geschichte eingewoben, dass gar nicht erst der Eindruck entsteht, dass sich die Autorin nicht unter Kontrolle hatte. Ganz im Gegenteil. Jedes Wort, jedes Gefühl sitzen, hinterlassen ein juckendes Gefühl der Erkenntnis auf der Haut.
Das Unheil beginnt im Jahr 1986, als  Marie mit ihren zwei Kindern Moritz und Sophie frisch nach Hallein zieht und auf dem Spielplatz die Bekanntschaft mit Sabrina macht, die ebenfalls zwei Kinder hat, Raffael und … Moritz und Raffael sind im selben Alter und freunden sich sofort an, verleben ab diesem Tag an kaum einen Tag ohne einander. Eine Schicksalsgemeinschaft, bei der Moritz sich vor allem an Raffael hängt, aber umgekehrt nicht dieselben Gefühle vorherrschen. Vielmehr ist Raffael einer, der gerne die Fäden in der Hand hält und andere ins offene Messer laufen lässt, sich über die Konsequenzen bewusst ist und trotzdem eine amüsante Note von allem abgewinnt. Er ist einer der kein Schuldbewusstsein an den Tag legt, weder als Kind noch als Erwachsener. Dem gegenüber ist Moritz eher ein stiller Junge und auch Mann. Er lässt sich alles gefallen, nur um nicht den Mund aufmachen zu müssen. Dabei hat er eine ganz besondere Wahrnehmung. Er nimmt alles in Farben wahr, insbesondere bei Menschen und deren Gefühlsschwankungen, die kann er anhand der Farbnuancen ablesen, die jeden Menschen über seine Auffassungsgabe umgeben. Er hat mit dem Phänomen der Synästhesie zu tun, was ihn zu einem in sich gekehrten Jungen macht, da er mit niemandem darüber redet, außer ausgerechnet jenem Raffael, der dieses Wissen zu seinem Vorteil zu nutzen weiß.Diese beiden sind quasi Blutsbrüder. Zu dieser Gemeinschaft stößt irgendwann Johanna dazu, die geprägt durch den Verlust ihrer Eltern, völlig isoliert ist. Auf der Suche nach Anerkennung und Freunden, schließt sie sich der ganz speziellen Gemeinschaft an und so wird aus einem Duo ein unzertrennliches Duo und das Schicksal nimmt seinen Lauf, aus dem niemand unbeschadet herauskommen kann. Doch es müssen erst 16 Jahre ins Land gehen und manch schmerzvolle Wunde vernarben, bevor alle Dinge, die passiert sind, ausgesprochen und viele unbequeme Wahrheiten ans Licht gezerrt werden können.

Ein buntes, sprühendes Farbenmeer

An dieser Stelle mehr von der Geschichte und ihren Verschachtelungen, zeitlichen Sprüngen und erzählerischen Kniffen zu erzählen, wäre ein vorwegnehmen der Spannung. Im Vorfeld zur Lektüre habe ich weder Klappentext, noch andere Beschreibungen oder Besprechungen gelesen. Ich wollte unvoreingenommen an dieses Buch heran gehen und es hat mich verzaubert, in den Bann geschlagen, erschaudert und beglückt. Und, dass sei ausdrücklich gesagt, niemals allein gelassen. Es waren Momente voller Freude, aber auch Ekel enthalten. Insbesondere die Dreiecksbeziehung zwischen Jo (Johanna), Motz (Moritz) und Raf (Raffael) empfand ich als sehr gut beschrieben. Sie war lebensecht und kam ohne künstlichen Schnörkel aus. Insbesondere Raffael, auch wenn er das größte Arschloch in dieser Geschichte ist, empfand ich als ehrlichsten der ganzen Bande, denn er hat immer offen ausgesprochen, was Sache ist, auch wenn es den anderen sehr schmerzhaft vor Augen geführt hat, was in ihrem Leben falsch gelaufen ist oder falsch läuft. Doch sympathisch macht ihn das trotzdem nicht. Im völligen Gegenteil, jede seiner Aktionen sind fürchterlich und taten beim Lesen in der Seele weh. Jederzeit hätte ich gerne Johanna und Moritz von ihm weggezogen, um die beiden aus Raffaels schädlichen Einfluss zu befreien.
Doch was macht das Buch abseits dieser Dreiecksbeziehung noch aus? Ist es die Geschichte an sich, die Beschreibungen, der Handlungsort, die Sprache, die Eigenheiten der Figuren? Die Handlung an sich als konventionell zu bezeichnen wäre etwas argwöhnisch der Autorin gegenüber, aber man muss zugegeben, dass es schon unzählige Bücher und Geschichten über gescheiterte Dreiecksbeziehungen gegeben hat und auch immer geben wird. Zuletzt habe ich ein ähnlich gelagertes Buch gelesen (siehe: Schlaraffenland aus dem Septimeverlag), welches nicht mal annähernd die Qualität von „Dunkelgrün fast schwarz“ hatte und das obwohl es auch einen ähnlichen Tonfall hatte, jedoch weniger echte Figuren.
Manche Meinung, die ich im Nachhinein gelesen habe, konstatiert, dass die Geschichte zu vorhersehbar wäre. Das empfand ich wiederum nicht. Die (An-)spannung war für mich beim Lesen ständig hoch und man hatte fast immer eine Ahnung, dass bald etwas ans Tageslicht gehoben wird, was in der Vergangenheit begraben liegt und ans Licht kommen muss, um allen ein wenig mehr Frieden zu schenken. Diese Negativität und Brutalität liegt schon allein in der Natur, wie die Figur Raffael angelegt ist. Doch was genau kommt, dass hatte ich nie vor Augen, nur dass es eben nichts Gutes sein kann.
Was dieses Buch aber so besonders macht ist die Lebensechtheit aller ihrer Figuren. Keine wirkt irgendwie abgehoben, verschroben vielleicht noch, aber nicht auf die Art mit Dingen überladen, dass sie nicht mehr glaubwürdig erscheinen. Dabei macht die Autorin auch nicht den Fehler, irgendwas zu erklären oder dem erzählten hinzuzusetzen, was es dann wieder zu aufdringlich wirken lassen würde.
Nehmen wir dazu als Beispiel Moritz und seine Synästhesie. Diese besondere Form der Wahrnehmung seiner Umgebung, indem man etwas mit Farben oder Geschmäckern verknüpft, war mir im Vorfeld bekannt und so hatte ich keine Berührungsängste damit, als bei Moritz auf einmal die Farben sprühten. Im eingangs erwähnten Leserbrief von Tobias Nazemi an Mareike erzählt dieser (zur Info: er hat im Vorfeld Leseproben als Rohfassung von Mareike bekommen), dass es genau diese Stelle war, die ihm beim Probelesen hat verzweifeln lassen und ich kann das vollauf nachvollziehen, denn es wirkt im ersten Moment wie aufgesetzt und hätte Mareike an dieser Stelle auch nur zwei Seiten mehr davon vom Stapel gelassen, dann hätte es ganz schnell ins Negative kippen können. Es war bei mir die Schlüsselstelle im Roman, die mir Moritz so richtig nah gebracht hat. Doch es war auch der Moment, an dem ich kurz innerlich aufstöhnte und vor mir herbetete, gar hoffte, dass Mareike es nicht übertreibt. Wie man an meiner euphorischen Stimme hören kann, hat das Hoffen geholfen. Und so verfährt sie mit allen Figuren im Roman. So nimmt man Marie ihren Biotick ab, Raffaels AK- Dasein ebenfalls und auch Johannas Art, sich zu unterwerfen. Man merkt, dass sich Mareike richtiggehend in ihre Figuren hineinversetzt und sich mit ihren Eigenarten, ihrer Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auseinandergesetzt hat und ich nehme mal an, dass es ganz schön Kraft gekostet hat, es so zu schreiben.
Doch noch etwas hebt diese relativ normale Geschichte über das Normalmaß hinaus. Einmal der Ort, an dem die Geschichte spielt und die Sprache. Nehmen wir uns erst einmal den Ort zur Brust. Aus meinen bisherigen Besuchen der Alpen (es waren nicht viele) in meiner Jugendzeit kann ich diese besondere Stimmung, die Dörfer und Kleinstädte in dieser Region atmen, zumindest ein klein wenig nachvollziehen. Aus Sicht des Urlaubers ist das sicher ganz schick, wenn man da seine Freizeit für zwei Wochen oder so verbringen darf. Aber aufwachsen? Die Verschwiegenheit der Einwohner ertragen? Selber so werden? Dieses Erdrückende der Berge, die auf einen zuzukommen scheinen? Komme ich nicht mal im Entferntesten dahinter. Doch Mareike nimmt mich als Leser an die Hand und führt mich durch ihre Heimat Hallein. Geht mit mir durch die Gassen, führt mich in die Gänge des Gymnasiums vor Ort, welches sie selber besucht hat, zeigt mir die Eigenheiten dieses Städtchens im Dunstkreis von Salzburg und ich verstehe im Ansatz, wie dieses Leben aussehen kann. Sie zeigt es mir anhand von Marie, die aus der Großstadt in dieses Örtchen ziehen muss und das Erdrückende anfangs kaum erträgt und sich diesem dann einfach ergibt oder sie zeigt es mir anhand von Raffael und Johanna, die vor dieser Enge fliehen und die Welt bereisen, letztendlich jedoch wieder zurückkehren müssen, wie von einem Magneten gezogen.
Und zu guter Letzt, bevor ich meine Schwärmerei beende, die ich anfangs gar nicht vorhatte zu schreiben (verrate ich euch gleich noch warum), komme ich noch auf diese Sprache zu sprechen, die diesen Roman in die oberste Liga katapultiert. Bevor ich aber darauf eingehe, muss ich nochmal auf die Bloggerin Mareike Fallwickl zurückkommen. Diese faszinierte mich, seit ich das Bücherwurmloch verfolge, durch ihre schnoddrige Art, Bücher vorzustellen. Dieses hart ins Gericht gehen, hop oder top und keine Rücksicht auf Verluste. Wenn ein Buch kacke war, dann sagt sie das auch unverblümt und direkt, kann es aber meist unter der Schicht aus Wut über das Geschriebene sehr gut begründen, warum sie dieses oder jenes Buch nicht mochte. Genau diese Art empfand ich als erfrischend und ich freue mich meist mehr darüber, wenn sie ein Buch in die Tonne tritt, da man dann sehr trefflich mitmachen oder sich an diesem negativen Ton reiben kann, wenn man eine andere Sicht hat. Ich schweife aber ab, es geht ja um die Sprache in diesem Buch. Genau den Ton, der im Blog durchscheint, erwartete ich irgendwie ebenfalls im Roman und man bekommt ihn geliefert und das in der ausgereiften Variante. Man merkt, dass hier eine schreibt, die es kann, sehr gut sogar. Jedes Wort sitzt, die Gefühle werden genau auf den Punkt beschrieben, kein Schnörkel zuviel. Ich hatte manchmal im Buch das Gefühl, dass das vulgäre zu sehr überhandnimmt, aber, und hier möchte ich auch den Vergleich zum schon genannten Schlaraffenland von Christoph Reicho ziehen, der es in diesem Buch so sehr übertrieben hat, dass es mir genau deswegen nicht gefallen hat. In Reichos Buch gab es auch eine Figur, der alles egal war und ebenfalls eine Dreiecksbeziehung, aber die Sprache dort war so übertrieben vulgär, dass man nur noch die Nase rümpfte. Mareike macht diesen Fehler nicht. Ich hatte immer das Gefühl, dass alles genau richtig ist und wollte deshalb weiterlesen.

Der Hype ist berechtigt Leute! Kauft dieses Buch und lasst euch gefangen nehmen!

 

Als ich das Buch angefangen habe, wollte ich dem Hype nicht glauben, der dem Buch vorausging. Ich wollte es entgegengesetzt angehen und den kleinsten Fehler im Berg suchen. Und was soll ich euch sagen? Ich habe keinen beziehungsweise nur klitzekleine gefunden, was daran lag, dass ich mich einfach nicht mehr auf die Suche machen wollte. Von perfekt bei einem Debütroman zu sprechen wäre sehr vermessen, was sollte denn dann noch von der Autorin kommen? Aber dieses Buch ist perfekt mit der Maßgabe, dass es eine Geschichte gefühlvoll erzählt, sich Zeit für seine Figuren nimmt und diese ernst genommen werden. Dieses Buch ist kein Kuschelbuch, was ich eingangs schon erwähnte. Es kratzt, beißt, spuckt dich an und ist verletztend, aber, und das ist das Entscheidende, es unterhält genau aus diesen Gründen. Für mich zusammen mit Jesmyn Ward mein persönliches Jahreshighlight und es wird schwer werden, es von diesem Sockel herunter zu bekommen.

Und nun werde ich mal alle Kritiken (wie ihr seht, bin ich echt spät dran, zumindest aus Bloggersicht J), die ich euch am Ende von diesem Beitrag verlinke, durchlesen und schauen, ob jemand negative Dinge dazu zu sagen hat. Ich kann es mir kaum vorstellen.

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11 Kommentare zu „[Rezension]: Mareike Fallwickl – Dunkelgrün fast schwarz

Gib deinen ab

  1. du willst die ganze latte der besprechungen durchlesen? respekt! :-)

    im übrigen ist mareikes buch wirklich sehr schön, auf jeden fall, aber auch nicht so überirdisch, wie man es fast überall liest. insofern hätte man, anstatt der gehypten bewunderung, auch mal über das, was und wie sie es geschrieben hat, diskutieren können.

    grüße
    gerd

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    1. Hallo Gerd,

      zumindest anlesen werde ich alle. Da wahrscheinlich 99% Euphorie dabei sind, wird es schnell langweilig. Ich will mich eher auf die Suche nach den Krümel Kritik machen, die es, ähnlich wie bei dir, sicher auch anderswo geben wird.

      Zu deinen Kritikpunkten nehme ich bei dir auf dem Blog Stellung. Soviel hier an dieser Stelle. Ich traue ja keinem Hype und bin auch bei Mareikes Buch mit einer gesunden Portion Skepsis heran gegangen. Doch diese verflogen schon nach ein paar Seiten. Ich hoffe, ich konnte meine Kritikpunkte heraus arbeiten, auch wenn sie klein waren. Deine Punkte bezüglich Frauenbild und zeitliche Verhackstückelung der Geschichte verstehe ich voll und ganz, haben aber bei mir den Lesegenuß nicht getrübt.

      Liebe Grüße
      Marc

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      1. lieber marc, danke für deine antwort.

        ich will ja gar nicht mal von kritik reden, das ist ja ein irgendwie negativ besetzter begriff. diskussionwürdig gefällt mir eigentlich besser… gerade dieses frauenbild, das mareike da gezeichnet hat, das fand ich persönlich sehr interessant und ich wundere mich ein bischen, daß das irgendwie von allen einfach so übergangen/akzeptiert wird. auch mareike, die meine besprechung ja kennt, ist da mit keinem wort drauf eingegangen.

        diese ‚verhackstückelung‘: der eine finds gut, der andere weniger. das ist eben so. bei mir hat es eben den lesefluß etwas gestört, aber das bedeutet ja noch lange nicht, das die autorin bzw. das buch ’schlecht‘ ist….

        ich wünsch dir ein schönes wochenende!
        gerd

        Gefällt 2 Personen

      2. Hallo Gerd,

        habe mir übers Wochenende nun wirklich alle Artikel zunindest ansatzweise vorgenommen. Bei einigen war es doch arge Schwärmerei, während es andere wiederum sehr gut begründen konnten, warum sie das Buch mochten.

        Ich denke mal, dass die meisten das Frauenbild einfach so akzeptiert haben und glaube auch, dem keine große Bedeutung beigemessen haben. Im Grunde hast du mit deinen Ausführungen bei dir auf dem Blog schon recht. Für mich persönlich stand es nicht so im Vordergrund, da ich es unter dem allgemeinen Tenor der „Unterwerfung“ gesehen habe. Entweder gegenüber der Situation oder gegenüber der Person. So war das an sich kein großes Thema. Diskussions- und interpretierwürdig ist es aber auf alle Fälle, da gebe ich dir recht.

        Liebe Grüße
        Marc

        Gefällt 1 Person

  2. Jetzt hab ichs, etwas verspätet, auch gelesen und stehe, wie man wohl an meiner Besprechung sieht, dem Buch etwas ambivalenter gegenüber. Vor allem hat mich dieser große Hype der vorangegegangen ist, ein wenig mißtrauisch und abwehrend gemacht.
    Es ist aber wahrscheinlich doch ein gutes Buch mit einem interessanten noch nicht so abgelutschten Thema.
    Es ist aber, was mich auch stört, weil das so beharrlich behauptet wird, kein Debut, weil ja schon ein erotischer Roman vorhanden ist und da würde ich gerne mal diskutieren, was ein Debut ist?
    Das erste Buch in dem Verlag, in dem es erschienen ist? Gut, dann sollte man das aber auch dazuschreiben! Liebe Grüße aus Wien!
    https://literaturgefluester.wordpress.com/2018/06/08/dunkelgruen-ist-fast-schwarz/

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Eva,

      zum Buch selber wurde ja schon viel gesagt. Das mit dem Debüt regt mich auch ein wenig auf, dass da so beharrlich drauf bestanden wird, es so zu benennen, ganz so, als ob das erste Buch nicht existiert. Doch gerade das wirkt wie eine kleine Fingerübung, wenn man sich grob den Inhalt anschaut. Sei es drum, beim Debütpreis wird es nicht auftauchen

      Liebe Grüße
      Marc

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    2. liebe jancak, ja, die frage nach dem debut… mareike hatte mich seinerzeit auf nachfrage hin darauf aufmerksam gemacht, daß es sich um ein „literarisches“ debut handelt…. sehr feinsinnig, diese unterscheidung, ich habe darauf auch in meiner besprechung reagiert (https://radiergummi.wordpress.com/2018/03/11/mareike-fallwickl-dunkelgruen-fast-schwarz/). ich denke, marketinggründe haben dafür den ausschlag gegeben, an einer stelle, die ich aber nicht mehr finde, hatte ich eine aussage mareikes dazu gelesen, daß sie nach wie vor zu ihrem erstling stehe….
      herzliche grüße
      fs

      Gefällt 1 Person

      1. Ja da kann man und das tue ich, ich gebe es zu und freue mich diebisch darüber, sich darüber amüsieren, das die Verlage da alles beispielsweise zu Marketingzwecke, als Roman bezeichnen, zum Beispiel Esther Kinskys „Hain“ und Debut ist alles, was man vermarkten will, da habe ich mich schon in Wien bei den O Tönen über ein Debut geärgert, wo ich schon vor Jahren, was von der Autorin gelesen habe.
        Ich finde das blöd und unehrlich, beziehungsweise was wahrscheinlich das Schlimmste daran ist, als eine Verarschung oder Manupulation der Leser, damit die doch, Bitte schön, das Debut oder den Roman kaufen und deshalb wehre ich mich dagegen oder schreibe dagegen an.
        Ich heiße übrigens Eva und das „Literaturgeflüster“ wird am Dienstag zehn Jahre alt, also besucht mich dort am 3. 7. Es gibt auch was zu gewinnen, ein paar Romane, ein paar Erzählungen aber keine Debuts!

        Gefällt 2 Personen

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