[Notiz]: Indiebookchallenge – Außerhalb der Erde (#nichtvonhier)

Indiebookday? Challenge? Was will der von uns?

Den Indiebookday gab es in diesem Jahr schon das sechste Mal. Wenn man dem Kindergartenalter entwächst und die Schule langsam in Sicht kommt, muss auch etwas neues ausprobiert werden. Doch vorher möchte ich für alle, die es vielleicht noch nicht wissen, was überhaupt der Indiebookday ist oder was man da macht, diesen für Buchmenschen besonderen Tag ein wenig erklären.
Dieser eine Tag, der vor sechs Jahren vom mairisch Verlag initiiert wurde, soll dabei helfen, den kleinen, unabhängigen Buchverlagen etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. An diesem einen speziellen Tag soll man in die Buchhandlung seines Vertrauens gehen, ein Buch aus den gutsortierten Auslagen nehmen, welches in einem der vielen unabhängigen Verlagen erschienen ist (Kriterien, was einen unabhängigen Verlag auszeichnet und eine Auswahl an verschiedenen Verlagen findet ihr bei den KollegInnen vom Blog „We read Indie“ oder bei der „Kurt-Wolff-Stiftung“) und sich damit in besagter Buchhandlung porträtieren oder neudeutsch ein Selfie machen. Fertig waren die einfachen Vorgaben für diesen einen Tag, der sich seither immer größerer Beliebtheit erfreut. Jedes Jahr erfährt er immer mehr Aufmerksamkeit, eine größere Anzahl an Buchhandlungen machen mit und die Tags in den sozialen Netzwerken schießen an diesem einen Tag durch die Decke. Wie schon erwähnt, sollte die Aufmerksamkeit auf die Kleinen der Buchzunft gelegt werden. In meinem Plädoyer, welches ich zu Anfang des Jahres veröffentlicht habe (siehe hier), erwähnte ich schon, wie viel Herzblut die kreativen Köpfe hinter den Verlagen in ihre Arbeit stecken. Heraus kommen dabei richtig gute Werke, bei denen nicht nur der Inhalt stimmig, sondern auch das Gesamtergebnis Buch an sich ein Erlebnis ist.
Nun wurde aus dem Indiebookday heraus erstmalig die Indiebookchallenge geboren. Bei dieser Challenge geht es vor allem darum, die Aufmerksamkeit auf die Indiebücher auch über das Jahr bis zum nächsten Indiebookday aufrecht zu erhalten. Mit wöchentlich abwechselnden Themen werden jede Woche Buchtipps zusammen gestellt und von verschiedenen Blogs, Verlagen oder Buchhandlungen präsentiert. Jedes Motto hat dabei (fast) immer eine Art Kurator beziehungsweise Paten, der das wöchentlich anstehende Thema auf seiner Plattform in seiner ganz persönlichen Art präsentiert.

Nicht von hier oder zeige Bücher, die nicht auf der Erde spielen

In der aktuellen Woche, die vom fünften Mai an anläuft, bin ich nun an der Reihe und bin, um es hochtrabend auszudrücken, der Kurator, um euch das Thema „Bücher, die nicht auf der Erde spielen“, welches in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #nichtvonhier seine Runde machen soll, zu präsentieren. Wer mich kennt wird sicher nicht die üblichen Verdächtigen erwarten und so machte ich mich in den Katalogen der Verlage, die mich in den letzten Jahren begeistert haben, auf die Suche nach diesen Büchern. Dabei habe ich meinen Fokus nicht nur auf Bücher gelegt, die Science- Fiction präsentieren. Auch träumerisches, Fantasy und andere Begebenheiten, die nicht unweit oder sogar auf der Erde spielen könn(t)en habe ich heraus gefischt. Viel Spaß mit dieser Liste, vielleicht ist ja das eine oder andere für euch dabei.
Wenn man die Zeile „Nicht auf der Erde“ liest, dann denkt man sofort an diese unendlichen Weiten da draußen, an das schwarze Nichts, an kleine grüne Männchen, an unerforschte Gebiete, die unseren nicht mal im Entferntesten ähnlich sind. Doch ich denke dieses Thema an dieser Stelle einmal weiter und will gar nicht so weit gehen. Denn auch Träume können nicht von hier sein und doch steht man mit beiden Beinen auf der Erde. Auch Parallelwelten können „nicht von hier sein“ und ebenfalls auf der Erde spielen. Alles ist möglich, vieles kann passieren. Ich bin gespannt, ob euch die Liste zusagt und würde mich über Kommentare eurerseits freuen, bei denen ihr natürlich ebenfalls Buchtipps abgeben könnt, die „erdenfremd“ sind.

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Cover © Edition Phantasia

Diesem Autor kann man wohl einen Namen konkret zuordnen: Robinson Crusoe. Doch darüber hinaus? Mir persönlich jedenfalls war nichts bekannt, außer dem Fakt, dass sich Defoe als Autor mit Abenteuerliteratur beschäftigte. Jedenfalls, bis ich mich mit obigem Thema auseinandersetzte und unter anderem bei Joachim Körbers Verlag Edition Phantasia über „Der Konsolidator“ stolperte (na gut, Joachim schubste mich in diese Richtung). Neben den ganzen Abenteuerromanen hat „Der Konsolidator“ etwas Besonderes, denn er trägt Züge der Science-Fiction und ist ein früher Vertreter von diesem Genre.
Ich gebe zu, das ich mir die Ausgabe von der Edition Phantasia (noch) nicht geleistet habe, da ich das Kleingeld aktuell auf wortwörtlich anderen Baustellen benötige. Dieses Buch ist auf 125 Stück begrenzt und wird mit einer Nummerierung ausgeliefert. Wer die Edition Phantasia kennt, der weiß, dass er hier hochwertigstes Buchhandwerk bekommt für diesen Preis, der auf der verlagseigenen Seite mit 49,-€ veranschlagt wird. Für die Vorstellung des Buches an dieser Stelle habe ich mich jedoch in die vom Verlag zur Verfügung gestellte Leseprobe hinein gelesen und kann Joachim Körber bestätigen, der mir in einem privaten Chataustausch vorwarnte, dass dieses Buch sehr anspruchsvoll ist und einen ordentlich heraus fordert. Ich behalte es im Auge, vielleicht ist bis Weihnachten noch ein Exemplar übrig, welches ich mir dann unter den Baum legen lasse.

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Cover © Luftschacht Verlag

Wer um den Luftschacht Verlag einen Bogen macht, der begeht einen Fehler. Hier wird großartige Literatur in einem sehr schönen Format geliefert. Alle bisherhigen Bücher, die ich aus diesem Verlag in meinen Bestand aufgenommen hatte, waren wundervoll gebundene Buchkunstwerke mit manchmal speziellem Inhalt, der sich erst auf den zweiten Blick erschließen konnte oder auch gar nicht (so erging es mir zum Beispiel bei „Verwüstung der Zellen“ von Markus Mittmansgruber, welches ein sprachliches Feuerwerk war, sich mir aber inhaltlich nicht erschloss).
So erscheint auch Sebastian Guhrs Buch „Die Verbesserung der Träume“ eines dieser Bücher zu sein, die, wenn man nur den Klappentext beziehungsweise die Kurzbeschreibung liest, keine vielsagenden Rückschlüsse auf das gesamte Buch zulassen. Das muss man sich erarbeiten und das lohnt sich garantiert. Ein Buch, welches seit Erscheinen auf meiner sehr, sehr langen Wunschliste steht. Wird langsam Zeit, es sich aus der nächsten Nähe anzuschauen. Aus aktuellem Anlass möchte ich an dieser Stelle auch noch erwähnen, dass Sebastian Guhr mit einem noch nicht veröffentlichten Manuskript auf der Shortlist für den „Blogbuster 2018“ steht.

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Cover © Frankfurter Verlagsanstalt

Auch die Frankfurter Verlagsanstalt darf in dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen. Mit Ruth Cerha und ihrer „Traumrakete“ bleiben wir zum ersten Mal richtig auf der Erde und begeben uns eher ins psychische Gefilde, was auch ein sich entfernen vom Erdboden sein kann.  Träume können dich an die entferntesten Phantasiewelten bringen, die schrecklichsten Albträumen durchleben lassen oder Dinge wahr werden lassen, die im echten Leben nicht funktionieren.
Da ich leider keine richtige Zeit hatte, mich mit der Leseprobe auseinanderzusetzen, erwähne ich einfach mal einen Ausschnitt aus dem Werbetext des Verlages, der einen schönen Vorgeschmack auf die Geschichte gibt, die sich mit Träumen und deren Interpretation beschäftigt.
„In ihrem Roman »Traumrakete« schickt Ruth Cerha ihren sympathischen Helden auf eine spannende Spurensuche in die eigene Psyche. Sein Weg führt durch geheimnisvolle Traumwelten, über die Brücke zwischen Bewusstem und Unbewusstem bis in den toten Winkel der eigenen Familiengeschichte. Cerha zeigt, wie verdrängte Wahrheiten Fährten auslegen, die weit über die Generationen hinweg ihre Wirkung entfalten.“ Klingt ganz nach einem Buch, welches ich gerne lesen möchte.

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Cover © Matthes&Seitz

Ein Brocken von einem Buch. 1000 Seiten klingt ja erst einmal stundenlangem Schmöckerspaß. Liest man sich jedoch den Klappentext durch, klingt das eher nach einer Tour de Force, welche uns in sphärische Himmelshöhen und abgrundtiefe Höllenschluchten zu stürzen scheint, nur um uns dann auf der guten alten Erde wieder auszuspucken. Ein Buch, ganz nach meinem Geschmack. Ist vorgemerkt!

 

 

 

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Cover © Sepime Verlag

Letztes Jahr sind mir mehrere Bücher aus dem Septime Verlag ins Auge gefallen. Markante Zeichnungen, mit wenigen Strichen auf dunkelblauem Hintergrund dahin geworfen. Auch in meiner Timeline auf facebook wird mit markanten Worten von Denis Scheck für diese Bücher geworben. Irgendwas mit 22.Jahrhundert und ein Vergleich mit Kafka. Aber das soll für dieses eine Werk nicht zur Debatte stehen, denn „Helligkeit fällt vom Himmel“ ist, wenn man der Beschreibung auf verlagseigener Seite trauen darf, ein irrer Trip auf einem fremden Planeten, erotisch und mit Gewalt aufgeladen.

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Cover © Homunculus Verlag

Ein Verlag von drei jungen Menschen direkt (?) nach dem Studium gegründet, um abseitige Geschichten in einer besonderen Verpackung zu präsentieren. Diese drei haben mir mit dem homunculus Verlag schon einige schöne Stunden beschert. Besonders in Erinnerung blieb mir Mitbegründer Philip Krömer mit seinem Roman „Ymir oder aus der Hirnschale der Himmel“, welcher sehr absurd und saukomisch daher kam.
Doch in dieser Runde soll es um eine Anthologie gehen, eine Geschichtensammlung unter dem Motto „Dunkle Energie“. Neben der ganzen Verlagsarbeit vertreiben die Homuncoli auch das buchgewordene Heft Seitenstechen, dass einmal im Jahr unter einem bestimmten Motto Geschichten, Lyrik und Textexperimente vereint. Die zweite Ausgabe beschäftigte sich mit der „Dunklen Energie“, was teilweise auch mit dem All zu tun, aber nicht nur. Aber lest selbst hinein. Ich kann es euch nur empfehlen. Das Heft und natürlich auch den Verlag im Allgemeinen.

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Cover © Kein&Aber

Ich habe zwar schon an manchen Stellen gelesen, dass der Kein&Aber- Verlag an der Grenze dessen vorbei geht, was einen Verlag aus dem unabhängigen Bereich ausmacht. Seit ich blogge ist dieser Verlag bei mir aber unter der Rubrik Indie abgespeichert und wird deshalb hier auch als Vertreter für diese Runde mit einem Sachbuch genannt. Dieses Buch ist mir erstmals vor einiger Zeit auf Petra Wiemanns Blog „Elementares Lesen“ aufgefallen, aber leider wieder etwas in den Hintergrund getreten. Für die Indiebookchallenge grabe ich das Buch aber gerne aus meinem Gedächtnis aus.
Hier geht es vor allem um das Thema, ob es vorstellbar ist, dass es außer uns Menschen noch anderes intelligentes Leben im Universum gibt. Seit ich aus der Schule raus bin (immerhin auch fast 20 Jahre her) war dieses Thema für mich eher philosophischer Natur und hatte meist nicht den Anschein, sehr wissenschaftlich behandelt zu werden. Das ist in diesem Buch etwas anders und die Herangehensweise erscheint naturwissenschaftlich geprägt. Jetzt, seit ich die Besprechung bei Petra erneut gelesen habe, weiß ich auch wieder, warum ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Solltet ihr auch tun. Ein spannendes Thema, mit dem man ganze Abende mit Gesprächen darüber füllen kann.

Habt ihr da draußen weitere Tipps auf Lager? Dann bitte ab in die Kommentare damit. Weiterhin könnt ihr auf der facebook-Seite der indiebookchallenge alle bisherigen und auch die zukünftigenTipps der Challenge nachschauen. Bisher wirklich ein sehr buntes Programm, was da zusammen gekommen ist. Dafür bräuchte man drei Leseleben, um alles lesen zu können.

 

 

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2 Kommentare zu „[Notiz]: Indiebookchallenge – Außerhalb der Erde (#nichtvonhier)

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    1. Vielen Dank, das Lob gebührt aber nicht mir, sondern dem Mairisch Verlag, die das alles organisieren.
      Allgemein gesagt: Ja, es sollten viel mehr unabhängige Verlage in den Blogs präsentiert werden. Da passiert leider immer noch zu wenig.

      P.S. Willkommen auf meinem Blog.

      Gefällt 1 Person

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