[Nino Leseherbst]: Aller Anfang ist leicht – Der Einstieg in „Die Katze und der General“

Erst einmal heißt es: Auf in die Vergangenheit in einem megalangen Prolog

Wenn man sich manche Kritiken vom literaturcafe ansieht, dann fällt auf, dass die zwei Betreiber viele Dinge nicht mögen. Bei sprachlicher Verliebtheit gehen sie die Decke hoch und auch manch kreativen Ansatz haben sie schon so manche Male in der Luft zerrissen. In meinem Kopf schon legendär war ihr Verriss der Einreichungen zum Blogbusterpreis 2018, wo sie an den meisten Kandidaten kein gutes Haar gelassen haben. Warum ich das hier erwähne? Vor allem wegen zwei Dingen. Zum einen, weil dort jedes Jahr in etwas überspitzter Art die Langlistennominierungen zum Deutschen Buchpreis sprachlich auseinander genommen werden und dort bei Nino Haratischwilis Katzen und Generalsabrechnung kein gutes Haar gelassen hat – nach nur einer Seite. Wie man daran ein ganzes Buch aburteilen kann, ist mir schleierhaft, tut aber hier nichts zur Sache. Denn wenn das literaturcafe etwas nicht leiden kann, dann sind das Prologe. Sozusagen Vorankündigungen des Kommenden, Vergangenheitsgeschwafel, irgendeine Verbindung zum Hauptplot, die erst einmal geschaffen werden muss. Und was hat es bei diesem Buch mit dem Prolog auf sich? Er geht über 70 Seiten! Nur nennt die Autorin es glücklicherweise nicht so und es ist auch nicht ganz so schlecht geschrieben, wie uns auf dem Literaturcafe weißgemacht wird. (wer mehr wissen will, der folge dem Link: Klick)

Holpriger Start, doch dann Lesegenuss mit kleinen Abstrichen

Doch nun zum eigentlichen, zu meinen ersten Leseeindrücken zu diesem Buch. Der Beginn gerät aber dann doch in der Tat holprig. Wie auf dem verlinkten Text vom Literaturcafe angedeutet, geraten einige Bilder in den ersten Zeilen ins Rutschen. Alleine den ersten Satz musste ich dreimal lesen, bis ich über ihn hinweg kam. Das war wie ein stotternder Motor, der ein paar Startprobleme hat. Doch dann schnurrte das Kätzchen (welches Bild, wenn man sich den Titel des Buches vor Augen führt) und ich konnte, sobald ich das Buch zur Hand nahm, durch die Seiten rasen und es war zu 98% ein Genuss. Da war mir kaum ein Wort zu viel, eine sagenhafte Atmosphäre wird da auf den ersten Seiten geschaffen. Manchen wird beim Lesen einige der Abschweifungen, die zu Hauf vorkommen, sauer aufstoßen, aber mir haben sie nichts ausgemacht. Ganz im Gegenteil formten sie ein Bild von dem Mädchen Nura in meinem Kopf, welche in diesem Prolog beschrieben wird und die Hauptrolle einnimmt.
Dann der Orts- und Zeitwechsel. Der Sprung geht nach Berlin und in die Gegenwart. Ich musste mich erst einmal neu orientieren und stecke aktuell noch mittendrin in dieser Phase, versuche es alles mit der Vergangenheit in Einklang zu bringen. Der Ton ist vorerst ein anderer. Aufgrund des Klappentextes ist man schon eingenordet, wohin der Hase laufen wird und düstere Vorahnungen schlagen in mir an. Ich bin gespannt, wohin die Reise gehen wird und habe dabei immer auch die schlechten Kritiken im Kopf, die dem Ganzen die Sinnhaftigkeit absprechen. Bisher kann ich das aber nicht entdecken. Weder unrealistische Figurenzeichnung, noch hirnrissige Plotentwicklungen. Da ich aber gerade mal bei Seite 140 bin, kann da noch viel kommen. Eines finde ich aber bemerkenswert für mich selbst – die Sprache der Autorin. Bei vielen wird genau diese bemängelt, dass sie zu blumig schreibe, zu aus- und abschweifend und auf der anderen Seite zu konstruiert und zu einfach. Ersteres nehme ich bei diesem Buch gerne mit und bewusst in Kauf und freue mich schon die nächsten 140 Seiten (von knapp 800). Das zweite, dass die Autorin zu einfach schreibe, kann ich für mich nicht sagen. Ich finde, dass sie zumindest zurecht auf der langen Liste des Deutschen Buchpreises gelandet ist. Ob es kurzlistenwürdig ist? Das muss ich noch heraus finden.

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