[Nino Leseherbst]: Katzengejammer

IMG_20181002_145345_887.jpgNun ein Lesegenuss fast ohne Abstriche

Der zweite Beitrag zum Nino Leseherbst und immer noch stecke ich “nur” in “Die Katze und der General” fest. Ich bin mittlerweile bei über der Hälfte. Da mögen viele einwenden, warum braucht der denn so lange? Das liegt einfach daran, dass ich meist nur eine maximal zwei Stunde pro Tag habe, um am Stück lesen zu können und das auch nicht unbedingt jeden Tag. Dazu lese ich parallel auch noch Stephan Thomes „Gott der Barbaren“ und deshalb komme ich eigentlich nur langsam voran. Jedoch empfinde ich das als nicht schlimm, denn fast jede Seite ist mittlerweile ein Genuss bei dieser Geschichte.

Zurecht auf der Shortlist, aber nicht buchpreiswürdig

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Seit über einer Woche wissen wir, dass Nino Haratischwili für dieses Werk nicht mit dem Deutschen Buchpreis bedacht wurde. Da ich den prämierten Roman „Archipel“ nicht gelesen habe, nehme ich es mir nicht heraus, zu sagen, dass Nino eher den Preis verdient gehabt hätte. Mache ich auch nicht, weil ich der Meinung bin, dass Ninos Buch wohl zu Recht auf der langen Liste stand. Für die Shortlist waren in der ersten Hälfte, insbesondere auf den ersten zweihundert Seiten, zu viele sprachliche Bilder enthalten, die schief geraten sind, an denen man hängen bleibt, aber eher, weil sie mehrere Fragezeichen hinterlassen. Doch das soll als eher lästig in das Tagebuch aufgenommen werden, störend oder gar als negativ einnehmend würde ich diese Beschreibungen nicht in meine Zwischenkritik aufnehmen. Im Gegenteil, Nino Haratischwili forciert die Geschichte immer mehr, zieht die Spannungszügel nach und nach an, wobei das aber nicht so zu verstehen ist, dass es da richtig zur Sache geht. Vielmehr ist es ein sanftes Anziehen. Da man durch den Klappentext schon weiß, was in Tschetschenien passiert ist, was Nura zustieß, die wir im Prolog kennen gelernt haben, konzentriert sich die Autorin mehr auf die Gegenwart und den darin agierenden Figuren, die der Vergangenheit nachforschen wollen beziehungsweise ihr zu Leibe rücken. Das alles legt Nino Haratischwili so großartig zurecht, wie auf einem Schachbrett positioniert sie ihre Figuren. Dabei mäandert sie immer wieder in andere Richtungen, lässt die jeweiligen Figuren in Rückblicken andere Nebenfiguren zu Wort kommen und erklärt anhand diesen Einschüben die jeweiligen Motivationen der Hauptträger der Geschichte. Manchen wird das zu betulich sein, anderen zu aufgesetzt oder gar langatmig. Man könnte einwenden, dass man das auch straffer erzählen könnte. Ich bin aber der Meinung, dass es genau diese Art des ausschweifenden Erzählens ist, welche mich für dieses Buch einnimmt, mich mit den Figuren mitfühlen lässt.

Bisher würde ich sagen, dass es in meinem persönlichen Jahresrückblick sicher eine Erwähnung wert ist, für das Treppchen wird es wohl aber nicht reichen. Da waren bisher schon eindeutig intensivere Titel im Blickpunkt, an denen „Die Katze und der General“ nicht vorbei kommt.

In meiner persönlichen Nino Leseherbstreihe ist bisher dieser Artikel noch erschienen: Aller Anfang ist leicht – Der Einstieg in „Die Katze und der General“

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