[Rezension]: Jan Drees – Sandbergs Liebe

Irres Gaslichtflimmern

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Jan Drees hat mit seinem Roman einem Phänomen ein belletristische Bühne bereitet, die mir selber nicht geläufig war und die mich, nachdem ich die dazugehörige Reportage bei der Sendung Zündfunk von Bayern 2 anhörte (siehe hier: klick, wurde auch vom Autor ausgearbeitet und moderiert), mit großem Schaudern versorgte. Es geht um das Gaslighting und wie gefährlich das für das Opfer werden kann, wenn es zu weit getrieben wird. Wobei, kann man es in dieser überhaupt nicht zu weit treiben? In der Reportage in der Sendung wird ein wirklicher Fall verhandelt, der zu Teilen auch in den Roman eingeflossen ist, sowie persönliche Erfahrungen des Autors. Doch was Gaslighting ist und wie das in dem Roman verarbeitet wurde, soll in dieser Besprechung Thema sein.
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Jan Drees hat mit seinem Roman einem Phänomen ein belletristische Bühne bereitet, die mir selber nicht geläufig war und die mich, nachdem ich die dazugehörige Reportage bei der Sendung Zündfunk von Bayern 2 anhörte (siehe hier: klick, wurde auch vom Autor ausgearbeitet und moderiert), mit großem Schaudern versorgte. Es geht um das Gaslighting und wie gefährlich das für das Opfer werden kann, wenn es zu weit getrieben wird. Wobei, kann man es in dieser überhaupt nicht zu weit treiben? In der Reportage in der Sendung wird ein wirklicher Fall verhandelt, der zu Teilen auch in den Roman eingeflossen ist, sowie persönliche Erfahrungen des Autors. Doch was Gaslighting ist und wie das in dem Roman verarbeitet wurde, soll in dieser Besprechung Thema sein.
Jan Drees hat mit seinem Roman einem Phänomen ein belletristische Bühne bereitet, die mir selber nicht geläufig war und die mich, nachdem ich die dazugehörige Reportage bei der Sendung Zündfunk von Bayern 2 anhörte (siehe hier: klick, wurde auch vom Autor ausgearbeitet und moderiert), mit großem Schaudern versorgte. Es geht um das Gaslighting und wie gefährlich das für das Opfer werden kann, wenn es zu weit getrieben wird. Wobei, kann man es in dieser überhaupt nicht zu weit treiben? In der Reportage in der Sendung wird ein wirklicher Fall verhandelt, der zu Teilen auch in den Roman eingeflossen ist, sowie persönliche Erfahrungen des Autors. Doch was Gaslighting ist und wie das in dem Roman verarbeitet wurde, soll in dieser Besprechung Thema sein.

Wenn die Liebe in psychischen Terror umschlägt

Der titelgebende Kristian Sandberg „erholt“ sich gerade auf Tenneriffa von irgendetwelchen, zu diesem Zeitpunkt unbekannten Problemen. Er verlängert sogar seine Auszeit und verbringt ungefähr einen Monat da. Kaum zurück erhält er ein Jobangebot in Hamburg in einem Lektorat. Zu seinem Glück fehlt dem Mittdreißiger nur noch die große Liebe. Um diese zu finden nutzt er auch Dating- Apps und bei einer dieser Anwendungen gibt es, nachdem er in Hamburg seine Arbeit angenommen hat, ein Match. Aufgrund vieler Übereinstimmungen kommt diese zustande.
Euphorisch schreibt er Kalina. Sie ist Zahnärztin, spricht 5 Sprachen und erscheint sehr lebenslustig. Durch ihre offene Art ist sie Kristian sofort sympathisch und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Doch schon bald fangen die Merkwürdigkeiten an. Erst sind es nur Kleinigkeiten, eine unverhofft abgesagte Verabredung oder Meinungsverschiedenheiten, die immer mehr zu Kristians Nachteil ausgelegt werden, so dass dieser sich immer mehr hinterfragt, ob er richtig liegt mit seinen Behauptungen. So wird Kristian nach und nach zu einem psychischen Wrack, der trotz allem, was ihm angetan wurde, immer noch in Kalina verliebt ist. Wird es für Kristian einen Ausweg aus diesem Dilemma geben?

Gaslighting – Ein ernstzunehmendes psychisches Phänomen

IMG_20190211_135037_809.jpgDem Begriff des Gaslighting wird man im ganzen Roman kein einziges Mal über den Weg laufen, vielmehr steht dieses Phänomen Pate für diese Geschichte, die in atemlosen, stakkatohaften Abschnitten das Werden und das gewollte Scheitern einer Liebe durchexerzieren, um zu zeigen, wie gefährlich dieses Phänomen für das Opfer in dieser Beziehung werden kann. Doch was bezeichnet Gaslighting überhaupt? Dieser Begriff geht auf die gezielte psychische Beeinflussung des Partners zurück, um diesen gewollt oder ungewollt unter Kontrolle zu bringen, seine Wahrnehmung der eigenen anzupassen, den Partner so weit zu treiben, dass er emotional nicht mehr weiter weiß. An dessen Ende steht meist eine Depression des Opfers oder der Selbstmord, weil dieser Mensch nicht mehr mit sich und seiner Umwelt zurecht kommt, da das Opfer meist die psychischen Machtspiele aus der Beziehung auf seinen eigenen Freundeskreise anwendet und sich viele von diesem abwenden. Am Ende von diesem Teufelskreis steht das Opfer meist alleine da und niemand hilft ihm mehr aus der Talsohle, was zu Isolation und zum Kreisen der Gedanken führt. Wenn dann der Partner sein Opfer fallen lässt, ist der Weg zum Selbstmord nicht mehr weit. Von den psychischen Störungen, die sich dann schon eingenistet haben und mit denen das Opfer umgehen muss, ganz zu schweigen.

Dem Begriff des Gaslighting wird man im ganzen Roman kein einziges Mal über den Weg laufen, vielmehr steht dieses Phänomen Pate für diese Geschichte, die in atemlosen, stakkatohaften Abschnitten das Werden und das gewollte Scheitern einer Liebe durchexerzieren, um zu zeigen, wie gefährlich dieses Phänomen für das Opfer in dieser Beziehung werden kann. Doch was bezeichnet Gaslighting überhaupt? Dieser Begriff geht auf die gezielte psychische Beeinflussung des Partners zurück, um diesen gewollt oder ungewollt unter Kontrolle zu bringen, seine Wahrnehmung der eigenen anzupassen, den Partner so weit zu treiben, dass er emotional nicht mehr weiter weiß. An dessen Ende steht meist eine Depression des Opfers oder der Selbstmord, weil dieser Mensch nicht mehr mit sich und seiner Umwelt zurecht kommt, da das Opfer meist die psychischen Machtspiele aus der Beziehung auf seinen eigenen Freundeskreise anwendet und sich viele von diesem abwenden. Am Ende von diesem Teufelskreis steht das Opfer meist alleine da und niemand hilft ihm mehr aus der Talsohle, was zu Isolation und zum Kreisen der Gedanken führt. Wenn dann der Partner sein Opfer fallen lässt, ist der Weg zum Selbstmord nicht mehr weit. Von den psychischen Störungen, die sich dann schon eingenistet haben und mit denen das Opfer umgehen muss, ganz zu schweigen.Dem Begriff des Gaslighting wird man im ganzen Roman kein einziges Mal über den Weg laufen, vielmehr steht dieses Phänomen Pate für diese Geschichte, die in atemlosen, stakkatohaften Abschnitten das Werden und das gewollte Scheitern einer Liebe durchexerzieren, um zu zeigen, wie gefährlich dieses Phänomen für das Opfer in dieser Beziehung werden kann. Doch was bezeichnet Gaslighting überhaupt? Dieser Begriff geht auf die gezielte psychische Beeinflussung des Partners zurück, um diesen gewollt oder ungewollt unter Kontrolle zu bringen, seine Wahrnehmung der eigenen anzupassen, den Partner so weit zu treiben, dass er emotional nicht mehr weiter weiß. An dessen Ende steht meist eine Depression des Opfers oder der Selbstmord, weil dieser Mensch nicht mehr mit sich und seiner Umwelt zurecht kommt, da das Opfer meist die psychischen Machtspiele aus der Beziehung auf seinen eigenen Freundeskreise anwendet und sich viele von diesem abwenden. Am Ende von diesem Teufelskreis steht das Opfer meist alleine da und niemand hilft ihm mehr aus der Talsohle, was zu Isolation und zum Kreisen der Gedanken führt. Wenn dann der Partner sein Opfer fallen lässt, ist der Weg zum Selbstmord nicht mehr weit. Von den psychischen Störungen, die sich dann schon eingenistet haben und mit denen das Opfer umgehen muss, ganz zu schweigen.

Die große, vergiftete Liebe

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Doch was soll das alles? Steht im Titel zum Buch nicht etwas von Liebe? Diese steht doch am Anfang von allem oder nicht? Und warum lässt sich Kristian überhaupt auf diese giftige Beziehung ein? Dazu muss man tiefer in die Psyche von Kristian blicken und auch ein paar Dinge sehen, die am Anfang des Romans noch gar nicht erwähnt werden. Vielmehr steht am Anfang der Beziehung eine Dating – App, die Kristian und Kalina aufgrund ihrer angegebenen Interessen zusammenführt und zum anderen die schnelllebige Zeit, in der die Partnerwahl sich sehr schwierig gestaltet aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten, die sich jedem bietet. Im Fall von Kristian ist es zum Beispiel so, dass er in ein Alter kommt, wo andere schon langjährige Beziehungen haben, womöglich schon Kinder, was an einem befreundeten Pärchen verdeutlicht wird. Kristian läuft dem Gefühl nach die Zeit davon. Das ist der Nährboden, auf den der Beginn der Beziehung zu Kalina fällt. Am Anfang des Buches dachte ich noch, lasst dir doch Zeit, überstürze es nicht mit den Liebesschwüren. Wenn man dann aber noch die Informationen aus der Mitte des Buches hat, die ein Puzzlestein aus Kristians Leben vor Kalina beschreibt, ergibt sich ein Gesamtbild, welches klar macht, warum sich Kristian Hals über Kopf in die Beziehung zu Kalina stürzt.
Dazu wird diese Frau als äußerst anziehend beschrieben und sie gibt ihm zu Beginn auch eindeutige Signale, sich in die Hände der Beziehung zu geben. Doch Menschen wie Kalina sind selber emotionale Wracks und versuchen ihre Unsicherheiten über Kontrolle und Machtspiele zu überspielen und da kommen Menschen wie Kristian gerade recht, die selber mit Unsicherheit beschlagen und damit das perfekte Opfer darstellen.

Jan Drees beschreibt diese Beziehung, die eigentlich nur über ein paar Wochen geht, sehr präzise und geht den Verlauf Punkt für Punkt ab, bis es für Kristian zu spät ist und er in dieser Foltermühle gefangen ist. Seine Liebe zu Kalina ist größer als sein Bauchgefühl, welches ihm sagt, die Finger von dieser Frau zu lassen. Es gibt einen Moment im Roman, relativ zu Beginn der Beziehung, wo sich Kristians Bauchgefühl meldet und er übergeht dieses einfach. Ab da hat Kalina leichtes Spiel. Die Sätze, die der Autor benutzt, um diese toxische Liebe zu beschreiben, sind kurz und knackig. Wie eingangs schon erwähnt, wird man als Leser stakkatohaft mit Informationen überschüttet, wird regelrecht in der Geschichte voran getrieben, so dass man am Ende atemlos die letzten Seiten umschlägt. Man kommt nicht umhin, weiter zu lesen, um zu schauen, wie es denn für Kristian ausgeht. Wird er es schaffen, diese Beziehung zu beenden? Wird das Spielchen zu weit getrieben? Oder ist es am Ende Kalina, die Krisitan den Gnadenschuss setzt? Das alles müsst ihr unbedingt selbst heraus finden, denn dieses Buch ist für mich eines der Romane der Frühjahrssaison 2019, welches man unbedingt gelesen haben muss. Beiweiten keine leichte Kost, aber es zeigt einem ein psychisches Phänomen, welches ans Tageslicht gezerrt gehört, um die Dunkelziffer des geistigen Missbrauchs in Beziehungen kleiner werden zu lassen und um den Betroffenen eine bessere Plattform für ihr Leiden geben zu können.

Wer sich noch näher mit dem Phänomen des Gaslighting auseinander setzen will, der schaut bitte bei dem Blog „Lesen mit Links“ vorbei, der vom Autor des Buches befüllt wird.

Vielen Dank an den Secession Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars. Weitere Besprechungen zu diesem sehr empfehlenswerten Buch findet ihr bei den folgenden Blogs:

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3 Kommentare zu „[Rezension]: Jan Drees – Sandbergs Liebe

Gib deinen ab

  1. Hallo Marc,
    dieses Phänomen des Gaslighting interessiert mich. Davon habe ich vorher noch nie gehört.
    Auf deises Buch wäre ich ohne Rezensionen nie aufmerksam geworden, denn das Wort Liebe im Titel schreckt mich ab.
    Aber hier sieht alles ganz anders aus.
    Ganz ehrlich: dein altes Design fand ich etwas antiquiert, das hier ist schöner!
    Alles Gute
    Silvia

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Silvia,

      vielen Dank erstmal für den Hinweis, dass die Themeumstellung Anklang findet 👍

      Das Buch ist wirklich etwas völlig anderes als es der Titel suggeriert. Dazu kann ich dir noch die Reportage vom Zündfunk empfehlen, die ich im Beitrag verlinkt habe. Damit und mit dem Buch hast du einen guten Eindruck zu diesem Phänomen.

      Liebe Grüße ma
      Marc

      Gefällt mir

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