[Gelesen,Gesehen,Gehört]: Eine persönliche Rückschau – Quartal 01-2019

Ist wirklich schon wieder ein Vierteljahr vergangen? Einfach so und weg? Der schiere Wahnsinn, wie es einem manchmal vorkommt, dass einem die Zeit durch die Finger rinnt. Doch es ist doch gar nicht so. Die Zeit vergeht immer gleich schnell, nur was man in ihr anstellt, kann immer wieder variieren. So waren die ersten drei Monate neben allem Stress auf Arbeit und dem ganzen Familienalltag bei mir pickepacke voll mit Büchern, ein paar Filmen und toller Musik und so ging alles schneller vorbei – was zu beweisen war. Angelehnt an den Monatsrückblick bei Poesierausch möchte ich euch einmal pro Quartal auch hier einen kleinen Rückblick auf das geben, was in den zurückliegenden Wochen alles so passiert ist bei mir. Da ich aber als Einzelner nicht so viel lesen, hören, sehen kann, wie den beiden, habe ich das Format für mich auf das Quartal ausgedehnt.

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Gelesen

Jede Menge guter Bücher und darunter fallen schon zwei Jahreshighlights – Kanada und Sandbergs Liebe, beide im Secessions Verlag erschienen und beide auf ihre jeweilige Art ein intensiver Ritt auf der Klaviatur menschlicher Fähigkeit seelische Schmerzen auszuhalten. Bei Jan Drees seinem Roman geht es um das Phänomen Gaslighting und wie es zerstörerische Kraft entfaltet und Menschen auch in den Tod treiben kann. Bei Kanada dreht sich die Handlung um einen Mann, der nach Hause kommt, wohl einem Wahnsinn in irgendeinem Krieg entflohen, und der sich in sich selbst verliert. Neben diesen sind auch viele andere Bücher durch die Finger geflutscht und ich habe für meine Verhältnisse sehr viel gelesen.
Daneben ist auch noch eine entscheidende Änderung eingetreten, die das Bloggen über die Bücher betrifft. Ich bin ab sofort mit sechs anderen fantastischen Menschen Redakteur bei der Seite „We read Indie“, die dadurch einen Neustart erfährt. Die bisherigen BetreiberInnen sahen keine Möglichkeiten mehr, diesen Blog mit Leben zu füllen und haben es nun uns als neuem Team übertreten. Erste Beiträge sind auch schon online gegangen, vor allem möchte ich auf die Frühjahrsvorschau von uns verweisen.

Gesehen

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Bildrechte: ©Fox (Lucifer), ©Lifetime (Unreal), ©Starz (Ash vs. Evil Dead), ©Channel 4 (Catastrophe)
  • Serien

Nachdem ich letztes Jahr endlich The Walking Dead weitergesehen habe (zur Info: Ich habe damals die erste Staffel angefangen, dann kamen die Kinder und da war erstmal kein Bock auf Zombies vorhanden) und dort bis zur 5. Staffel vorgedrungen bin, brauchte ich erst einmal eine Pause von den Untoten und bin auf andere, nicht weniger blutige Formate umgestiegen.

Ash vs. Evil Dead hatte ich irgendwann letztes Jahr die dritte Staffel angefangen. Dieses blutige Spektakel, welches sich zu keiner Sekunde ernst nimmt und auf der Filmreihe „Tanz der Teufel“ basiert, ist ein großer Spaß. Da geht es auch mal in einer Samenbank sehr blutig zu oder wird der Leichenkühlraum zur Untotenparade. Das darf und muss man nicht ernst nehmen, aber es sind richtig gute, übertriebene Effekte enthalten, die alle noch handgemacht sind und die Geschichte um das Buch der Toten wird in meinen Augen sehr gut weiter gesponnen. Allerdings ist das Schlussbild der letzten Folge etwas, hm nunja, gewöhnungsbedürftig. Es kann als Schlussakkord angesehen werden und Ashy Slashy endlich da angekommen, wo er hingehört, aber es wirft 1000 Fragen auf, dass man sich wünscht, eine vierte Staffel oder von mir aus auch ein Film würde dieses Ende noch fort spinnen. Doch hier liegen, entgegen Lucifer, alle Hoffnungen begraben.

Unreal ist eine Serie, bei die Machenschaften bei solchen Formaten wie „Der Bachelor“ aufs Korn genommen werden, indem hinter die Kulissen geschaut wird. War die erste Staffel noch eine bissige Dramasatire, baute das Format immer mehr ab. Es war zwar immer noch bissig, aber irgendwie boten die weiteren Staffeln nur noch konfuse Drehbücher und alles wirkte noch mehr auf den Effekt des größtmöglichen Dramas hingeschnitten, womit das Format zu vorhersagbar wurde. Dieses Muster wurde zwar in der finalen vierten Staffel durchbrochen, wirkte dadurch aber nur noch durcheinander. Viele Dinge wurden angerissen, aber entweder gar nicht oder nicht logisch weitergeführt. Die Serie wird mit einem Knall beendet, den man so nicht unbedingt hat kommen sehen, aber ich finde das Schlussbild aus der dritten Staffel hat mir als finales Bild besser gefallen.

Bei Lucifer wurde die dritte Staffel beendet. Zum Glück wird diese Serie fortgesetzt, denn das Schlussbild als letztes in Erinnerung behalten zu müssen, ohne das noch was hinterherkommt, wäre zu schade gewesen. Zum Glück hat sich Netflix der Sache angenommen und eine vierte Staffel produziert, die bald anlaufen wird (aber Vorsicht, in Deutschland läuft das Format aufgrund der vertraglichen Situation bei Amazon). Die dritte Staffel hatte das Problem, dass sie zu aufgebläht war. Auf 20 Folgen (oder waren es 22?) belief sich die Anzahl der Folgen und das merkte man vor allem zu Beginn. Bis die Geschichte ihren roten Faden hatte, dauerte es ein bisschen. Doch ab da war es erneut eine sehr köstliche Fernsehunterhaltung, mit brillant aufgelegten Schauspielern, die sichtlich Spaß an dieser Serie haben.

Catastrophe ist eine britische Fernsehserie, über die ich mit meiner Frau eher zufällig gestolpert bin. Es geht um Rob, der bei einem Londonaufenthalt mit Shannon eine One-Night- Stand- Woche hatte. Zurück in den USA erfährt er, dass Shannon von ihm schwanger ist und daraus entspinnt sich eine Art Coming of Age- Serie mit Menschen um die 40. Brüllend komisch und herrlich katastrophal, wie die zwei versuchen ihre Leben zu vereinen. Nun kam die finale Staffel, bei der nochmal alles aufgefahren wird. Insbesondere das Ende der dritten Staffel wird gekonnt weitererzählt und in die Geschichte verankert. Und die letzte Folge ist einfach nur zum Tränen verströmen gut. Dazu muss man wissen, dass Carie Fisher Teil des Casts war und Robs Mutter gespielt hat. Anstatt sie aus dem Script zu streichen oder gar irgendwie beiläufig abzuhandeln, haben die Macher eines der Besten Credits auf eine Schauspielerin gefunden, wie ich es bisher gesehen habe, indem sie sie zum Zentrum der finalen Folge machen. Besser geht es nicht. Unbedingt komplette Serie anschauen. 4 Staffeln a sechs Folgen lassen sich auch gut sehr schnell schauen.

  • Filme

Den dritten Teil von Drachenzähmen leicht gemacht musste ich unbedingt mit dem Großen anschauen. Als er bei einem Kino in der Nähe bei einer Veranstaltung extra für Kinder ebenfalls gezeigt wurde, war klar, dass wir da rein müssen. Den ersten Teil habe ich damals gesehen, bevor an eigene Kinder überhaupt zu denken war. Dieser Film war richtig gut gemacht, in der Animation und auch die Geschichte wirkte sehr erwachsen. Den zweiten Teil haben wir als Familie noch nicht sehen können, dafür nun den dritten. Durch viele Pixarfilme zwischendrin verwöhnt, musste man sich erstmal an die andere Grafik der Figuren gewöhnen, jedoch war es im Vergleich zum ersten Teil noch um einiges besser animiert. Auch die Geschichte konnte sich wieder sehen lassen und wer mit den Figuren mitfiebert muss am Ende mindestens ein paar Tränen verdrücken. Es war sehr emotional gemacht und richtig gut.

Wer die Filme Unbreakable und Split gesehen hat, der wird wissen, dass diese zwei Filme miteinander im Zusammenhang stehen. M. Night Shyamalan hat anfangs seiner Karriere mit The Sixth Sense und eben jenen Unbreakable Filme für die Ewigkeit gemacht. Danach nervten mich seine Filme immer mehr, wirkten irgendwie immer mehr erzwungen auf ruhig und auch unvorhersehbar gebürstet, dass es keinen Spaß mehr machte, sie anzuschauen. Irgendwann habe ich es nicht mehr weiter verfolgt, was von diesem Regisseur kam. Bis zum Zeitpunkt, als Split ins Kino kam. Den wollte ich unbedingt schauen, allein wegen dem Schauspieler James McAvoy, der die Rolle eines Menschen mit vielen gespaltenen Persönlichkeiten so genial spielte, dass es eine Freude war diesem zuzuschauen. Als dieser Film dann noch in der Welt von Unbreakable spielte, war die Freude umso größer. Und wie groß war die Freude, als es hieß, dass beide Filme in einer Art dritten Teil zusammengeführt werden. Zu großen Teilen war dieser Film auch wieder Shyamalan in seiner besten Form, wie er seine Figuren zum Ende für seinen großen Twist opfert, empfand ich als sehr schade. Es war zwar alles logisch aufgebaut, machte Sinn und war auch konsequent. Doch es war in meinen Augen auch verschwendet. Da werden die Figuren um die vermeintlichen Superhelden und –schurken mit einem Kraftakt aufgebaut und etabliert und dann? Weg mit ihnen, um das große Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Ich würde mir wünschen, dass da nichts mehr kommt, damit man mit diesem Schluss seine eigene Fantasie weiterlaufen lassen kann.

Gehört

Wer mich bei den Social Media Kanälen ein wenig verfolgt, der wird wissen, dass ich der elektronischen Musik vollkommen verfallen bin. Da kommt kein Blatt Papier dazwischen beziehungsweise eine andere Musikrichtung in die Quere. Allerdings innerhalb der elektronischen Musik bewege ich mich sehr vielseitig in vielen Sparten. So war der 22.02. in diesem Jahr ein besonders magisches Datum für mich. Gleich drei Alben standen für diesen Tag auf dem Zettel. Von Westbam, Florian Meindl und Modeselektor. Die ersten zwei habe ich noch nicht so vertiefen können, wie ich es gern gehabt hätte. Dafür habe ich mich mit Modeselektors Album „Who Else“ ausgiebigst beschäftigt. Beim ersten Anhören dachte ich noch „Ach du Scheiße, was haben die Zwei sich dabei nur gedacht?“. Mit 35 Minuten sehr kurz geraten und keines der Stücke geht länger als fünf Minuten. Ich wollte es schon verdammen und nieder machen. Doch der Funke sprang immer mehr über und die Vielfalt ins Auge, die dieses Album trotz seiner Kürze ausmacht. Es ist nicht unbedingt ein Meilenstein wie Monkeytown, der Vorgänger, aber es ist stringent gemacht und hat für mich schon zwei bis drei Titel parat, die ich mit Sicherheit in einigen Jahren noch gerne hören werde. Sie sind quasi schon jetzt in meinen eigenen Klassikerkanon aufgenommen.
Wer gerne in eine Kostprobe von Modeselektors neuem Album hineinhören möchte, der kann das über folgenden Youtube-Link tun. Viel Spaß mit Who feat. Tommy Cash.

Jetzt darf gern der Frühling kommen und seine Fühler ausstrecken und ich bin gespannt, was das zweite Quartal bereit in Sachen Bücher, Filme, Serien und Musik für mich bereit halten wird.

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