[Notiz]: Deutscher Buchpreis und Buchpreisbloggen

Da bin ich wieder

Lange Zeit war es ein wenig still hier und das hatte einen einfachen Grund: Urlaub. Dieser fällt immer auch in den Zeitraum, in dem die Longlist des Deutschen Buchpreises verkündet wird, weshalb bisher von mir an dieser Stelle noch nichts kam. Doch jetzt kann ich meinen Senf dazu geben. Ein klein wenig zumindest. Und Neuigkeiten gibt es in diesem speziellen Segment ebenfalls, denn in diesem Jahr gehöre ich zum offiziellen Kreis der Bloggerinnen und Blogger, die die zwanzig nominierten Bücher vorstellen dürfen. Unter dem Hashtag #buchrpreisbloggen präsentieren 20 Blogs, Instagramaccounts und Booktuber die nominierten Bücher, alle auf ihre Art und Weise. Sie wurden uns zugelost und welches ich bekommen habe, verrate ich euch im Laufe von diesem Beitrag.
Achja und der Urlaub war sehr erholsam und entspannend. Allerdings auch für meine Augen, denn ich habe gerade mal ein ganzes Buch im 18 Tagen geschafft.

Die Longlist zum Deutschen Buchpreis

In diesem Jahr habe ich mich, entgegen 2018 und 2017, fast gar nicht mit dem Buchpreis auseinander gesetzt. Zu sehr war ich damit beschäftigt, dass Projekt Stephen King in Gang zu bringen und der Urlaub stand ja auch vor der Tür. Als die Liste veröffentlicht wurde gab es dementsprechend erstmal so ein kleines Schulterzucken bei mir. Ja, es erfreulich viele Autorinnen darauf vertreten, ein paar übliche Diskussionen bezüglich der Qualität mancher Bücher und warum manche Titel nicht vertreten waren wurden wieder losgetreten und und und. Das alles hat mich nicht sonderlich angehoben und ich war vielmehr dararuf gespannt, welches Buch ich für das Buchpreisbloggen zugelost bekäme.
Doch ein zweiter Blick offenbarte eine erstaunliche Tatsache, die die 2019er Longlist von den Jahrgängen davor unterscheidet. Es sind sehr viele Debütromane darauf vertreten und das freut mich ungemein, denn seit ich für den Blog Das Debüt und Debütpreis in der Jury sitze, lege ich mein Augenmerk verstärkt auf die Neulinge und die waren mir beim Deutschen Buchpreis bisher immer zu sehr in der Minderzahl, sofern denn überhaupt mal welche vertreten waren. Es ist sehr schön zu beobachten, dass die diesjährige Jury den Fokus in Bezug auf Debüts sehr stark in diese Richtung gelegt hat. Ich bin gespannt, wie viele von diesen Titeln letztendlich auf der kurzen Liste landen und damit noch die Chance auf den Preis haben werden. Wenn jedoch diese Tendenz aus dem aktuellen Rennen für die nächsten Jahre beibehalten wird, empfinde ich das als eine schöne Entwicklung und als Ansporn für nachrückende Debütautorinnen und -autoren, es zu versuchen, denn auch sie werden für die großen Preise beachtet.
Inhaltlichen Debatten zu den nominierten Büchern entziehe ich mich an dieser Stelle, da ich bisher keines der zwanzig Bücher gelesen habe. Das möchte ich aber nachholen, soweit mir das möglich ist, da mich die Hälfte der Titel zumindest thematisch anspricht. Mal sehen, wieviel ich schaffe, bis zur Preisverleihung an- beziehungsweise auszulesen.

Das Buchpreisbloggen

Doch nun zum Buchpreisbloggen. In den letzten Jahren war es bisher so, dass einige ausgewählte Bloggerinnen und Blogger (Instagrammer, Vlogger) die Long- und die Shortlist begleitet haben. Mitunter war das Pensum von diesen wenigen Menschen kaum zu schaffen, auch wenn ich manchmal das Gefühl habe, diese atmen die Bücher nur so ein. Diesmal ist das ein wenig anders. Insgesamt zwanzig wunderbare Menschen, die in allen möglichen Internetmedien tätig sind (Blog, Instagram, Vlogs) wurden ausgewählt, um zum diesjährigen Buchpreis jeweils ein Buch ausführlich zu besprechen. Auch ich wurde diesmal eingeladen und habe mich wieder einmal gefreut, mit welch guten Buchmenschen ich unter einer Decke stecke. Dabei frage ich mich jedes Mal, wie das eigentlich geht, da ich ja nicht in der Branche tätig bin, keinen von euch in Persona kenne (da nie auf einer Buchmesse) und überhaupt auch das Gefühl habe, sehr durchschnittlich zu besprechen. Deswegen fühle ich mich immer wieder aufs Neue gebauchpinselt, wenn ich bei solchen Aktionen mitmischen darf und dazu eingeladen werde. Die Bücher wurden in einer ersten Runde zugelost, um dann in einer zweiten Tauschrunde vielleicht noch einmal das Patentum zu wechseln. Alle präsentieren dann ihr jeweiliges Patenbuch entweder mit einer Besprechung, Zwischenmeinungen, Interviews mit den AutorInnen und vieles mehr. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Jeder kann das Buch ins rechte Licht rücken, wie es am besten funktioniert und so kann sich jeder intensiv mit seinem Patenbuch beschäftigen. Weitere Informationen zum Buchpreisbloggen und auch zu den nominieren Büchern findet ihr auf dem Blog zum Deutschen Buchpreis beziehungsweise auf der offiziellen Seite zum Deutschen Buchpreis
Doch nun ist die große Frage, welches Buch von den nominierten denn nun meines geworden ist?

Norbert Zähringer – Wo wir waren (Rowohlt Verlag)

Ein Buch, welches ich bis zum Deutschen Buchpreis nicht auf dem Schirm hatte, wie es mir mit 90% der nominierten Titel eigentlich immer ergeht. Meistens sind da für mich schöne Überraschungen dabei, von denen ich vorher noch nichts gehört habe.
Bei Norbert Zähringers Buch geht es um die Mondlandung und wie ein Waisenkind von dieser inspiriert wird, ebenfalls Astronaut zu werden. Nach einem Reinlesen von zirka einem Fünftel des Buches spielt zu meiner Verwunderung ein Teil der Geschichte in der ersten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts, was so auf dem Klappentext für mich kaum ersichtlich war. Bisher finde ich den Stoff sehr interessant, und bin gespannt, wie sich die einzelnen Stränge miteinander verschränken werden. Ein paar Anspielungen und Andeutungen sind jedenfalls schon vorhanden, diese auch sehr offensichtlich. Wie diese jedoch in Zusammenhang gebracht werden ist noch unklar.
Mit dem Einstieg und dem Grundthema Mondlandung passt dieser Roman zum Fünfzigjährigen Jubiläum der ersten bemannten Landung auf unserem Trabanten im Jahr 1969 und wie dieses Ereignis die Menschen damals gefesselt und beeinflusst hat. Ich werde versuchen, bis zur Verkündung der Shortlist das Buch auszulesen und eine Besprechung dazu zu schreiben. Ein Interview mit dem Autor möchte ich ebenfalls führen.

Im Zuge der Nominierung habe ich im Vorfeld meiner Lektüre ein Interviewquikie mit dem Autor geführt. Quasi fünf Fragen zwischen „Tür und Angel“. Viel Spaß damit.

Lesen macht glücklich:
Herr Zähringer, zuerst herzlichen Glückwunsch zur Longlistnominierung zur Verleihung des Deutschen Buchpreises 2019.

Wie beziehungsweise wo haben Sie davon erfahren?

Norbert Zähringer:
Ich stand in meinem Arbeitszimmer, als ich einen Anruf bekam.

Lmg:
Wie waren Ihre ersten Reaktionen auf die Nominierung?

NZ:
Ich ging aus irgendeinem Grund fest davon aus, dass man am Vortag der Bekanntgabe bis spätestens Mittag angerufen wird, sonst war’s das. Es wurde zwölf, es wurde eins, es wurde zwei Uhr nachmittags. Um viertel vor drei war ich davon überzeugt, mit meinem Buch nicht auf der Liste zu stehen. Als eine Stunde später dann das Telefon läutete, war ich sehr überrascht und habe mich natürlich auch sehr gefreut.

Lmg:
Kennen Sie ein paar der anderen nominieren Bücher und haben Sie einen eigenen Favoriten auf die Shortlist?

NZ:
Nein. Einige der Autorinnen und Autoren kenne ich, aber keines ihrer aktuellen Bücher und deswegen kann ich Ihnen auch keinen Favoriten nennen.

Lmg:

Rechnen Sie sich selbst Chancen für die Shortlist aus?

NZ:
Wenn ich ein Profiboxer vor seinem nächsten Kampf wäre, oder ein Fußballtrainer vor dem nächsten Spiel seiner Mannschaft, dann würde ich Ihnen auf diese Frage vielleicht antworten: Klar werden ich den schlagen! Oder: Wir wissen zwar, dass wir nicht die Favoriten sind, aber die Mannschaft wird alles geben!

Doch in diesem Fall sind die Kämpfe ja bereits vorüber, die Spiele gespielt – die Bücher geschrieben. Für mich – und ich glaube, für alle anderen neunzehn auch -, ist die Jury eine Blackbox – niemand kann da hineinschauen. Insofern ist es müßig über die eigenen Chancen zu spekulieren.

Vielleicht ist die Frage auch nicht ganz die richtige, weil sie sich mehr mit den Personen und weniger mit deren Arbeit beschäftigt.

Wenn Sie mich fragten: Glauben Sie, Ihr Roman hat es verdient, auf der Shortlist zu stehen? würde ich Ihnen antworten:

Ja, natürlich, ohne Einschränkungen, denn ich glaube an die Kraft seiner Geschichte, an die Art wie ich sie erzählt habe, an jede einzelne Figur darin.

Und nun werde ich fleißig lesen. Zum einen mein Patenbuch, zum anderen auch noch ein paar der anderen sehr interessanten Titel der Longlist.

Kommentar verfassen - Mit dem Absenden des Kommentars geben Sie gleichzeitig ihr Einverständnis zur Datenschutzerklärung auf dieser Seite

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Erstellt mit WordPress.com.

Nach oben ↑

Nacht und Tag

Literaturblog

Gassenhauer

Literaturblog

Bookster HRO

unabhängig | subjektiv | ehrlich

glasperlenspiel13

bücher / libros / livres

The Blog Cinematic

Film als emotionalisierende Kunstform

MonerlS-bunte-Welt

(zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie beim Buchhändler Ihres Vertrauens)

Der Leiermann

(zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie beim Buchhändler Ihres Vertrauens)

Der Schneemann

Blog zur Krimi-Radiosendung

Sören Heim - Lyrik und Prosa

Website des Schriftstellers Sören Heim

Der Hotlistblog

UNABHÄNGIGE BÜCHER – UNABHÄNGIGE VERLAGE

Literatur.denken

von Samuel Hamen

mscaulfield

gib mir kaffee und bücher und ich bin friedlich.

Angelika liest

Ein Leben ohne Bücher ist wie ein Garten ohne Rosen

the lost art of keeping secrets

Ich will keine Schokolade, ich les' lieber Thomas Mann! (frei nach der Stunksitzung 2014)

Die dunklen Felle

Krimis, Thriller und Science Fiction

Anonyme Köche

(zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie beim Buchhändler Ihres Vertrauens)

notizenderwaldgaengerin.wordpress.com/

Gegenwartsliteratur & Klassiker & Sachbücher // Literatur aus und über DDR und Nachwendezeit

%d Bloggern gefällt das: