[Notiz]: Bloggerpreis für das beste Debüt 2019 – Eine kleine Bestandsaufnahme

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Eine Liste voller Überraschungen und ein Rekord

Als vor 3 Jahren zum ersten Mal der Bloggerpreis für das beste Debüt eines Jahres vom Blog „Das Debüt“ ausgelobt wurde, erschien das wie eine einmalige Sache. Ein Blog richtet einen Preis aus, bei dem Bücher ausschließlich von Bloggern beurteilt werden. Eine Angelegenheit, die von außen betrachtet, sicher belächelt, von uns Bloggern aber sehr geschätzt wurde. Die Betreiberinnen des Blogs „Das Debüt“ setzten sich mit allen eingereichten Büchern auseinander und erstellten innerhalb des Dreiergremiums Bozena Anna Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger eine Shortlist, über die die Jury, die sich aus Freiwilligen zusammensetzte und die einfach Lust hatten, ein paar Bücher zu lesen, urteilen und nach dem demokratischen Prinzip der einfachen Mehrheit einen Gewinner festlegen sollte.
Nun, drei Jahre später und mittendrin im Prozess zur Destillierung einer Shortlist für den vierten Bloggerpreis zum besten Debüt, diesmal für den Jahrgang 2019, entsteht der Eindruck, dass sich hier nach und nach ein kleiner Preis etabliert, dem immer mehr Aufmerksamkeit seitens der Verlage zuteilwird. Waren es im Jahr 2016 noch zirka 50 Bücher, die für den Preis eingereicht wurden, sind es aktuell für 2019 genau 80 geworden. Ein fast unvorstellbare Menge an Debütromanen aus den unterschiedlichsten Verlagen, von groß bis unabhängig ist alles vertreten. Auch die Inhalte der Romane könnten unterschiedlicher nicht sein und so kann man die drei Blogbetreiberinnen nur bewundern, wie sie dieses Pensum an Lesestoff stemmen und hoffentlich auch mit Freude erleben können.

Vierte Auflage und ein kleiner Ausblick in die 80 Titel

Ich alleine kann alle Titel gar nicht überblicken, habe nicht die Zeit dazu und, ich wiederhole mich gerne, kann nur Bewunderung aussprechen, wenn neben der alltäglichen Arbeit noch 80 Romane gelesen werden, um daraus eine ansprechende und passende Shortlist zu erstellen. Daher kann ich nur einen kleinen Einblick in die Titelliste geben und schon gar nicht, so wie ich es zum Beispiel in den ersten Jahren gemacht habe, eine Shortlist prophezeien. Vielmehr versuche ich, eine kleine Statistik aufzustellen, was denn so alles diesmal vertreten ist und vielleicht ist für den einen oder anderen ein richtig guter Tipp dabei.
80 Titel sind es also geworden, diese stammen aus insgesamt 58 unterschiedlichen Verlagen (wobei ich Unterverlage ebenfalls unterschieden habe – zum Beispiel Ullstein und Ullstein fünf – und ich mich hoffentlich nicht verzählt habe). Davon sind zirka 50% unabhängig aufgestellt, was ein schön ausgeglichenes Verhältnis darstellt. Da ich ja seit einiger Zeit auch Artikel für den Blog „We read Indie“ schreibe, achte ich auf die kleinen Verlage besonders.
Die bekanntesten Titel dürften die sein, die für den Deutschen Buchpreis nominiert waren, so zum Beispiel Miku Sophie Kühmel mit „Kintsugi“, welche auch den ZDF Aspekte-Preis für das beste Debüt 2019 gewonnen hat, eine Ehre, die auch der Vorjahressiegerin Bettina Wilpert mit „Nichts, was uns passiert“ aus dem Verbrecher Verlag zuteilwurde. Aber auch die anderen Debütbücher, die beim Buchpeis vertreten waren, sind auf der Liste der 80 eingereichten Bücher zu finden: Emanuel Maeß mit „Gelenke des Lichts“, Angela Lehner mit „Vater Unser“, Lola Randl mit „Der große Garten“, Karen Köhler mit „Miroloi“, Raphaela Edelbauer mit „Das flüssige Land“ und Tonio Schachinger mit „Nicht wie ihr“.
Doch was betrifft mich von den Büchern bisher persönlich? Durch die gestiegene Zahl der Bücher, die insgesamt eingereicht wurden, hat sich auch bei mir persönlich die Schnittmenge dessen, was ich bei mir zu Hause für die Zukunft auf der Leseliste lagere, erheblich erhöht. War es in den letzten Jahren eher so, dass ich maximal zwei Bücher von dieser Liste entweder schon gelesen hatte oder es zumindest in Betracht zog es zu lesen, sind es im aktuellen Jahr allein 7 Bücher, die ich entweder schon ausgelesen, begonnen oder zumindest startbereit im Bücherschrank/dem eReader habe. Sieben, eine für mich persönlich unglaubliche Zahl, die ich selber kaum fassen kann. Ausgelesen habe ich schon Marie Sophie Kühmel (Besprechung folgt bald) und Chrizzi Heinen mit „Am schwarzen Loch“ (Besprechung dazu findet ihr hier – klick). Begonnen hatte ich im Zuge des Deutschen Buchpreises noch Tonio Schachingers Buch, wobei ich aber absolut nicht mit dem Ton zurecht kam und es nach 30 Seiten wieder abgebrochen habe. Falls es auf die Shortlist kommt, werde ich dem Buch eine zweite Chance geben (müssen – hier bitte ein Grinsen denken). Außerdem habe ich mir noch „Und andere Formen menschlichen Versagens“ von Leonardt Loß zugelegt, zum einen, weil es ein Buch aus einem Indieverlag ist (weissbooks) und zum anderen, weil mich dieses Cover und die Gestaltung des Buches angesprochen hat. Vom Inhalt lasse ich mich einfach mal überraschen und freue mich schon darauf. Weiterhin liegt schon bei mir bereit Markus Behr mit „Vaterschaftstest“ (eine sehr skurrile, lustige Ausgangslage), René Frauchinger mit „Riesen sind nur große Menschen“ (hier klingt die Geschichte richtig schön abstrus – genau mein Ding), Claudia Sammer mit „Ein zögerndes Blau“ (hatte ich mir mal spontan auf den eReader geladen – danke hier nochmal an die großartige Plattform netgalley für diese wunderbare Möglichkeit, auch wenn ich mich immer zusammenreißen muss, nicht tausende Bücher anzufragen, die ich dann nicht schaffe). Insgesamt ist das schon eine bunte Mischung, die ich mir da ins Haus geholt habe.
Doch auch all die anderen Titel klingen zum Teil fantastisch, so dass ich, wenn ich eine Wunschliste aufstellen müsste, was ich alles haben möchte, die Hälfte dieser Longlist in den Einkaufskorb landet. Also, wer Tipps haben mag und sich ein paar Debütromane zulegen möchte, der schaue einfach auf die Liste der eingereichten Titel (klick). Auf dieser Seite findet ihr auch alle weiteren Informationen zu diesem Preis und wer in den Jahren 2016 – 2018 alles dabei war und wer jeweils gewonnen hat. Eine reiche Fundgrube also für alle Buchjunkies, wie ich auch einer bin.

Eine Bewertung dieser langen Liste möchte ich an dieser Stelle nicht durchführen, dafür sind alle Titel in der Summe zu vielfältig, um sie miteinander vergleichen zu können, was für die Vielfalt in der deutschen Literatur spricht. Eines ist aber gewiss, die Qualität ist wieder einmal sehr hoch, was die eingereichten Bücher anbelangt und ich bin schon gespannt, wie die Shortlist aussehen wird, die zirka Mitte November online gehen wird. Spätestens da werde ich auch meinen Senf zu den dort aufgeführten Büchern in aller Ausführlichkeit dazugeben. Wenn einer oder mehrere Titel aus Indieverlagen kommen, werde ich zumindest die Besprechungen zu diesen Büchern auf dem Blog „We read Indie“ hochladen. Lasst euch also überraschen, inspirieren und schaut immer mal wieder bei mir oder dem Blog „Das Debüt“ vorbei, um euch aktuelle Informationen abzuholen.

Ein Kommentar zu „[Notiz]: Bloggerpreis für das beste Debüt 2019 – Eine kleine Bestandsaufnahme

Gib deinen ab

  1. Bei mir waren es vierzeh Bücher, die ich schon gelesen habe:

    1. „Gelenke des Lichts“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/10/13/gelenke-des-lichts/
    2. „Kintsugi“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/10/12/kingsugi/
    3.“Heinz und sein Herrl“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/04/09/heinz-und-sein-herrl/
    4.“Vater unser“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/10/03/vater-unser/
    5.“Die jüngsten Tage“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/08/23/die-juengsten-tage/
    6.“Das Leben ist eins der Härtsten“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/04/17/das-leben-ist-eins-der-haertesten/
    7.“Schellenmann“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/03/07/schellenmann/
    8.“Ich kann dich hören“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/02/17/ich-kann-dich-hoeren/
    9.“Die Nachkommende“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/11/09/die-nachkommende/
    10.“Der große Garten“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/10/06/der-grosse-garten/
    11.“Miroloi“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/09/29/miroloi/
    12.“Das flüssige Land“https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/09/28/das-fluessige-land/
    13.“In den kommenden Nächten“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/09/22/in-den-kommenden-naechten/
    14,“Nicht wie ihr“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/09/15/nicht-wie-ihr/

    und die „Gelenke des Lichts“, „Vater unser“, „Miroloi“ und das „Flüßige Land“ würde ich mir auf die Shortlist wünschen.
    Dann habe ich noch ungelesen

    „Die guten Tage“
    „Jesolo“
    „Wie man die Dinge repariert“
    „Flutgebiet“ und
    „Balg“

    in meinen Regalen oder E-Book Ordner und

    „Und alles wie aus „Pappmache“ würde mich interessieren und mir auch auf die Shortlist wünschen.

    Alles Liebe und schönes Lesen, wir werden ja demnächst wieder von einander hören!

    Gefällt 1 Person

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