[Notiz]: 2019 – Rückblick und ein Abschied auf Zeit

Sich so ganz auf Knall und Fall zu verabschieden (hoffentlich auf Zeit *Zwinkersmiley*) ist auch nicht die feine Art, weshalb ich euch so kurz vor Toreschluss noch einen kleinen Jahresrückblick auf 2019 und auch auf die letzten sechseinhalb Jahre geben möchte, die ich für Lesen macht glücklich geschrieben habe.

Eine intensive, aufregende Zeit

Als ich mich Anfang 2013 entschlossen habe, unter die Buchblogger zu gehen, war ich eigentlich schon recht spät dran und eigentlich war es mehr eine Schnapsidee, die durch Linus von Buzzaldrins damals inspiriert war. Seine Art zu schreiben und über Bücher zu sprechen hat mich fasziniert und gleichzeitig angespornt. Einmal, die eigene Buchauswahl zu hinterfragen beziehungsweise zu ändern und zum anderen es mit dem Bloggen selbst zu probieren.

Beides hat wunderbar funktioniert. Es gab gute und schlechte Phasen und mündete nun auch in diverse Anfragen, wie zum Beispiel die Teilnahme in der Jury beim Blogbuster. Doch alles hat auch seine Schattenseiten, auf die ich später noch eingehen muss. Alles in allem war es eine sehr schöne Zeit bis hierhin, die mir viel Spaß bereitet hat und durch die ich auf Bücher aufmerksam geworden bin, die ich ohne das Bloggen nie entdeckt hätte.

2019 – Ein Jahr voll buchiger Höhepunkte

Doch wie hat sich das Jahr 2019 entwickelt? Eigentlich kann ich da drei richtig große Höhepunkte aufzählen und wenn ich jetzt nicht meine große Pause einlegen würde, gäbe es auch einen Vierten.

Das Jahr fing gleich mit einem Paukenschlag an, als ich die Nachricht bekam, als Nachfolger für das Projekt beziehungsweise den Blog We Read Indie mit ausgewählt zu sein. Seit meinen Anfangstagen gehörte dieser Blog zu denen, die mich zu meiner Buchauswahl inspirierten und meinen Wissenshorizont, was die Verlagswelt angeht, enorm erweiterten. Immer mal wieder habe ich mit dem Gedanken gespielt, wie es wäre, für diesen Blog zu schreiben und Anfang diesen Jahres ging dieser Traum in Erfüllung, was sich enorm in der Statistik der gelesenen Bücher aus unabhängigen Verlagen widerspiegelt (siehe Top 6 des Jahres).

Als zweiten Höhepunkt ist für mich persönlich das „Projekt Stephen King“ zu nennen, welches ich Mitte des Jahres hier auf dem Blog gestartet habe. Dieses Projekt beinhaltet, alle Bücher von Stephen King in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Angefangen bei Carrie bis hin zu den neuesten Büchern. Es ist ein verrücktes Leseprojekt, dem ich mich nun in meiner Pause etwas stärker widmen möchte. Bisher habe ich 5 Bücher geschafft und bin wirklich froh, dieses Projekt gestartet zu haben.

Das dritte Mal bin ich in diesem Jahr an die Decke gegangen, als ich für das Buchpreisbloggen mit 19 anderen Bloggern ausgewählt wurde. Dies war so ausgelegt, dass jeder ein Buch der Longlist des Deutschen Buchpreises liest und bespricht. Für mich wurde Norbert Zähringer mit „Wer wir waren“ zugelost, welches ich hier besprochen habe. Es hat mit Spaß gehabt, dass Buch unter Bedingungen eines Preises zu lesen und ich habe es sogar geschafft, den Titel, der einer der dickeren war, noch vor Verkündung der Shortlist auszulesen und zu besprechen. Leider ist es dann nicht weiter gekommen, was ich als Pate bestätigen würde, dass es da qualitativ bessere Bücher gab. Gut zu lesen war es trotz allem. Schaut einfach in die Besprechung.

Das eigentlich vierte Highlight wäre gewesen, einer der zehn Blogger in der Jury zu sein, die für den Blogbuster das nächste Debüt ausknobeln, welches im Eichborn Verlag erscheinen soll. Am dieser Stelle vielen Dank an Uwe Kalkowski (Eichborn, aka Kaffeehaussitzer) und Tobias Nazemi (Initiator des Preises und Blogger bei Buchrevier), die das Vertrauen hatten, mich auch in die Jury zu berufen. Leider war es mir aus diversen Gründen nicht mehr möglich, mich mit den eingereichten Manuskripten in einem adäquaten Maßstab auseinander zu setzen. Jedoch habt ihr mit Marius Müller (Buchhaltung) einen richtig guten Ersatz für mich gefunden.

Natürlich möchte ich an dieser Stelle die Arbeit am Debütpreis nicht unerwähnt lassen, bei der ich in diesem Jahr ebenfalls aus der Jury ausgestiegen bin. Die Shortlist hatte jedenfalls eine richtig gute Mischung zu bieten und die Titel, die ich bisher gelesen habe, waren richtig schöne Bücher, in Aufmachung und Inhalt. Schaut auf jeden Fall mal rein, es lohnt sich.

Ein bisschen Statistik muss auch sein

Insgesamt habe ich 2019 31 Bücher gelesen und noch einige angelesene herumliegen. Davon waren 20 Bücher aus unabhängigen Verlagen und von den 11 aus größeren Häusern fallen allein 5 auf den Master des Horror. Da ja aktuell auch das Zählen von Frauen mit dazu gehört, werfe ich auch gern ein Auge auf diese Quote. Leider sieht es da bei mir im diesem Jahr sehr mau aus. Obwohl ich seit letztem Jahr versuche, auf diese Thematik zu achten, sind es doch nur 8 Titel von weiblichen Autoren geworden. Das ist im kommenden Jahr unbedingt verbesserungswürdig.

Was mir aber erneut aufgefallen war, ist der Fakt, dass Frauen die psychologisch ausgefeilteren Geschichten schreiben und dabei nie zimperlich mit ihren Figuren umgehen. Dementsprechend ist die Quote bei meinem Highlights für 2019 etwas besser als der Gesamtschnitt.

  • Meine Top 6

Und hier ist sie, meine Top 6 des Jahres in Bildern und darunter in den Buchtiteln die entsprechenden Links zu den Besprechungen, entweder hier oder auf We Read Indie. Danke für wieder einmal aufreibende, spannende Lektoren.

Juan Gomez Barcena – Kanada (Secession)

Mareike Fallwickl – Das Licht ist hier viel heller (Frankfurter Verlagsanstalt)

Ae-Ran Kim – Mein pochendes Leben (Cass Verlag)

Richard Lorenz – Hinter den Gesichtern (Luzifer Verlag)

Ryu Murakami – In Liebe, dein Vaterland (I: Die Invasion, II: Der Untergang) (Septime Verlag)

Jan Drees – Sandbergs Liebe (Secession)

  • Top 3 der zurückliegenden Jahre

Da auch das Jahrzehnt zu Ende geht und ich eine größere Pause mache, lohnt auch ein Blick weiter zurück auf die letzten 6 Jahre meines Leselebens. Da sind ein paar Bücher dabei, die sich auf ewig ins Gedächtnis gebrannt haben. Um das aber nicht ins Unendliche ausufern zu lassen, habe ich mich mal auf drei Bücher beschränkt, die ich immer in meinem Herzen herumtragen werde – mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Mareike Fallwickl – Dunkelgrün, fast Schwarz (Frankfurter Verlagsanstalt)

Richard Lorenz – Amerika-Plakate (Edition Phantasia)

Jürgen Bauer – Ein guter Mensch (Septime)

  • Andere Zahlen

Auch ein paar Zahlen zu den Zugriffszahlen des Blogs, die ja in diesem Jahr etwas verzerrt sind, da ich ja viel direkt auf We read Indie veröffentlicht habe und auf ein rebloggen hier verzichtet habe. Trotz diesen Umstands hat es der Blog erneut auf fast 18000 Klicks und knapp 11000 Besucher gebracht. Es wurden erneut die Klassiker Kästner, Jules Verne und Kafka aufgerufen. Vielen Dank für eure Treue, eure Kommentare (hier und auf We read Indie) und überhaupt euren Zuspruch. Ich werde euch die nächsten Monate echt vermissen.

See you later Alligator, after a while Crocodile

Nun möchte ich mich wirklich erstmal von euch, von dem Blog und von den Aktivitäten im Social Media verabschieden, euch einen guten Rutsch wünschen und einen guten Start ins neue Jahr. Ich kümmere mich nun erstmal um mich selbst und um meine Familie im analogen und lege eine digitale Diät ein, da es mir persönlich in den zurückliegenden Monaten trotz allem Spaß richtiggehend Energie entzogen hat, die ich an anderer Stellen besser einsetzen muss. Nur hat es eine Weile gedauert, bis sich die Erkenntnis bei mir durchgesetzt hat. Macht euch bitte keine Sorgen um mich, es geht mir körperlich hervorragend, nur wie sagte es schon Schwarzenegger in Terminator 2? „Ich brauch mal Urlaub“. Auf bald und um einen anderen Spruch aus demselben Filmuniversum zu bringen: „I’ll be back“ (bitte mit österreichischem Akzent denken *Zwinkersmiley*)

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