[Rezension] [Bloggerpreis Bestes Debüt 2021]: Ariane Koch – Die Aufdrängung

Seit Anfang Dezember steht die Shortlist für den Debütpreis 2021, der die 6.Ausgabe von diesem Preis darstellt. Dieser Preis wird vom Blog Das Debüt ausgelobt und nächste Woche am 01.Februar steht auch schon die Verkündung des diesjährigen Gewinnertitels auf dem Programm. Nachdem ich Anfang Dezember meine Ersteindrücke zu den Büchern mit euch geteilt habe, möchte ich euch in den nächsten Tagen die Bücher im Einzelnen vorstellen, bevor ich dann am 01.Februar meine endgültigen Platzierungen und die damit verbundene Punktevergabe bekannt gebe. Denn ich bin mit einigen anderen Bloggern in der Jury dafür zuständig, die fünf Bücher der Shortlist zu lesen und für mich persönlich zu bewerten. Zusammen mit den Bewertungen aller anderen Jurymitglieder ergibt sich dann das Gesamtpunktebild und damit ein Siegertitel, der am 01.Februar mitgeteilt wird.
Ich stelle euch die Bücher in der Reihenfolge vor, wie ich sie gelesen habe. Sie stellt somit keine Platzierungsreihenfolge dar. Ursprünglich wollte ich alle Bücher soweit wie möglich parallel lesen. Doch diesen Plan habe ich schnell wieder aufgegeben, auch weil sich zwei Bücher sofort in den Vordergrund gespielt haben, die ich sofort zugunsten der anderen drei Werke weiterlesen wollte. Mit „Die Aufdrängung“ stelle ich euch das dritte Buch vor, das ich innerhalb dieser Juryarbeit abgeschlossen habe.

Ein mehr als irritierender Text

Für den Debütpreis war dieses Buch das dritte von fünf, dass ich als Mitjuror gelesen habe und nach einem starken und einem guten Roman hatte „Die Aufdrängung“ von vornherein keine guten Karten. Doch was ich dann gelesen habe, hätte mich auch nicht begeistert, wenn ich das Buch als erstes gelesen hätte. Der Titel aus der Feder von Ariane Koch macht es einem aber auch nicht einfach und das fließt ebenso in die Bewertung ein, wie diese ins Nichts führende, kammerspielartige Geschichte. denn im Vergleich zu „Junge mit schwarzem Hahn“ und „Mama“ (Verlinkungen findet ihr unter diesem Beitrag) hat dieses Buch leider ein paar Details, die es in der Gesamtwertung bei mir schlechter dastehen lässt als die anderen beiden. Das soll aber nicht bedeuten, dass dieses Buch per se schlecht ist, das nicht. Aber es hat Eigenschaften, die es gegenüber den anderen Büchern auf der Shortlist schlechter dastehen lässt. Insgesamt ist es für mich also kein Kandidat für den Preis und wahrscheinlich auch nicht für die Punkteränge. Aber das wird dann die endgültige Punktebewertung meinerseits zeigen, die ich Anfang Februar präsentieren werde.  

Ein Haus als Stätte des Einkehrens

Die Frau, aus dessen Sicht der Roman erzählt wird, will aus ihrem Dorf weg. Sie weiß ganz genau, dass sie nur das Haus, das sie von ihren Eltern übernommen hat, übergangsweise besitzt, denn ihre reichen Schwestern scharren schon mit den Hufen, um es an sich zu reißen. Aber auch der Ort, in dem die Frau lebt, ist ihr öde geworden. Doch als sie am Bahnhof steht, um hinaus in die weite Welt zu ziehen, trifft sie einen Ankommenden, einen Fremden, der sich in dem Ort nicht auskennt. Sie ergreift die Chance, etwas neues auszuprobieren und lädt den Fremden zu sich ein, Gast in ihrem Haus zu sein. Doch diese Tat löst eine Welle an Ereignissen aus, die das ganze Dorf Kopf stehen lassen und auch das Leben der Frau durcheinanderwirbelt. Letztendes ergreift sie doch noch die Flucht, überlässt das Haus ihrem Gast und ist nun selbst als Fremde in der Welt unterwegs.

Wohin will die Geschichte? Ein Buch mit zwei Gesichtern

Erstmal zu den guten Seiten: Dieser Roman ist eine Kunst an sich, denn er ist sprachlich sehr schön und auch anspruchsvoll geraten. Die Sätze sind stellenweise wirklich sehr poetisch und wirken in sich auch rund und zart. Leider korrespondiert das überhaupt nicht mit der Geschichte an sich, die überhaupt keinen roten Faden erkennen lässt, die einen wirklich ratlos zurück lässt und keine Ambitionen zeigt, was sie von mir als Leser eigentlich verlangt und wohin die Reise nun gehen soll. Daher wirkt der Text auf mich wirklich ein wenig wie ein Buch mit zwei Gesichtern, die nichts voneinander wissen. Auf der einen Seite die schöne Sprache und dem entgegen eine diffuse Vorgehensweise in der Entwicklung der Geschichte und der Figuren. Mir hat sich jedenfalls der Text nicht erschlossen und das sollte doch zumindest im Ansatz gegeben sein, dass man weiß, was das Buch eigentlich von einem möchte. Das spürt man jedoch nur selten durchblitzen und daher ist das Buch „Die Aufdrängung“ in meinen Augen leider kein Kandidat für den Gewinn des Preises. Es fühlte sich vielmehr wie ein großes Schreibexperinent an und nicht wie ein in sich geschlossenen und gestalteter Roman.

Weitere Besprechungen zu diesem Buch findet ihr bei meinen Mitjuroren:

Bisher erschienene Besprechungen von mir zum Debütpreis 2021:

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