[Rezension]: Simone Buchholz – Unsterblich sind nur die anderen

Abtauchen in kalte Gewässer

Der neue Roman „Unsterblich sind nur die Anderen“ von Simone Buchholz ist der erst Roman, den ich von dieser Autorin gelesen habe. Leider sind mir bisher ihre Krimis nicht ins Regal gekommen, da ich in den letzten Jahren generell kaum bis gar nicht Krimis gelesen habe. Doch wie ihr seht schreibe ich leider, denn diese Krimis muss ich unbedingt nachholen. Wenn die Sprache in den Bänden vorher auch nur halb so gut ist wie in dem vorliegenden Roman, dann werden die Krimis wohl Selbstläufer beim Lesen.
Doch zurück zum #Segelse… äh zu „Unsterblich sind nur die Anderen“ (sorry, kleiner Twitterausrutscher). Dieses Buch sprach mich inhaltlich im Gegensatz zu den Krimis direkt an, da es übernatürliche Aspekte anschneidet und da ich mit meinem Projekt Stephen King ja seit über drei Jahren sozusagen in übernatürlichen Sphären schwebe, konnte ich hier ebenfalls nicht widerstehen. Eingangs wurde ich mit dieser Thematik auch bestätigt, aber was Simone Buchholz im weiteren Verlauf einmischt, hätte ich dann überhaupt nicht erwartet und kann das immer noch nicht richtig einordnen.

Eine Bootsfahrt die ist lustig

Versuchen wir uns kurz an einer Zusammenfassung der Geschichte. Da sind die Freundinnen Iva und Malin, die auf der Suche nach ihren Freunden sind. Sie waren auf dem Weg nach Island und sie haben sich seit Wochen nicht zurück gemeldet. Daher machen die zwei sich die Suche und wollen den dreien nach Island folgen. Also auf nach Dänemark, um von dort mit der Fähre MS Rjukandi nach Island zu schippern.
Doch schon ab dem ersten Tag wirkt alles seltsam auf diesem Schiff, ja selbst die Anreise ist es schon gewesen. Die Stimmung an Bord  erscheint von Beginn an sehr ausgelassen und alle Crewmitglieder wirken mehr als attraktiv, ja fast schon lasziv. Iva und Malin schenken dem zwar am Anfang kaum Beachtung, machen sich mehr Gedanken darum, wie es ihren Freunden geht. Doch nach und nach kommen die zwei Freundinnen dem Geheimnis des Schiffes auf die Spur und gehen der Frage nach, ob sie dieses jemals wieder verlassen wollen/dürfen?

Eine Bootsfahrt, die ist schön – Keine Genrebekenntnisse

Dachte ich aufgrund mancher Beschreibungen, die ich im Vorfeld zum Buch gelesen habe, dass ich hier ein schönes gruseliges Buch lesen werde, zog mich die Autorin einmal an der Nase durch die Seiten und belehrte mich eines besseren, denn eine richtig typische Genrezuweisung kann diesem Roman nicht angeschrieben werden. Dabei ist er eingangs richtig schön gruselig und unheimlich aufgebaut. Die nebelige Stimmung über dem dänischen Flachland, die menschenleere Umgebung, das seltsame Hotel in Hirtshals, der dänischen Fährstadt, all das beschreibt Simone Buchholz sehr knackig, kurz und prägnant und erzeugt eine wahrlich schaurige Stimmung mit den wenigen Worten.
Auch die ersten Stunden auf dem Schiff erscheinen unheimlich, da man noch nicht richtig sagen kann, was denn nicht stimmt an dieser ganzen Szenerie.
Doch nach und nach schleichen sich andere Elemente mit in diese Geschichte ein. Plötzlich unterhalten sich Meeresgöttinnen über das Schiff und die Menschen darauf, als wären sie ihr Spielzeug, die Stimmung auf dem Schiff wird irgendwie ausgelassener und spätestens, wenn man das Geheimnis des Schiffes kennt, ist alles auch noch sehr erotisch aufgeladen (Stichwort: „#Segelsexbuch – guckt mal nach diesem Hashtag auf Twitter). Auch das versteht die Autorin sehr geschickt umzulenken und einzuarbeiten. Dabei kommt beim Lesen weiterhin zugute, dass alles sehr kurzweilig notiert ist und der Lesefluss kaum durch störendes Beiwerk unterbrochen wird. Das Lesen dieses Buches fühlt sich dadurch an, als würde man sich durch eine sehr gut sortierte Bar trinken, ohne davon einen Kater zu bekommen, geschweige denn betrunken zu werden. Höchstens angeheitert.

Rau(s)chhaftes Lesen

Eigentlich ist es unmöglich dieses Buch zu beschreiben beziehungsweise zu rezensieren, es muss erfahren werden. Das trifft es wohl am besten. Man muss die Erfahrung machen und sich selber durch diesen Genremix arbeiten, um das oben geschriebene besser zu verstehen. Für mich war das Buch eine wahrer Rausch, der mich zwar stellenweise etwas irritiert, aber insgesamt einfach begeistert zurückgelassen hat. Und worauf zielt das dann am Ende alles ab, wenn nicht auf eine große, endlose Party auf einem Schiff, dass zwischen Island und Dänemark hin und her schippert? Gebunden an ein Versprechen? Die Liebe und wie diese eine Seele retten kann. Das solltet ihr beim Lesen immer im Hinterkopf behalten, um die Geschichte davor vielleicht besser einordnen zu können. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß mit diesem Buch und werde mir nun nach und nach die Krimis von Simone Buchholz anschauen.

P.S. Da ich die Krimis von Simone Buchholz noch nicht kenne, weiß ich also nicht, wie die Hauptfigur in diesem Büchern so tickt, aber was die hier in diesem Buch so durch ihre Lungen jagen, ist der pure Wahnsinn. Gefühlt auf jeder zweiten Seite zündet sich jemand ne Kippe an. Also wenn ich noch Raucher wäre, hätte ich beim Lesen mindestens ne Schachtel verballert. Das triggert schon ordentlich an.

P.P.S. Und wenn wir schon bei Lastern sind, muss sich der zweite legale Stoff genannt werden, der hier in Strömen fließt – der Aljohol. Ich bin ja seit ein paar Jahren ein richtiger Spießer geworden, was das Saufen angeht, was bedeutet ich trinke so gut wie nix und hab schon beim Riechen am Bierschaum einen sitzen. Doch die ganzen Partys auf dem Schiff machen dann doch ordentlich Lust auf einen richtig fetten Absturz.

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