[Rezension]: Marc Michel-Amadry – Zwei Zebras in New York

Zwei Zebras in New YorkWie Zufälle unser Leben steuern (können) – Ein Wohlfühlbuch

5 Menschen, 5 Schicksale, 5 Träume, 5 Ängste und alle finden sie auf verworrenen, zufälligen Wegen zusammen, die man so nicht erklären kann und die doch alltäglich vorkommen.

Eingangs wird uns Mathieu vorgestellt, der einen Zeitungsausschnitt aufhebt, der eine Geschichte behandelt, die eine Art Quelle der Glücksseeligkeit beschreibt, die in einer Region vorkommt, in der es eigentlich nichts zu lachen gibt – dem Gazastreifen. Dort hat der Inhaber des örtlichen Zoos, Mahmoud, mangels Alternativen zwei Esel als Zebras angemalt, um den Kindern Hoffnung zu geben. Diese Geschichte wird in Mathieu etwas auslösen, was sein ganzes Leben verändern wird und ihn mit Menschen in Verbindung bringt, die ebenfalls mit dieser Geschichte etwas zu tun haben. Doch vorerst muss er den Liebeskummer verarbeiten, der ihn getroffen hat, da seine Freundin sich für unbestimmte Zeit nach New York aufgemacht hat, um neue Kunstwerke zu erstellen. Diese Mila wird uns ebenfalls vorgestellt und ebenso ihr Zweispalt Mathieu betreffend. Auf der einen Seite möchte sie ein neues Leben in New York aufbauen und auf der anderen Seite kann sie sich das nicht ohne Mathieu vorstellen.

Ebenso wird uns der Zoobesitzer Mahmoud präsentiert, der mit dem Journalisten, der den Artikel über die Zebraesel erstellt hat und auf den Namen James F. hört, einen tollkühnen Plan austüftelt, der beinhaltet, dass der Zoo im Gazastreifen mit allerlei exotischen Tieren bestückt werden soll, für das Mahmoud eigentlich kein Geld hat. Dazu müssen Mahmoud und James nach New York fliegen, um für diesen ehrgeizigen Plan Sponsoren ausfindig zu machen und um mit dem israelischen Botschafter in New York eine Überführung dieser Tiere auszuhandeln. Als fünfte und letzte Person wird uns Jana vorgestellt, die mit James über die Zebrageschichte zusammenkommt und während eines Aufenthalts in New York mit Mila in Verbindung tritt, da diese ein Bild gemalt hat, welches das Interesse von Jana geweckt hat. Doch genau dieses eine Bild will Mila Mathieu schenken und erklärt es für unverkäuflich. Alle fünf Menschen zusammen verbindet diese eine Geschichte um die zwei „gefälschten“ Zebras und alle fünf Menschen wird das auf eine positive Art verändern und es wird sie in Situationen bringen, die sie nie für möglich hielten.

 Er blickte auf den Fluss, diese Wassermasse, die sich ständig erneuerte, und begriff, dass er gerade dabei war, sich tiefgehend zu verändern. Mila war der Grund, sie hatte auf wunderbare Weise den Wunsch nach einem Neubeginn in ihm geweckt. Noch nie hatte eine Frau sein Leben derart durcheinandergebracht. Sie machte ihm Mut und stachelte ihn an, nach den Sternen zu greifen. Seit er sie kannte, wollte er für sie den Mond einfangen, und die Ringe des Saturn obendrein, damit sie, seine Geliebte, mit ihnen Hula-Hoop tanzen konnte.

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[Notiz]: Jahresrückblick Teil 2 – Eine vorausschauende Bilanz

Ein Jahresrückblick. Einer von vielen. Hm, muss das sein werden sich viele fragen. Es muss nicht, aber ich mache es trotzdem, einfach, weil es am Ende des Jahres irgendwie dazu gehört ein Resümee zu ziehen.

Zuerst eine kleine Widmung zu Beginn, die den zwei wunderbarsten Menschen auf dieser Welt gilt. Auch wenn es vielleicht schnulzig klingt, aber ich muss das nach schwierigen Tagen und Wochen einfach in die Richtung dieser Zwei loswerden:

„Danke, dass es euch gibt! Ohne euch wäre das Leben nicht bunt sondern grau und der Ausblick auf die Zukunft nicht lohnenswert.“

Das lasse ich einfach mal im „Raum“ stehen und kündige an dieser Stelle auch an, dass eine von diesen beiden Personen ab 2014 meinen Blog nicht nur moralisch, sondern auch aktiv mit unterstützen wird, wozu ich später noch mehr sagen werde. Nun mein  Jahresrückblick aus Literaturblogsicht:

Wie alles begann:

Es war irgendwann im Frühjahr, als ich einen Artikel im Feuilleton ZEIT gesehen habe, der über ein Literaturmagazin berichtet, welches sich Literaturklassikern annimmt und diese in Magazinform aufarbeitet. Da mir die Idee dahinter so gut gefiel, habe ich mir dieses Magazin gekauft und, wie sollte es anders sein, immer noch nicht gelesen. Was mich aber immer interessiert, ist, was andere über die Dinge denken, die ich selber lese, lesen möchte und gelesen habe, und habe das Netz in den folgenden Wochen sporadisch nach Meinungen oder Artikeln zu diesem Magazin durchforstet und bin auf den Beitrag von Buzzaldrins Blog gestoßen. Bei weiteren, eher zufälligen, Recherchen, die auch nichts mehr mit dem Magazin zu tun hatten, fiel mir auf, wie bunt, vielfältig und lebendig die Buchleser ihre Erfahrungen mittels Blogs in das „Neuland“ einstellen und zur Diskussion frei geben. Daraus zog ich meine Motivation selber einen kleinen Versuch zu starten und über die Bücher zu schreiben, die ich selber gelesen habe.

Die ersten Schritte:

Mitte des Jahres habe ich dann mit dem Buch „Die New York Trilogie“ von Paul Auster einfach angefangen. Ohne Konzept im Kopf, ohne irgendwelche Vorbilder schrieb ich einfach drauf los, und ich merkte schon nach wenigen Besprechungen, dass es nicht einfach wird, Beiträge über Literatur zu schreiben, wenn man sie „nur“ aus dem Auge des Lesenden aus betrachtet. Bisher hat es mir jedenfalls Spaß gemacht, nach jedem Buch nochmal in Gedanken in dieses einzutauchen und über gewisse Passagen oder den Gesamtkontext nachzudenken und die Essenz aus den Texten für mich pesönlich zu erfassen.

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[Notiz]: Jahresrückblick Teil 1 – Die Blogparade

Da nutze ich doch einfach mal die Gelegenheit und mache das erste Mal bei der Blogparade, die von dem Blog Buchsaiten initiiert ist, mit. Da ich noch nicht so lange im Literaturbloggewerbe dabei bin und auch sonst eher der Sparte Freizeitleser (also einer, der jobtechnisch mit Literatur gar nichts zu tun hat – eher mehr mit … Weiterlesen [Notiz]: Jahresrückblick Teil 1 – Die Blogparade

[Rezension]: Jules Verne – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde Kopie

Tiefer immer tiefer

Jules Verne ist ein französischer Autor des 19./20.Jahrhunderts, dessen bekannteste Werke „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“, „Reise um die Erde in 80 Tagen“ und das vorliegende, welches zu seinem Frühwerk zu zählen ist. Mehr könnte ich aus dem Stehgreif, wenn ich danach gefragt würde, was Jules Verne für Bücher geschrieben hat, nicht aufzählen, was hoffentlich keine Schande ist. Dieses Buch bekam ich eher durch Zufall in die Finger (wie auch „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“), da beide durch meine bessere Hälfte in unser gemeinsames Buchrepertoire eingegangen sind. Da ich immer mal wieder einen leisen Hintergedanken hegte, Jules Verne zu lesen, ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf und begab mich hinab in die finstersten Gänge, die der Yokul am Sneffels zu bieten hat.

Professor Otto Lidenbrock und sein Neffe Axel wohnen zusammen mit der Haushälterin Marthe in Hamburg. Otto Lidenbrock unterrichtet in dem Fach Mineralogie und bringt eines Tages ein altes isländiches Buch aus dem 12.Jahrhundert nach Hause, welches er so eben erworben hat und seinem Neffen vorstellen will. In diesem Buch befindet sich ein Pergament, welches zufällig zu Boden gleitet und in dem sich eine geheime Botschaft in Runenschrift befindet, die von einem gewissen Arne Saknussem, ein isländischer Alchimist des 16.Jahrhunderts, geschrieben wurde. Nach einem langen Hin und Her, den Text zu entschlüsseln, fällt die Lösung dem Neffen Axel eher per Zufall vor die Füße und die Botschaft lautet wie folgt:

„Steige hinab in den Krater des Yokul am Sneffels, auf den der Schatte des Scartaris kurz vor dem Kalenden des Juli fällt, kühner Reisender, und Du wirst zum Mittelpunkt der Erde gelangen. Was ich getan habe. Arne Saknussem.“

Zuerst will Axel verhindern, dass Otto Lidenbrock erfährt, was der Text besagt, aber nachdem dieser allen verbietet, dass Haus zu verlassen und der Hunger bei Axel übermächtig wird, weiht er seinen Onkel in das Geheimnis der Botschaft ein. Lidenbrock ist sofort elektrisiert und befiehlt seinem Neffen die Koffer zu packen, denn sie werden das tun, was Axel befürchtet hatte: zum Yokul aufbrechen und eine Reise zum Mittelpunkt der Erde unternehmen. Mit allen Vorbereitungen und Beschaffung der Nötigen Instrumente und der Verpflegung für die Reise ging es einige Tage später auch los. In Island angekommen wurde den Beiden ein Begleiter namens Hans zur Seite gestellt, der sich während der Reise als treuer Gefährte der Beiden erweisen sollte. Die Abenteuer und Gefahren, die den Dreien nun bevorstehen, hat, außer vielleicht Arne Saknussem, noch kein Mensch durchstehen müssen und wird sie an die Grenze dessen bringen, zu was der Mensch imstande ist zu leisten.

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[Rezension]: Stephen King – 11/22/63 (Der Anschlag)

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„Life turns on a dime. “

Thema: Leg dich nicht mit der Vergangenheit an, denn sie schlägt zurück!
Jacob „Jake“ Epping ist ein Englischlehrer für Erwachsene in dem kleinen Städtchen Lisbon Falls in Maine. In diesem fristet er ein relativ einfaches Leben, unbeachtet von den großen Dingen, die sich auf der Welt abspielen und geschieden von seiner Frau, die ihn für einen Mann verließ, den sie bei den Treffen der anonymen Alkoholiker kennen lernte. Eines Tages jedoch wendet sich dieses einfache Leben in ein aufregendes, als ihm der Imbissbudenbesitzer Al Tempelton offenbart, dass in seinem Diner ein Zeitreiseportal existiert, dass einen in das Jahr 1958 zurück katapultiert. Völlig aufgelöst von dieser Behauptung, startet Jake zu einer ersten Reise in dieses Jahr und bekommt es zuerst mit dem Yellow- Card- Man zu tun, vor dem ihn Al gewarnt hat und der ihm mit dem Hinweis „So gimme a buck, because today’s double-money day“ um einen Dollar bittet. Nicht weiter schlimm, denkt sich Jake und gibt ihm 50 Cent, wie von Al versprochen. Die ersten Eindrücke, die Jake sammelt, sind überwältigend, da alles klarer wirkt und irgendwie besser. Das Bier schmeckt stärker und die Geräusche sind klarer, nur die Luft, die stinkt irgendwie mehr oder anders als im 21.Jahrhundert. Zurück in der Jetztzeit offenbart ihm Al, wie dieses Zeitportal funktioniert, da er es schon unzählige Male benutzt hat, um im Jahr 1958 das Fleisch für seine Imbissbude zu kaufen. Er erklärt ihm, dass jedes Mal, wenn man in die Vergangenheit reist, im Jahr 1958 am 9.September um 11.58Uhr in Lisbon Falls landet und dass, wenn man zurück kehrt, im 21.Jahrhundert nur 2 Minuten vergangen sind, egal, wie lange man in der Vergangenheit war. Zusätzlich hat Al bei seinen verschiedenen Reisen festgestellt, dass die Uhren wieder auf „Null“ gestellt werden, sobald man einmal zurückkehrt und wieder in die Vergangenheit reist. Da man im Jahr 1958 landet, reifte in Al eine wahnwitzige Idee heran, dass man doch eines der schlimmsten Attentate der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts verhindern könne und das sich, wenn man es verhindert hat, viele schlimme Geschichten (Vietnamkrieg, Rassenunruhen, Misstrauen wegen Watergate -Affäre usw.) nicht mehr ereignen werden und die Zeit danach eine bessere wird als die, die wir erlebt haben. Doch eine Krebserkrankung hält Al von diesen Plänen ab, die schon weit voran geschritten waren, weshalb er Jake um seine Hilfe bittet. Erst ist Jake skeptisch und will einen Testversuch unternehmen, ob die Taten, die er in der Vergangenheit begeht, auch die gewünschten Auswirkungen auf die Zukunft haben. Dazu hat er die passende Gelegenheit, denn einer seiner ehemaligen Schüler hat zu dem Thema „lebensveränderte Situationen“ einen Aufsatz geschrieben, indem er sehr plastisch beschreibt, wie der Vater dieses Mannes eine ganze Familie auslöschte und den, der den Aufsatz geschrieben hat, zum Krüppel machte. Diese Geschichte nutzt Jake, um sie in der Vergangenheit ungeschehen zu machen und um zu schauen, was er damit in seiner Gegenwart anrichtet. Dabei lernt er auch, dass die Zeit ein gefährlicher Gegner ist, denn sie wehrt sich umso heftiger, desto näher man seinem Ziel kommt, die Vergangenheit zu ändern. Unter großen Mühen erreicht Jake sein Ziel, muss aber dann zu seinem Entsetzen feststellen, dass seine Tat zwar den gewünschten Effekt hatte, aber das, was danach geschah, nicht in die Rechnung einbezogen hat. Dies will Jake wieder ungeschehen machen und will deshalb nochmal in die Vergangenheit reisen. Als Al wegen den Schmerzen, die sein Krebs erzeugt, Selbstmord begeht, bleibt Jake nicht viel Zeit zum Nachdenken und er unternimmt den erneuten Versuch, in der er sich dem Fall des mordenden Vaters nochmal und diesmal effektiver annimmt und um die große Aufgabe zu stemmen, das Attentat auf JFK zu verhindern. Das er während dieser Zeit, entgegen dem Rat von Al, sich in die Gesellschaft integriert und dabei auch noch die Liebe seines Lebens kennen lernt, macht die eigentlich schwierige Aufgabe zu einer fast unmöglichen.

„On the subject of love at first sight, I’m with the Beatles: I believe that it happens all the time. But it didn’t happen that way for me and Sadie, although I held her the first time I met her, and with my right hand cupping her left breast. So I guess I’m also with Mickey and Sylvia, who said first love is strange.”

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[Rezension]: Karl May – Winnetou

Abenteuergeschichten in einem unbekannten Land

Wer kennt sie nicht, die Geschichte der bekanntesten Blutsbrüder des 19./20.Jahrhunderts, mit ihren berühmten Verfilmungen und auch der berühmten Parodie, welche einer der erfolgreichsten deutschen Filme der letzten Jahrzehnte war (und seitens der Besucherzahl auch noch immer ist). Woher rührt die Faszination an diesem Stoff, der so viele Generationen vor uns begeistert hat und sicher auch noch einige nach uns? Dieser Frage wollte ich zum einen nachgehen, als ich die 3 Teile von Karl May wiederholt anfing zu lesen und zusätzlich lag der letzte Lesedurchgang ein paar Jahre zurück und der Staub auf den Erinnerungen an diese Bücher sollte endlich mal wieder mit dem Staubwedel namens Auge entfernt werden. So machte ich mich vor einiger Zeit, parallel zu anderen Büchern, die ich in der Zeit gelesen habe, auf die Reise in den Wilden Westen, wie er von Karl May ersonnen war und möchte euch hiermit mein Zeugnis ablegen, wie ich die Bücher heute empfand.

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[Rezension]: Uwe Tellkamp – Der Turm

Ich habe es getan und ich habe es geschafft. Was habe ich getan? Ein Buch gelesen, dass einmal für den Deutschen Buchpreis nominiert war und diesen auch gewonnen hat. Zum einen. Und zum anderen habe ich nach knapp 2 Monaten dieses Mammutwerk von knapp 1000 Seiten mit blumiger Sprache durchsetzt endlich hinter mir. Oder doch leider hinter mir? Ich weiß es nicht so richtig, denn dieses Werk, welches Spannung und unendliche Langeweile in sich vereint, welches in mir längst vergessene Bilder wieder aufleben ließ, ist anstrengend gewesen und es hat mir Mühe gekostet, es zu lesen. Dieses „Erlebnis“ möchte ich nun teilen.

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[Rezension]: Elanor Dymott – Bevor sie mich liebte

Gedanken im (Zeit)- Schleudergang

„Wenn ich zu meiner Frau befragt würde, müsste ich von vornherein sagen, dass ich nicht viel von ihr weiß.

Jedenfalls nicht so viel, wie ich dachte.“

Alex Petersen hat seine Frau Rachel verloren. Sie wurde ermordet und er hat sie als erstes am Tatort gefunden und muss nun mit dem Verlust, den dieser tragische und plötzliche Tod in seinem Leben verursacht, zurechtkommen. Zu Beginn gelingt ihm das recht gut und er redet sich ein, dass alles wieder besser wird. Doch in seiner Arbeit als Jurist schleichen sich immer mehr kleinere Fehler ein, sehr zum Unmut seiner Geschäftspartner und Kunden, so dass diese irgendwann die Reißleine ziehen und ihm ein Ultimatum stellen. Er soll sich in ein Sabbatical von 3 Monaten nehmen und in dieser Zeit versuchen die Trauer um seine Frau zu verarbeiten, da diese seine Arbeit zu sehr beeinflusse. Nachdem er das Sabbatical angetreten hat, eröffnet ihm Harry Gardner, ein Professor in Oxford der Literatur unterrichtet und bei dem auch Rachel gelernt hat, dass er noch ein paar Sachen von seiner Frau hätte und er sie ihm gerne überreichen möchte. Harry ist für Alex kein Unbekannter, studierte er doch ebenfalls in Oxford, wo er auch Rachel das erste Mal kennen lernte. Doch in Wahrheit wird ihm Harry eine Geschichte erzählen, die Rachels Tod in einem völlig neuen Licht zeigen wird und bei der die Vergangenheit wieder lebendig wird, denn die Ereignisse, über die Harry berichten will und die bis in die Gegenwart reichen, sind auch Alex nicht gänzlich unbekannt. Durch diese Geschichte lernt Alex endlich loszulassen, weil er endlich die Seite seiner Frau kennen lernt, die ihm noch unbekannt war und er erfährt auch den Grund, warum seine Frau sterben musste.

„Die Geschichte, die Harry mir in jener Nacht am Kamin seiner College-Wohnung zu erzählen begann, war am Ende gar nicht so kompliziert. Es war eine traurige und schmutzige Geschichte, aber es ließ sich nicht leugnen, dass sie im Grund einen recht geradlinigen narrativen Verlauf nahm.“

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[Rezension]: Stephen King – Das Leben und das Schreiben

„Schreibe bei geschlossener Tür, überarbeite bei geöffneter Tür“

 Stephen King - Das Leben und das SchreibenEin Schreibratgeber der etwas anderen Art

 Stephen King vorzustellen macht fast gar keinen Sinn, da dieser Schriftsteller, man mag es positiv oder auch negativ sehen, eine lebende Legende unter der schreibenden Zunft ist. Er hat die Unschuld von der Figur des Clown genommen, der uns in ES das Fürchten lehrte, ebenso hat er dem Friedhof das Unheimliche wiedergegeben, indem er da Kuscheltiere wiederbelebte (und auch einiges anderes, was dann Untot durch Maine stapfte), er hat Seuchen über die Menschheit gejagt und das letzte Gefecht ausgerufen und er hat einem Mann auf eine Odysee nach einen Dunklen Turm geschickt, für die die Beschreibung unmenschlich noch positiv klingt. Er hat mehr als 40 Romane verfasst (gute wie schlechte) und an die 100 Kurzgeschichten (davon einige preisgekrönt) veröffentlicht. Im Oktober steht mit Doctor Sleep schon der nächste Roman von ihm in den Startlöchern (eine Fortsetzung zu The Shining), nachdem er dieses Jahr mit Joyland schon einen Krimi der alten Schule herausgebracht hat. Seine Werke haben in Film, Fernsehen und mittlerweile auch bei den Graphic Novels von Marvel Anklang gefunden und er hat bestimmt noch einige Pfeile im Köcher um seine treuen Leser zu beglücken.
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[Rezension]: Rike Drust – Muttergefühle und Remo Largo – Babyjahre

„Wie toll wäre es, wenn Mutterschaft wieder normal wäre? Es nervt, dass alles, was mit ihr zu tun hat, emotional und moralisch so extrem aufgeladen ist. Jeder Hans und Franz weiß es besser als die Mutter, und statt einfach mal die Klappe zu halten, posaunen alle ihre Meinung ungefragt heraus, nie ohne Spätfolgen durch mütterliche (Fehl)- Entscheidungen zu warnen.“

Ich habe, nachdem ich Rike Drusts Buch Muttergefühle fertig gelesen habe, einige Zeit mit mir gerungen, ob ich die Besprechung nur über dieses eine Buch mache oder ob ich ihrem Werk auch das Sachbuch von Remo Largo gegenüberstelle, was in vielen Fällen als Referenzwerk herangezogen wird, wenn es um Kindererziehung geht und welches ich auch schon einige Male zur Hand genommen habe, als meine Partnerin und ich bei unserem Kind nicht so recht wussten, was er nun wollte.

Ich habe mich nun dafür entschieden beide vorzustellen, auch wenn sie unterschiedlicher Natur sind. Doch gerade weil Rike Drust das Buch von Remo Largo in einigen ihrer Kapitel besonders hervorhebt lohnt sich eine Doppelbesprechung in meinen Augen.

Kinder können einen wahnsinnig machen. Von einer die auszog, die Wahrheit zu verkünden.

Rike Drust, ihres Zeichens (laut Klappentext) freiberufliche Werbetexterin für verschiedene Firmen, hat mit Muttergefühle ihr erstes Buch veröffentlicht, in dem sie ihre Gefühle und Meinungen wiedergibt, die die Kindeserziehung und das Leben mit Kind betreffen. Außerdem betreibt oder betrieb sie einen Blog (letzter Eintrag von Mitte 2012) namens infemme. Sie lebt mit Mann und Kind in Hamburg.

Bei dem Thema Kinder und allem was dazu gehört, zum Beispiel Fremdbetreuung, Stillen, schlaflose Nächte, Erziehung, Freizeit mit Kind (und auch ohne), kann man sich eigentlich nur den Mund verbrennen, sobald man seine Meinung dazu kundtut. Rike Drust hat den Versuch trotzdem gewagt und das heikle Thema Leben mit Kind und als Mutter in Buchform gebracht. Dabei geht sie so vor, dass sie das Buch in verschiedene große Abschnitte einteilt, die sie mit „Der Anfang. Die erste Zeit mit Kind“, „Die Familie“, „Der Alltag“, „Die Kindererziehung“, „Die Partnerschaft“ und noch einigen anderen Themen überschreibt. Diese Abschnitte sind in einzelne kleine Kapitel unterteilt, in denen sie zu den jeweiligen großen Themen ihre eigenen Erfahrungen und Meinungen notiert hat und allen, die es interessiert, zum Lesen in Buchform überlässt. Da ist dann so ziemlich alles enthalten, was das Leben mit Kind ausmacht, angefangen vom Stillterror, der in der heutigen Zeit herrscht über den ebenso und gleichwertigen Schrei- bzw. Schlafentzugsterror, den das Kind ausübt weiter zu den Anspannungen in der Partnerschaft, die das Leben mit Kind mit sich bringen und zu dem großen Thema Gleichberechtigung, welches sich so richtig offenbart, wenn es darum geht, wer das Kind in den ersten Monaten zu Hause betreut. Einzelne Themen herauszupicken und zu analysieren macht fast keinen Sinn und man würde sich nur verheddern (bzw. siehe oben mit dem Mund verbrennen).
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