[Rezension]: Martin Kordić – Wie ich mir das Glück vorstelle

IMG_20141122_123554Gedanken zum Krieg aus kindlichem Auge und mit ebensolchen Worten beschrieben

„Weil die Mutter nur einen Mädchennamen für das Kind hat, und die jetzt halbtot auf der Sitzbank liegt, beschließt die Oma, das Kind nach der Stadt zu benennen, in die der Onkel zieht, als der die Rückbank aus dem Bus ausbaut und in die Küche stellt: Viktor, die Stadt des Goldes und der Goldsucher in Amerika.“

„Wie ich mir das Glück vorstelle“ hatte Sophie von Literaturen vor einer Weile auf ihrem Blog vorgestellt und genau da bin ich auf dieses Buch auch aufmerksam geworden. Welch glücklicher Umstand, dass sie es vor einer Weile auf eine Literatour geschickt hat, an der ich ebenfalls teilnehme, weshalb ich euch mit diesem Beitrag beglücke. Bisher ist im Zuge dieser Literatour das Buch auf den folgenden Blogs vorgestellt worden: lustauflesen und auf leckerekeckse von Silvia. Die Dritte im Bunde, die das Buch vor mir hatte, hat, soweit es meine Recherche im Netz erbrachte keine Rezension zu diesem Buch geschrieben. Falls da noch etwas kommt, verlinke ich es selbstverständlich an dieser Stelle.

„Die Stadt der Brücken liegt unter mir im Tal, aber ich kann die nicht sehen. Überall ist Nebel. Fast bis hier hoch. Von der Explosion kann ich auch nichts sehen. Ich will nach dem Hund rufen, aber ich kenne den Namen nicht.“

Nun ist das Buch bei mir gelandet und ich bin noch etwas zwiegespalten, ob meiner Bewertung zu diesem Buch. Einerseits hat es mir die Sprache und der Aufbau des Buches schwer gemacht, in die Geschichte hineinzufinden. Gerade die Sprünge in der Zeit, die in schöner Regelmäßigkeit eingeflochten werden, haben mir den Orientierungssinn vernebelt, da Viktor, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird alles im Präsens erzählt, was bedeutet, dass gerade erlebtes und lange zurückliegendes immer in der Gegenwartsform beschrieben werden und so einen roten Faden anfangs vermissen lassen. Ebenso mischt sich (wahrscheinlich) eine höhere Erzähldistanz ein, die ihre Sicht der Dinge darbietet und die man ebenfalls versucht in die Geschichte einzuordnen. Weiterlesen „[Rezension]: Martin Kordić – Wie ich mir das Glück vorstelle“

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[Longlistlesen 2014] [Rezension]: Ulrike Draesner – Sieben Sprünge vom Rand der Welt

Die verlorenen Generationen „Man konnte die Gegenwart durch die Vergangenheit nicht erklären, nur versäumen.“ „Als ich die letzte Spalte schluckte war es eine Kindheit später.“ Die Longlist ist schon lange Geschichte und auch die kurze Liste wurde mittlerweile von Lutz Seiler und seinem Roman „Kruso“ abgelöst, der als bestes Buch des Jahres gekürt wurde. Durch … Weiterlesen [Longlistlesen 2014] [Rezension]: Ulrike Draesner – Sieben Sprünge vom Rand der Welt

[Rezension]: Walter Kirn – Blut will reden

Über einen Schriftsteller, der auf einen Geschichtenerfinder hereinfiel „Ich hoffte, hier etwas zu lernen, mich zu wappnen. Ich hatte mich von ihm und seiner Show verzaubern lassen und bekam jetzt die Chance, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und seine Tricks erklärt zu bekommen.“ Walter Kirn, wie ich bei einer kurzen Recherche herausfand, ist der … Weiterlesen [Rezension]: Walter Kirn – Blut will reden

[Gastrezension]: Max Monnehay – Dorf der Idioten

Vor wenigen Wochen stellte ich euch den Roman „Dorf der Idioten“ von Max Monnehay vor (siehe hier), welches ich als Gastrezension für die Bibliophilin lesen durfte (siehe hier). Nun ist das Buch weiter gewandert und Kathrin von Phantasienreisen hat sich dieses Buches angenommen. Ihre Meinung, die meiner ganz ähnlich ausfällt, könnt ihr nun im Folgenden lesen … Weiterlesen [Gastrezension]: Max Monnehay – Dorf der Idioten

[Rezension]: Martin Gülich – Was uns nicht gehört

Über die Dinge im Leben, die einem Selbiges versauen „Mein Leben hatte ein paar Schrammen abbekommen. Nichts Arges, aber doch genug, um mich ein wenig aus dem Tritt zu bringen.“ Jeder kennt es wahrscheinlich, dieses Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, abgestoßen von der Firma, vom Freund/der Freundin, von Bekannten oder von der Familie und … Weiterlesen [Rezension]: Martin Gülich – Was uns nicht gehört

[Rezension]: Suni-Mi Hwang – Das Huhn, das vom Fliegen träumte

Eine Fabel auf eine getriebene, normierte Welt von heute. Leider ohne zufriedenstellende Antwort „Sprosse war der beste Name der Welt. Sprossen bildeten Blätter heraus, die von Wind und Sonne berührt wurden, bevor sie abfielen, vermoderten und zu Erde wurden, auf der wohlriechende Blumen wachsen konnten. Sie wollte aus ihrem Leben etwas machen, wie die Sprossen, … Weiterlesen [Rezension]: Suni-Mi Hwang – Das Huhn, das vom Fliegen träumte

[Rezension]: Paul Beldt – Wollmann widersetzt sich

Der Leser entsetzt sich – Eine Warnung Bernd übernachtet im Garten, in einem Zelt und wird von neugierigen Journalisten und Touristen belagert, die das Phänomen betrachten wollen, dass jemand vor seiner Frau in den eigenen Garten flüchtet und da im Zelt übernachtet statt im Haus. Wie kam es dazu? Und wieso Bernd? Was hat seine … Weiterlesen [Rezension]: Paul Beldt – Wollmann widersetzt sich

[Longlistlesen 2014]: Sieben Sprünge vom Rand der Welt – Schweren Schrittes dem Ende entgegen oder wie man damit kämpft, ein Buch zu beenden, zu dem der Zugang fehlt

Voller Vorfreude bin ich dieses Buch angegangen, bin in die ersten Seiten getaucht und, wie man meinem ersten Beitrag zu den 7 Sprüngen anmerkte, den ich für die Aktion Longlistlesten 2014 verfasst habe, ist es mir nicht wirklich gelungen, diese Vorfreude in Lesefreude zu verwandeln. Nun steht die Frankfurter Buchmesse mit der Verleihung des Deutschen Buchpreises vor … Weiterlesen [Longlistlesen 2014]: Sieben Sprünge vom Rand der Welt – Schweren Schrittes dem Ende entgegen oder wie man damit kämpft, ein Buch zu beenden, zu dem der Zugang fehlt

[Notiz]: Neue Seite: Gastrezensionen – Die Bücher

Hallo an alle fleißigen Mitleser auf meiner Seite. Eine kleine Info am Rande möchte ich euch heute mit diesem Beitrag mitteilen. Da sich immer wieder Bücher bei mir einfinden, die entweder gar nicht, nur einmal oder teilweise gelesen werden (was manchmal kein Urteil über die Qualität sein muss) und aus diesen Gründen das Bücherregal verstopfen, möchte … Weiterlesen [Notiz]: Neue Seite: Gastrezensionen – Die Bücher

[Rezension]: Klester Cavalcanti – Der Pistoleiro (Die wahre Geschichte eines Auftragsmörders)

Verdrehte Moralvorstellungen „Denn der Mann, den ich durchschnittlich ein Mal im Monat interviewen sollte, ist ein Auftragsmörder, der in fünfunddreißig Arbeitsjahren fast fünfhundert Menschen getötet hat. 492 genau, von denen 487 akribisch in ein Heft eingetragen wurden, mit Datum, Tatort, dem Betrag, den er für die Arbeit erhalten hat, und vor allem, den Namen der … Weiterlesen [Rezension]: Klester Cavalcanti – Der Pistoleiro (Die wahre Geschichte eines Auftragsmörders)