[Notiz]: Neue Seite: Gastrezensionen – Die Bücher

Hallo an alle fleißigen Mitleser auf meiner Seite. Eine kleine Info am Rande möchte ich euch heute mit diesem Beitrag mitteilen. Da sich immer wieder Bücher bei mir einfinden, die entweder gar nicht, nur einmal oder teilweise gelesen werden (was manchmal kein Urteil über die Qualität sein muss) und aus diesen Gründen das Bücherregal verstopfen, möchte … Weiterlesen [Notiz]: Neue Seite: Gastrezensionen – Die Bücher

[Rezension]: Klester Cavalcanti – Der Pistoleiro (Die wahre Geschichte eines Auftragsmörders)

Verdrehte Moralvorstellungen „Denn der Mann, den ich durchschnittlich ein Mal im Monat interviewen sollte, ist ein Auftragsmörder, der in fünfunddreißig Arbeitsjahren fast fünfhundert Menschen getötet hat. 492 genau, von denen 487 akribisch in ein Heft eingetragen wurden, mit Datum, Tatort, dem Betrag, den er für die Arbeit erhalten hat, und vor allem, den Namen der … Weiterlesen [Rezension]: Klester Cavalcanti – Der Pistoleiro (Die wahre Geschichte eines Auftragsmörders)

[Longlistlesen 2014]: „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ – Der erste Sprung, einer ins kalte Wasser

Letzte Woche habe ich euch darauf eingeschworen, dass es bei mir bis zum Buchpreis ein paar Beiträge zu dem Buch „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ geben wird. Ein paar dieser Beiträge davon betreffen meine Leseerfahrungen, die ich in dieser Zeit mit dem Buch von Ulrike Draesner machen werde und genau darum geht es heute, … Weiterlesen [Longlistlesen 2014]: „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ – Der erste Sprung, einer ins kalte Wasser

[Notiz]: Das Lesen der Longlist – Die Vorbereitungen

Lasst uns den Lesereigen beginnen – Vorbereitungen zur Aktion Longlistlesen 2014 An dieser Stelle möchte ich als erstes ein Dankeschön an die Bücherliebhaberin Vera setzen, die es mir ermöglichte an der Aktion Longlistlesen 2014 teilzunehmen, welche im Zuge der Verleihung des Deutschen Buchpreises von Bloggern für Blogger (und natürlich andere Buchbegeisterte) von den folgenden Menschen initiiert wurde (Mara von buzzaldrins, … Weiterlesen [Notiz]: Das Lesen der Longlist – Die Vorbereitungen

[Notiz]: Das Regal, dass einen in andere Welten schickt oder Wie ich Mitglied bei der Büchergilde wurde

Vor ein paar Tagen, während des Urlaubs in der Heimat, war ein Tag eingeplant der dem Einkaufen oder neudeutsch Shoppen verschrieben war. An Bücher wurde dabei vorerst im zweiten Rang gedacht. Doch als wir beim einmarschieren in das Dresdner Shoppingparadies an einem altehrwürdigen Buchladen am Altmarkt vorbeikamen, war es vorbei mit der Konzentration auf andere Dinge. … Weiterlesen [Notiz]: Das Regal, dass einen in andere Welten schickt oder Wie ich Mitglied bei der Büchergilde wurde

[Rezension]: Karl Marlantes – Matterhorn und Was es heißt, in den Krieg zu ziehen

Krieg ist schmutzig! Krieg heißt töten und getötet werden! 

Karl Marlantes, der seinerzeit als Offizier der Infanterie in Vietnam eingesetzt wurde, hat zwei bemerkenswerte Bücher über genau diesen Krieg geschrieben, der ihn für sein restliches Leben geprägt und nie mehr losgelassen hat. Zum einen den fiktionalen Roman „Matterhorn“, der durch mit seinen Erfahrungen, die er während dieses teils grausamen Gemetzels gemacht hat, durchsetzt ist und für den er mehr als 30 Jahre brauchte, um diesen zu Papier zu bringen. Auf der anderen Seite hat er einen Erfahrungsbericht über den Krieg selbst geschrieben. In „Was es heißt in den Krieg zu ziehen“ beschreibt er, wie er den Vietnamkrieg verarbeitet hat und unterbreitet Argumente, wie man zukünftige Generationen von Veteranen und Kriegsteilnehmern besser auf das danach und das währenddessen eines Krieges vorbereiten kann, denn eines muss man sich in so einem Fall immer vergegenwärtigen: zieht man in einen kriegerischen Konflikt kommt es meist zwangsläufig dazu, dass man andere Menschen töten muss und das kann einen für das restliche Leben traumatisieren. Beide Bücher zusammen ergeben ein interessantes Gesamtpaket, der die ganze Faszination und die ganze Abscheu, die man kriegerischen Konflikten und allem was dazu gehört, entgegenbringt in sich vereint und das man unbedingt zusammen lesen sollte, um das jeweils andere Buch zu verstehen und einordnen zu können.

„Soldaten müssen lernen, die Erfahrung des Tötens zu akzeptieren und ihre Psyche neu zusammenzusetzen. Die meisten werden mit dieser Aufgabe alleine gelassen.“

Bezwinge das Matterhorn und du bist gestählt für dein restliches Leben

„Matterhorn“ ist ein fiktionaler Roman, der auf den Erfahrungen von Karl Marlantes beruht und in dem er mit Waino Mellas sein alter Ego einführt, der als unerfahrener Offizier nach Vietnam zu seiner ihm zugeteilten Einheit, der Bravo Kompanie, in einer Zeit hinzukommt, als diese eine Bergkuppe, die den titelgebenden Namen Matterhorn von den Soldaten bekommen hat, so vorbereiten soll, dass diese gegen gegnerische Angriffe geschützt ist. Das bedeutete eine ermüdende tägliche Routine aus Verteidigungsbunker ausheben und tarnen einerseits und andererseits von den Erkundungsmärschen in den dichten Dschungel, der die Soldaten extrem ermüdet in ihr Lager zurück kehren lässt. Außerdem haben die Soldaten Probleme mit der Hygiene und leiden an Dschungelfäule und haben Probleme mit Blutegeln, dem auch der direkte Vorgesetzte von Mellas zum Opfer fällt und der ihn eigentlich in die Arbeit mit dem zu Mellas zugeteilten Zug einführen sollte.
Als die Arbeiten an den Verteidigungsanlagen auf dem Matterhorn fast abgeschlossen sind, beschließt die obere Führung, den Berg aufzugeben und die Bravo Kompanie zu einem anderen Auftrag abzuziehen, bei dem sie eigentlich eine neue Artillerie-Stellung aufbauen sollen, die sich aber zu einer Horror-Übung ausartet, bei der die Vorgesetzten der Bravo Kompanie den Auftrag geben, gewisse Checkpoints in einer vorgegebenen Zeit zu erreichen. Dummerweise ist es in dem unwegsamen Gelände unmöglich, die Zeitvorgaben einzuhalten und da die Verpflegung der Kompanie nicht so lief, wie ursprünglich geplant, hat die Kompanie keine Rationen mehr und die Soldaten ernähren sich teils nur noch von den Pflanzen, die sie im Dschungel finden und das hat teils dramatische Folgen.
Nach diesem nervenaufreibenden Einsatz wird die Bravo Kompanie als Sondereinsatzkommando eingeteilt, die in solchen Situationen eingreifen soll, wenn andere Einheiten in extreme Schwierigkeiten geraden. Dieser Fall tritt ein, als eine andere Kompanie in der Nähe des Matterhorns in Bedrängnis gerät. Mellas und seine Kameraden helfen der Kompanie heraus und erhält gleichzeitig den Auftrag, das Matterhorn und den daran angrenzenden Berg Eiger von der nordvietnamesischen Armee zurück zu erobern, was nichts anderes bedeutet, die Stellungen anzugreifen, die sie erst einige Wochen vorher selber ausgehoben haben. …

„Nichts, absolut gar nichts, schien mit der Intensität des Krieges und der in ihm gemachten Freundschaften konkurrieren zu können. Ich fühlte mich vollkommen leer […].“

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[Notiz]: Longlist. Shortlist. Alles Mist? – Gedanken zur Listengestaltung oder wie sie den gemeinen Buchkäufer beeinflusst

Jedes Jahr wieder kommt es im Frühjahr und, wie jetzt zum kommenden Herbst, eine heiße Diskussion um Nominierungen, die ganz viele Literaturblogs beschäftigen. Wer wissen will, wer auf dieser Liste steht, kann das auf der offiziellen Seite des Deutschen Buchpreises nachlesen. Die vielfältigen Diskussionen, die diese Nominierung nach sich zog, kann man zum Beispiel in … Weiterlesen [Notiz]: Longlist. Shortlist. Alles Mist? – Gedanken zur Listengestaltung oder wie sie den gemeinen Buchkäufer beeinflusst

[Rezension]: Christoph Werner – Marie Marne und das Tor zur Nacht

Schöne neue Traumwelt

Schlafen. Das wichtigste Bedürfnis des Menschen neben Trinken und Essen. Ohne Schlaf könnten wir nicht überleben. Jeder weiß, wie es sich anfühlt, wenn man mal eine Nacht durchgemacht hat und mehr als 30 Stunden auf den Beinen war – man ist körperlich und geistig vollkommen fertig und wünscht sich nur noch ein Bett, in dem man sich ausschlafen kann. In diesem Buch wird der Schlaf, den Menschen dazu nutzen ihre Gedanken ordnen und verarbeiten zu können, einem viel wichtigeren untergeordnet – der Zeit. Diese braucht man, um wichtige Dinge zu erledigen, um seinen Job zu machen, um sich in der Freizeit zu vergnügen und um nichts zu verpassen. Da kommt die Firma All Day Industries gerade recht. Diese bietet gegen ein nicht geringes Entgelt eine Möglichkeit an, den Schlaf so lange zu unterbinden, wie es für den einzelnen möglich ist. Die Risiken werden ausgeblendet und jeder, der es sich leisten kann, nutzt die Angebote der Firma. Dabei reagiert jeder Mensch unterschiedlich auf das Verfahren. Diese Unterschiede misst man mit einem sogenannten ADI- Wert, der angibt, wie lange eine Person nach einem ADI- Traum wach bleibt. Im Durchschnitt sind ein paar Tage im Wachzustand normal und alles, was in den 2- Wochenbereich hinein geht, ist überdurchschnittlich. Doch es gibt auch Menschen, die einen sehr hohen ADI- Wert aufweisen und Marie Marne ist eine davon. Bei ihr wird durch einen Zufall, denn sie darf mit 13 Jahren noch keinen ADI- Traum kaufen, ein Wert von 113 Tagen gemessen. Darauf wird Dr. Puck, der die Firma All Day Industries gegründet hat, aufmerksam und setzt einen Mann namens Mr. Phisto auf Marie Marne an, um einen teuflischen Plan in die Tat umzusetzen, der die Art und Weise, wie die Menschen ihr Leben führen, und vor allem ihren Tag/Nacht – Rhythmus für immer verändern würde.
Als Maries Vater in eine seltsame Trance fällt, die sich niemand erklären kann, hat Mr. Phisto das nötige Druckmittel in der Hand, um den Plan umzusetzen, der die Welt in Chaos stürzen kann. Marie glaubt die Geschichte von Mr. Phisto und lässt sich auf ein teuflisches Spiel ein, um ihren Vater zu retten.

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[Rezension]: Manuel Niedermeier – Durch frühen Morgennebel

Konturen sind zu erkennen, aber das Gesamtbild verschwindet hinter dichten Nebelschwaden

„Ich sehe etwas, ich drücke ab und habe das Bild. In letzter Zeit interessiert mich vor allem, wie der Mensch seine Umwelt beeinflusst. Menschen sind noch immer selten auf meinen Bildern, da hat sich seit den frühen Fotos nicht viel geändert. Die Konsequenzen ihres Handelns schon.“

Ein Buch, das, wie man es von Nebel kennt, Konturen zeigt, doch weiter dahinter dringt man nicht vor. Es bleibt diffus. Man tastet sich in die Nebelwand hinein, läuft hierhin, dahin und doch kann man nur Umrisse erkennen. Nichts Konkretes offenbart sich, alles ist irgendwie in Watte gepackt und selbst die Geräusche kommen gedämpfter ans Ohr. So erging es mir auch in diesem Roman, der mir eine konturenhafte Geschichte präsentierte und sich nicht allzu weit in Details verliert. Wenn man das Redundante mag, sich viele Dinge noch selber im Kopf zurechtlegen möchte, dann ist man in diesem Buch gut aufgehoben. Bei mir persönlich erzeugte das Buch keinen besonderen Nachklang. Es wirkte auf mich seltsam „blutleer“ (nicht im Sinne von blutigen Taten gemeint) und spannungsarm und kreiste mir zu sehr um die Personen Clemens, John und Laura, die eine tragische Geschichte miteinander verbindet und die auch im Zentrum der Geschichte steht. Alles andere wurde weitestgehend ausgeblendet oder soweit verknappt erzählt, dass irrelevant für die Geschichte ist.

Worum geht es?
Clemens wird verhört. Verhört zu dem Tod von John, den er nicht verhindert hat, als dieser sich ins Eismeer stürzte. Diese Geschichte fängt mit dem Ende an und beschreibt uns mit Clemens einen Charakter, der sich hinter der Linse seiner Kamera „versteckt“ und die Momente die ihn bewegen für später auf Bildern konserviert. So, wie er das auch bei dem Sturz von John macht, mit dem er zusammen auf einem Forschungsschiff unterwegs war und eine Kajüte mit ihm teilte. John selber ist Meeresbiologe und will mit dieser Reise neue Forschungen über Belugawale betreiben, welche er in seine wissenschaftlichen Arbeiten einfließen lassen möchte, an denen er aktuell arbeitet und die kurz vor dem Abschluss stehen. John hat ein Problem, welches er nicht mit Clemens teilen möchte. Er schläft schlecht und ist deswegen unausstehlich mit seinen Launen. Er raucht viel zu viel und wirkt sehr nachdenklich. Das hat auch Auswirkungen auf Clemens, da er durch die nächtlichen Angstattacken von John ebenfalls nicht schlafen kann wirkt er gereizt und durch das enge Zusammenleben auf dem Schiff kann man sich auch nicht aus dem Weg gehen. Irgendwann mischt Clemens John Schlafmittel in sein Essen, damit beide ruhigere Nächte haben und besser miteinander auskommen. Irgendwann gesteht Clemens gegenüber John sein tun und entschuldigt sich dafür. Trotz dieses Vertrauensbruches rücken die beiden doch etwas näher zusammen und John erzählt ihm in Rückblenden von Laura und was ihnen beiden wiederfahren ist, kurz bevor John zu dieser Forschungsreise aufgebrochen ist. Diese schicksalhafte Begegnung mit Laura und allem was damit zusammenhängt bildet das zentrale Motiv und gipfelt in dem Selbstmord von John.

„Clemens öffnete die Umhäusung einer Laterne und entzündete sie. Licht und Schatten.“

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[Rezension]: Luca di Fulvio – Der Junge der Träume schenkte

Ein Cocktail aus Wohlfühlroman und rohen Gewaltdarstellungen

Dieser Roman ist mir eher durch Zufall in den Schoß gepurzelt, als das ich ihn unbedingt hätte lesen wollen. Zu dem Zeitpunkt als ich mir das Buch kaufte, wollte ich mir einfach ein Wohlfühlbuch zu Gemüte führen. Doch bevor ich anfing zu lesen, hatte ich einige Kritiken und Besprechungen zu diesem Werk gesehen, die mich einerseits abschreckten, aber andererseits dem Buch eine weitere Ebene hinzufügten, die es interessanter werden ließen, als ich zuerst annahm. Darauf möchte ich später näher eingehen. Jedenfalls lag das Buch über ein Jahr im Schrank, bevor ich mich traute, es in die Hand zu nehmen und zu lesen. Und was soll ich sagen? Ich konnte mich diesem Sog aus Gewalt, Liebe und familiärer Wärme nicht entziehen und habe das Buch innerhalb weniger Tage ausgelesen. Es gab manche Passagen, die mir nicht gefallen haben, aber in der Summe ist es ein lesenswertes Buch über einen jungen Mann, der mit seiner Gabe die Menschen verzaubern kann. Worum geht es in diesem Buch im Allgemein? Zuallererst um die Liebe zweier Menschen, die sich immer wieder aus den Augen verlieren und doch nah beieinander sind und gegen alle Stürme, die ihnen entschlagen, gewappnet sind. Doch es mischen sich viele andere Dinge unter diese Liebesgeschichte. Da werden Entwurzlungen beschrieben. Es geht um das Leben in einer neuen, fremden Welt, um Entscheidungen und wie sie das weitere Leben beeinflussen, um Freundschaft und Verrat, um Neid und Missgunst und wie diese einen Menschen auffressen und zerstören können. Man sollte an dieser Stelle annehmen, dass es dem Ganzen zu viel wird und es ein Buch ist, in welchem vor überladenen Szenen nur so wimmelt. In gewissen Passagen ist das auch der Fall, doch in der Summe präsentiert uns di Fulvio ein waschechtes ausgewachsenes Epos um eine junge italienische Frau, die gezwungenermaßen nach Amerika auswandert und ihr Leben allen Widerständen zum Trotz gestalten kann, und deren titelgebendes Kind, der mit einer Gabe ausgestattet ist, die die Menschen träumen lässt und die ihn vor einer Karriere als Gauner des New Yorker Untergrunds bewahrt.

Dieser Roman ist zeitlich zweigeteilt aufgebaut. Der zeitlich frühere Teil spielt in einem Rahmen ab 1909. Wir lernen das Mädchen Cetta kennen, die von ihrer Mutter zu einem Krüppel gemacht wird, um einer Vergewaltigung durch den Gutsherren zu entgehen. Dieses Vorhaben gelingt der Mutter, doch eine Vergewaltigung ihrer Tochter durch einen anderen Gutsherren kann sie trotzdem doch nicht verhindern. Aus dieser Vergewaltigung entsteht Natale. Mit der Schmach der Vergewaltigung und weil Cetta ihrem Sohn ein Leben in ständiger Abhängigkeit von irgendwelchen Gutsherren ersparen und ihm ein besseres Leben ermöglichen möchte setzt sie sich in den Kopf nach Amerika zu fliehen, denn wo, wenn nicht in Amerika soll das funktionieren? Sie setzt ihren Plan in die Tat um, doch da sie kein Geld hat muss sie ihren Körper verkaufen um ihr Ziel zu erreichen, was sie demütig hinnimmt. Kaum in New York angekommen wird sie bei der Einwanderungskontrolle von einem Edelbordellbesitzer aufgenommen, der sogleich ihre Dienste in Anspruch nehmen will. Da sie sich aber weigert ihren Jungen, der bei der Einwanderungskontrolle den Namen Christmas in seinen Pass gestempelt bekam, zur Adoption freizugeben, wird sie in die Hände des skrupellos erscheinenden Sal gegeben. Der bringt sie bei einem älteren italienischen Ehepaar unter und sie darf ihren Sohn behalten. Als Prostituierte muss sie aber trotz allem arbeiten. Sie fügt sich in ihr Schicksal, welches sie zum Wohle ihres Kindes auf sich nimmt. In den nun folgenden Jahren arrangiert sie sich in ihrem Job, verliebt sich in Sal , lernt die englische Sprache und eignet sich die amerikanische Mentalität an, ohne ihre italienischen Wurzeln zu vergessen. Als das alte Ehepaar, bei dem Cetta untergekommen ist, stirbt, überlässt ihr Sal zuerst den Wohnkeller, in dem das alte Ehepaar gelebt hatte und dann, als sich ihm die Möglichkeit bietet, verschafft er ihr eine eigene Wohnung im rasant wachsenden New York. Im Wechsel dazu erleben wir den mittlerweile 13jährigen Christmas, der mit den rauen Sitten der New Yorker Straßen zurechtkommen muss. Um Stärke gegenüber anderen Gangs, die in etwa im gleichen Alter sind, zu beweisen gründet er mit Santo, seinem besten Freund, zusammen eine Straßengang namens Diamond Dogs, die es aber aufgrund verschiedener Gründe nicht über den Status Gründung hinausbringen, doch werden die Diamond Dogs in einem anderen Zusammenhang zu Berühmtheit gelangen. Das Schicksal führt den Jungen mit Ruth zusammen, die er auf der Straße gefunden hatte. Sie wurde von einem anderen Jungen namens Bill aus Neid und Missgunst (Ruth stammt aus einer reichen jüdischen Familie) vergewaltigt und verstümmelt. Christmas bringt sie in ein Krankenhaus, wo sie gut versorgt wird und die Wunden, jedenfalls die, die zu sehen sind, verheilen können. Aus diesem Ereignis heraus entsteht zwischen den beiden eine tiefe, innige Freundschaft, die unter dem Wohlwollen des Großvaters von Ruth erhalten bleibt. Als dieser stirbt, verlässt die Familie New York, um in Los Angeles ihr Leben weiter zu leben. Christmas verspricht ihr, als sie mit dem Zug den Bahnhof verlassen, dass er sie finden wird, egal wo sie ist. Weitere 5 Jahre vergehen. Christmas ist mittlerweile zu einem kleinen Straßengangster geworden und geht den harten Weg, den viele Emigranten in New York irgendwie durchlaufen müssen. Doch als er vom mächtigsten Gangsterboss New Yorks entführt wird, um Informationen aus Christmas über die Diamond Dogs herauszupressen, setzt er unter Todesangst seine Fähigkeit ein, die Menschen mit seinen Geschichten zu verzaubern und darüber hinaus zu versichern, dass die Geschichte mit den Diamond Dogs keine ernste Angelegenheit wurde. Aus dieser einen Situation heraus ändert sich das Leben von Christmas um 180°. Er findet eine Stelle als Technikassistent bei einem der großen New Yorker Radiosender, wird da zufällig entdeckt, als er heimlich eine Radiosendung einspricht, wird gefeuert und macht seinen eigenen illegalen Radiosender auf, um seine erfundenen Geschichten über die Diamond Dogs auf Sendung zu bringen. Der Rest ist dann der vielbesungene American Dream, der ihm von seiner Mutter immer wieder eingeredet wurde und der er nun träumen kann. Nur ein Mensch fehlt ihm noch zu seinem perfekten Glück und die er in all den Jahren nie vergessen hat. Jetzt macht er sich auf die Suche nach ihr…

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