[Rezension]: Wolfgang A. Gogolin – Karawane des Grauens

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Thema: Klischeesammlung zur Bestätigung der Beamtenvorurteile

Wolfang A. Gogolin, seines Zeichens selber als Standesbeamter in Hamburg tätig gewesen, hat 2002 sein Debüt mit diesem in eigenen Worten „Patchworkroman ohne Wohlfühlgarantie“ geschrieben, in dem er seine (wahrscheinlich auch eigenen) Erfahrungen in Schriftform gegossen hat, um den Menschen den Beamtenapparat näher zu bringen. Dabei traut er sich nicht zu, einen Tatsachenbericht, quasi aus dem Leben gegriffen, zu schreiben, sondern packt das Ganze in einen fiktionalen, aber leider auch trivialen Kriminalfall, der so hanebüchen ist, dass es leider schon fast schmerzt (vielleicht auch mit Absicht?). Die Wahl auf das fiktionale begründet er im Vorwort vor allem mit der Tatsache, dass er, als er im Freundeskreis seine Geschichten zum Besten gab, nur mit ungläubigem Staunen betrachtet und mit den Worten „Nun übertreib mal nicht“ bedacht wurde. In diese fiktionale Geschichte mit realen Klischees bringt er eine Ansammlung von Leuten unter, wie man sie sich im Amt vorstellen könnte (und leider auch, jedenfalls in abgemilderten Formen, in jeder anderen Berufsgruppe, die am Schreibtisch tätig ist) und das macht in meinen Augen diesen Roman eher aus, als die Kriminalgeschichte. Auf seiner eigenen Homepage kann man in Erfahrung bringen, dass Gogolin Gründungsmitglied der Literatengruppe „Wortwerk-Hamburg“ ist und nach seinem Debüt weitere Kurzgeschichten und Romane  verfasst hat. Außerdem ist er nach eigenen Angaben gelegentlich als Restaurantkritiker für Fachzeitschriften in Hamburg tätig.

„Man nannte das Zentralisierung, die Maßnahme sollte der zügigen Effektivätssteigerung dienen. Diese einzelnen Ämter waren – aus welchen Gründen auch immer – zu Abschiebestationen für Leute geworden, die man im Einwohneramt, Standesamt oder in der Personalabteilung nicht mehr haben wollte, und Beamte waren ja unkündbar. Karawane des Grauens hatten Beamte aus anderen Behörden den Umzug des Amt für Wegebau deswegen teils gehässig, teils neidvoll getauft.“

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[Rezension]: Ferdinand von Schirach – Der Fall Collini

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Thema: Rechtsstaatereien

Ferdinand von Schirach ist als Strafverteidiger (Strafrecht) und Schriftsteller (der bis zum Zeitpunkt dieses Romans nur Kurzgeschichten geschrieben hat, die auf wahre Fälle zurück gehen und die vor kurzem vom ZDF unter dem Titel „Verbrechen“ gezeigt wurden) bekannt. Außerdem veröffentlicht er auch unregelmäßig Artikel in einigen großen Wochenzeitschriften (z.B. Der Spiegel). „Der Fall Collini“ ist Schirachs erster Roman, der entgegen seinen Kurzgeschichten rein fiktionaler Natur ist, dabei aber auf ein in den 60er Jahren erlassenes Gesetz verweist und in die Geschichte einbaut, welches zu den größten Rechtsverbrechen in der deutschen Nachkriegsgeschichte zu zählen ist und mir bis zu dem Zeitpunkt, als ich den Roman gelesen habe, nicht bekannt war. Auf dieses Buch bin ich eher durch Zufall gestolpert, da ich gerade Lesefutter brauchte, um eine gewisse Wartezeit zu überbrücken, war es von allen zur Auswahl stehenden das interessanteste gewesen. Bereut habe ich den Kauf nicht, da es sich schon allein durch den rechtshistorischen Fakt im Gedächtnis verankert. Weiterlesen „[Rezension]: Ferdinand von Schirach – Der Fall Collini“

[Rezension]: Paul Auster – Die New York Trilogie

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Thema: Wider Erwarten

Paul Auster ist mir als Autor aufgefallen, da ich mich in meinem Bemühen, den Lesehorizont zu erweitern, auch der amerikanischen Literatur zuwenden möchte (und dabei mehr als nur Stephen King entdecken will). Bekannt wurde er in den 1980er Jahren durch die Bücher, die ich in diesem Beitrag vorstelle. Wie bin ich auf diese Trilogie gekommen? Mich fasziniert die Stadt New York seit ich denken kann und da bietet sich natürlich Literatur an, die in dieser Stadt spielt und dabei noch von einem Autor geschrieben wird, der dort lebt. Da zusätzlich New York schon alleine im Titel vorkommt, war ein Ignorieren dieses Buches so gut wie unmöglich. Ich habe mit diesen 3 Titeln, die zur New York- Trilogie zusammengefasst sind, überhaupt nichts falsch gemacht. Sprachlich auf einem sehr hohen Niveau, breitet uns Auster das New Yorker Lebensgefühl in winzigen Dosen vor uns aus, welches die Stadt in den 1980er- Jahren ausgemacht hat. Weiterlesen „[Rezension]: Paul Auster – Die New York Trilogie“