[Rezension]: Uwe Tellkamp – Der Turm

Ich habe es getan und ich habe es geschafft. Was habe ich getan? Ein Buch gelesen, dass einmal für den Deutschen Buchpreis nominiert war und diesen auch gewonnen hat. Zum einen. Und zum anderen habe ich nach knapp 2 Monaten dieses Mammutwerk von knapp 1000 Seiten mit blumiger Sprache durchsetzt endlich hinter mir. Oder doch leider hinter mir? Ich weiß es nicht so richtig, denn dieses Werk, welches Spannung und unendliche Langeweile in sich vereint, welches in mir längst vergessene Bilder wieder aufleben ließ, ist anstrengend gewesen und es hat mir Mühe gekostet, es zu lesen. Dieses „Erlebnis“ möchte ich nun teilen.

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[Rezension]: Elanor Dymott – Bevor sie mich liebte

Gedanken im (Zeit)- Schleudergang

„Wenn ich zu meiner Frau befragt würde, müsste ich von vornherein sagen, dass ich nicht viel von ihr weiß.

Jedenfalls nicht so viel, wie ich dachte.“

Alex Petersen hat seine Frau Rachel verloren. Sie wurde ermordet und er hat sie als erstes am Tatort gefunden und muss nun mit dem Verlust, den dieser tragische und plötzliche Tod in seinem Leben verursacht, zurechtkommen. Zu Beginn gelingt ihm das recht gut und er redet sich ein, dass alles wieder besser wird. Doch in seiner Arbeit als Jurist schleichen sich immer mehr kleinere Fehler ein, sehr zum Unmut seiner Geschäftspartner und Kunden, so dass diese irgendwann die Reißleine ziehen und ihm ein Ultimatum stellen. Er soll sich in ein Sabbatical von 3 Monaten nehmen und in dieser Zeit versuchen die Trauer um seine Frau zu verarbeiten, da diese seine Arbeit zu sehr beeinflusse. Nachdem er das Sabbatical angetreten hat, eröffnet ihm Harry Gardner, ein Professor in Oxford der Literatur unterrichtet und bei dem auch Rachel gelernt hat, dass er noch ein paar Sachen von seiner Frau hätte und er sie ihm gerne überreichen möchte. Harry ist für Alex kein Unbekannter, studierte er doch ebenfalls in Oxford, wo er auch Rachel das erste Mal kennen lernte. Doch in Wahrheit wird ihm Harry eine Geschichte erzählen, die Rachels Tod in einem völlig neuen Licht zeigen wird und bei der die Vergangenheit wieder lebendig wird, denn die Ereignisse, über die Harry berichten will und die bis in die Gegenwart reichen, sind auch Alex nicht gänzlich unbekannt. Durch diese Geschichte lernt Alex endlich loszulassen, weil er endlich die Seite seiner Frau kennen lernt, die ihm noch unbekannt war und er erfährt auch den Grund, warum seine Frau sterben musste.

„Die Geschichte, die Harry mir in jener Nacht am Kamin seiner College-Wohnung zu erzählen begann, war am Ende gar nicht so kompliziert. Es war eine traurige und schmutzige Geschichte, aber es ließ sich nicht leugnen, dass sie im Grund einen recht geradlinigen narrativen Verlauf nahm.“

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[Rezension]: Stephen King – Das Leben und das Schreiben

„Schreibe bei geschlossener Tür, überarbeite bei geöffneter Tür“

 Stephen King - Das Leben und das SchreibenEin Schreibratgeber der etwas anderen Art

 Stephen King vorzustellen macht fast gar keinen Sinn, da dieser Schriftsteller, man mag es positiv oder auch negativ sehen, eine lebende Legende unter der schreibenden Zunft ist. Er hat die Unschuld von der Figur des Clown genommen, der uns in ES das Fürchten lehrte, ebenso hat er dem Friedhof das Unheimliche wiedergegeben, indem er da Kuscheltiere wiederbelebte (und auch einiges anderes, was dann Untot durch Maine stapfte), er hat Seuchen über die Menschheit gejagt und das letzte Gefecht ausgerufen und er hat einem Mann auf eine Odysee nach einen Dunklen Turm geschickt, für die die Beschreibung unmenschlich noch positiv klingt. Er hat mehr als 40 Romane verfasst (gute wie schlechte) und an die 100 Kurzgeschichten (davon einige preisgekrönt) veröffentlicht. Im Oktober steht mit Doctor Sleep schon der nächste Roman von ihm in den Startlöchern (eine Fortsetzung zu The Shining), nachdem er dieses Jahr mit Joyland schon einen Krimi der alten Schule herausgebracht hat. Seine Werke haben in Film, Fernsehen und mittlerweile auch bei den Graphic Novels von Marvel Anklang gefunden und er hat bestimmt noch einige Pfeile im Köcher um seine treuen Leser zu beglücken.
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[Rezension]: Rike Drust – Muttergefühle und Remo Largo – Babyjahre

„Wie toll wäre es, wenn Mutterschaft wieder normal wäre? Es nervt, dass alles, was mit ihr zu tun hat, emotional und moralisch so extrem aufgeladen ist. Jeder Hans und Franz weiß es besser als die Mutter, und statt einfach mal die Klappe zu halten, posaunen alle ihre Meinung ungefragt heraus, nie ohne Spätfolgen durch mütterliche (Fehl)- Entscheidungen zu warnen.“

Ich habe, nachdem ich Rike Drusts Buch Muttergefühle fertig gelesen habe, einige Zeit mit mir gerungen, ob ich die Besprechung nur über dieses eine Buch mache oder ob ich ihrem Werk auch das Sachbuch von Remo Largo gegenüberstelle, was in vielen Fällen als Referenzwerk herangezogen wird, wenn es um Kindererziehung geht und welches ich auch schon einige Male zur Hand genommen habe, als meine Partnerin und ich bei unserem Kind nicht so recht wussten, was er nun wollte.

Ich habe mich nun dafür entschieden beide vorzustellen, auch wenn sie unterschiedlicher Natur sind. Doch gerade weil Rike Drust das Buch von Remo Largo in einigen ihrer Kapitel besonders hervorhebt lohnt sich eine Doppelbesprechung in meinen Augen.

Kinder können einen wahnsinnig machen. Von einer die auszog, die Wahrheit zu verkünden.

Rike Drust, ihres Zeichens (laut Klappentext) freiberufliche Werbetexterin für verschiedene Firmen, hat mit Muttergefühle ihr erstes Buch veröffentlicht, in dem sie ihre Gefühle und Meinungen wiedergibt, die die Kindeserziehung und das Leben mit Kind betreffen. Außerdem betreibt oder betrieb sie einen Blog (letzter Eintrag von Mitte 2012) namens infemme. Sie lebt mit Mann und Kind in Hamburg.

Bei dem Thema Kinder und allem was dazu gehört, zum Beispiel Fremdbetreuung, Stillen, schlaflose Nächte, Erziehung, Freizeit mit Kind (und auch ohne), kann man sich eigentlich nur den Mund verbrennen, sobald man seine Meinung dazu kundtut. Rike Drust hat den Versuch trotzdem gewagt und das heikle Thema Leben mit Kind und als Mutter in Buchform gebracht. Dabei geht sie so vor, dass sie das Buch in verschiedene große Abschnitte einteilt, die sie mit „Der Anfang. Die erste Zeit mit Kind“, „Die Familie“, „Der Alltag“, „Die Kindererziehung“, „Die Partnerschaft“ und noch einigen anderen Themen überschreibt. Diese Abschnitte sind in einzelne kleine Kapitel unterteilt, in denen sie zu den jeweiligen großen Themen ihre eigenen Erfahrungen und Meinungen notiert hat und allen, die es interessiert, zum Lesen in Buchform überlässt. Da ist dann so ziemlich alles enthalten, was das Leben mit Kind ausmacht, angefangen vom Stillterror, der in der heutigen Zeit herrscht über den ebenso und gleichwertigen Schrei- bzw. Schlafentzugsterror, den das Kind ausübt weiter zu den Anspannungen in der Partnerschaft, die das Leben mit Kind mit sich bringen und zu dem großen Thema Gleichberechtigung, welches sich so richtig offenbart, wenn es darum geht, wer das Kind in den ersten Monaten zu Hause betreut. Einzelne Themen herauszupicken und zu analysieren macht fast keinen Sinn und man würde sich nur verheddern (bzw. siehe oben mit dem Mund verbrennen).
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[Rezension]: Susanna Tamaro – Mein Herz ruft deinen Namen

Susanna-Tamaro-624x1024An dieser Stelle einmal wieder vielen Dank an die Bibliophilin für die Bereitstellung dieses Buches zur Rezension. Dieser Beitrag ist auf Ihrer Seite zuerst erschienen und nun gibt es meine Eindrücke zu dem oben genannten Buch auch auf diesem Blog zu lesen (mit einer kleinen Abänderung im Fazit zwecks einer Wortdopplung, die mir nicht gefiel) und ich wünsche viel Spaß bei der Lektüre.

Philosophische Melancholie

Susanne Tamaro ist eine italienische Schriftstellerin, die mir bisher völlig unbekannt war und mit dem Roman „Geh wohin dein Herz dich trägt“ weltweit erfolgreich wurde. Ich sehe es mir selber mal nach, dass ich zu der Zeit, als das Buch erschien, mit Literatur nichts am Hut hatte und so ein Welterfolg meinen Horizont nicht berührte. Frau Tamaro lebt und arbeitet derzeit in Rom und Orvieto und hat mehrere Romane und Kinderbücher veröffentlicht. Mit „Mein Herz ruft deinen Namen“ liegt nun die (fast) taufrische deutsche Übersetzung ihres 2011 in Italien erschienen Werks vor.

Am Anfang des Buches lernen wir einen Mann namens Matteo kennen, der sich gänzlich aus dem normalen Leben zurückgezogen hat und als Einsiedler auf einem namenlosen Berg lebt. Immer mal wieder kommen entweder zufällig oder aus freiem Willen Menschen an seiner Hütte vorbei und verweilen ein wenig. Die meisten sind irritiert ob seiner offenen Art und das er keine Gegenleistungen verlangt für seine Getränke und Speisen, die er seinen Gästen anbietet. Wir haben es anscheinend mit einem Menschen zu tun, der viel in seinem Leben erlebt hat, der in sich ruht und den nichts mehr aus der Fassung bringen kann. Die Frage, die sich schon in den ersten Zeilen stellt, ist die, was das Leben mit ihm angerichtet hat, die so eine Gelassenheit herbeiführt. Die Beantwortung füllt den restlichen Roman aus. Wir erfahren, dass er eine Frau namens Nora hatte und mit ihr einen Sohn. Doch warum wirkt er so melancholisch, wenn er sich in Briefform an sie wendet? Was ist in der Vergangenheit geschehen, dass ihn so hat werden lassen, wie er den Menschen im hier und jetzt entgegentritt? Und was bringt einen Menschen dazu, die Einsamkeit zu suchen? Hat er etwas zu verbergen oder flieht er vor etwas? Die Beantwortung dieser Fragen geben erschreckende Einblicke in das Leben von Matteo, der zweimal in einen schrecklichen Abgrund ohne erkennbaren Boden zu stürzen drohte.
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[Rezension]: Anke Schipp – Hunger, Pipi, Durst – Eine Chaosfamilie macht Urlaub

Hunger Pipi DurstIch bin an dieser Stelle mal so frei und gebe ein paar Fakten von Anke Schipp wieder, die ich auf der Seite der FAZ gefunden habe, für die sie seit 2001 in dem Ressort Leben tätig ist. Sie wurde 1966 in Mainz geboren und studierte Germanistik, Theater-, Film und Fernsehwissenschaft und auch Geschichte in Gießen und Frankfurt. Während des Studiums war sie als freie Mitarbeiterin beim Hessischen Rundfunkt tätig. Über ein Journalistikaufbaustudium von 1994 bis 1996 in Mainz kam sie zuerst als Redakteurin zur Rhein-Main-Zeitung, ehe sie 2001 zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wechselte, für die sie in dem schon erwähnten Ressort hauptsächlich über Modethemen berichtet. Das vorliegende Büchlein ist eine Art Reportage über einen 15-tägigen Urlaub, den sie mit ihrem Mann und ihrer zu diesem Zeitpunkt 5-jährigen Tochter unternommen hat.

Der ganz normale Ferienwahnsinn
 
Das Buch beinhaltet den ganz normalen Wahnsinn, den jede Familie befällt, die in den Sommermonaten in den Urlaub fahren will. Anke Schipp beschreibt darin einzelne Momentaufnahmen aus einem Urlaub, den sie mir ihrer Familie an der Nordsee verbracht hat. Die Themen drehen sich dabei um den unvermeidlichen Stau, in den man schon auf der Anreise gerät, um das liebe und auch nervige Kind (man sollte es nicht verschweigen), um den Partner, der sich keinen Kopf um die jeweilige Tagesplanung macht, um Urlaubsbekanntschaften, die man unbedingt vermeiden will und die sich dann doch als nett herausstellen, ein Urlaubsdomizil, in das man unter normalen Umständen keinen Fuß setzen würde und und und. Diese Liste kann man beliebig fortsetzen und Anke Schipp und ihre Familie geben wirklich alles, um so viele kleine Fettnäpfchen wie irgend möglich in Angriff zu nehmen, um dann mit voller Wucht hinein zu springen.
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[Rezension]: Cody McFadyen – Double Feature mit Smoky Barrett

Jetzt in ihrem Buchregal mit folgenden Abschnitten:

Das Böse in uns (Teil 3)

Ausgelöscht (Teil 4)

Thema: Es ist ein Kreuz mit diesen lobotomiesierenden Serienkillern

Nach der ganzen „schweren“ Kost, die ich bisher vorgestellt habe, gibt es diesmal zwei Bücher aus dem Bereich der (manchmal auch schwer verdaulichen) Fast Food- Literatur (das nehme doch gleich in meine Kategorieliste auf). Cody McFadyen ist der Autor dieser Reihe, die sich einem Ermittlerteam des FBI aus LA widmet, welches  auf der Jagd nach Serienkillern ist. Er ist ein amerikanischer Schriftsteller, der sein Leben vollständig dem Schreiben von Büchern respektive Kriminalromanen gewidmet hat. Er lebt und arbeitet zurzeit in Kalifornien.

Intro

Worum geht es in diesen Büchern allgemein? In jedem der Bücher wird eine kranke oder verwirrte Seele vorgestellt, die immer einen Masterplan verfolgt, der beinhaltet so viele Menschen wie möglich auf die eigene Schlachtbank zu führen und ihnen unter dem Deckmantel Gutes zu tun, so viele schreckliche Dinge wie nur möglich an diesen Menschen zu verüben. Auf der anderen Seite des Gesetzes stehen Smoky Barrett, die Hauptprotagonistin in dieser Reihe, und ihr Team beim FBI, die diese Serienkiller jagen und fangen. Dabei bringt jeder in diesem Team ganz spezielle Begabungen mit ein, die bei der Jagd nach diesen Monstern hilfreich sind. Persönliche Schicksale des Teams werden konkret mit eingebunden, so wird Smoky zum Beispiel gleich im ersten Band Opfer eines dieser Serienkillers und sie verliert dabei gleichzeitig ihre Familie. Die Geschichten sind aus der Sicht von Smoky Barrett in Ich- Form geschrieben, so dass immer wieder ihre Gedanken an den aktuellen Fall oder über die Vergangenheit mit eingeschoben werden. So wird diese Frau als begabte Profilerin vorgestellt, aber auch als Mensch, der an seinem Schicksal zuweilen arg zu knabbern hat.
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[Rezension]: Tillmann Bendikowski – Allein unter Müttern

allein-unter-muetternDiese Besprechung ist mit freundlicher Unterstützung der Bibliophilin entstanden und ich möchte mich an dieser Stelle für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bei ihr bedanken. Ich finde die Aktion großartig, in der sie Bücher für Gastautoren bereitstellt. Dadurch findet man Bücher, die so nie auf dem persönlichen Radar aufgetaucht wären. So auch das Buch von Tillmann Bendikowski. An dieser Stelle auch noch der Hinweis, dass diese Besprechung zuerst auf der Seite der Bibliophilin erschienen ist (siehe hier) und nun mit freundlicher Genehmigung auch bei mir erscheinen kann. Viel Spaß beim Lesen.

Selbstreflexionen eines Vaters in Mutterschaft

Tillmann Bendikowski ist Journalist und Schriftsteller, der sich mit historischen Stoffen auseinandersetzt und darüber schreibt. Er ist Begründer der Hamburger Medienagentur Geschichte und ging damit den Weg in die Selbstständigkeit. Mit dieser Agentur arbeitet er an Büchern und Artikeln, die mit Geschichte im Zusammenhang stehen. „Friedrich der Große“ und „Der Tag, an dem Deutschland entstand“ sind 2 der Werke, die unter seinem Namen erschienen sind (um ehrlich zu sein, habe ich bei meiner flüchtigen Recherche auch nicht mehr gefunden). „Allein unter Müttern“ ist nun ein Versuch, seine Auszeit, die er sich für die Erziehung seiner 3 Kinder (1 einzelner Bub und dann noch Zwillinge – ebenfalls Jungs) genommen hat, in Worte zu fassen. Er wollte ein Buch veröffentlichen, welches in „erster Linie für alle Mütter geschrieben“ ist. Doch er stellte im Endeffekt fest, dass es ein „Bericht über eine Forschungsreise in ein uns [den Männern] unbekanntes Land“ ist und zwar „liebe Männer, ein Buch über eure Frauen“.
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[Rezension]: David Mitchell – Der Wolkenatlas

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Thema: In jedem Ende steckt ein Anfang

„Was aber ist ein Ocean anderes als eine Vielzahl von Tropfen?“

Ich fange diese Rezension mal mit einem Konjunktivgewitter an, denn wäre der Film nicht gewesen, so würde ich diese Besprechung gar nicht schreiben, geschweige denn, dass ihr sie lesen könntet. Ohne den Film, auf den ich in dieser Besprechung mit eingehen möchte (was eigentlich unausweichlich ist), wäre ein großartiges Werk der Literatur an mir vorbei gegangen. Frisch zugeklappt kann ich noch gar nicht so richtig begreifen, was ich da eigentlich gelesen habe. Ich weiß nur eins, es ist großartig, wenn nicht sogar einzigartig in meiner bisherigen Leseerfahrung. Es hat so viele interessante Facetten, Einfälle, Stile, verbindet unterschiedliche Zeitgeschehen und Genres miteinander, geht auf das große Ganze ein, beleuchtet auch das Kleine, und so vieles mehr, was sich gar nicht in Worte fassen lässt. Andersherum muss ich aber auch sagen: Wäre der Film nicht gewesen und hätte ich das Buch ohne irgendwelche Vorkenntnisse gelesen, dann bin ich mir sicher, dass die Meinung anders ausfallen würde – dazu mehr in der folgenden Besprechung. Ich muss auf jeden Fall Danke sagen an Tom Twyker und die Wachowski- Geschwister, dass sie es mir ermöglichten über ihren in meinen Augen optisch grandiosen filmischen Beitrag zu einem großartigen literarischen Werk vorzudringen und mir einen Autor näher zu bringen, bei dem es sich lohnt, die anderen Bücher in Augenschein zu nehmen und auch in Zukunft zu verfolgen, welche Werke er veröffentlicht.

„Ich erwarte, dass Sie sich eines lösungsorientierten Denkens befleißigen und mir eine Fahrkarte nach Hull verkaufen!“

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[Rezension]: J.R.R. Tolkien – Der Herr der Ringe

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Thema: Ein Buch, den Leser zu knechten, in den Lesesessel zu treiben und ihn ewig daran zu binden

„Flieht, ihr Narren!“

Mit diesem Beitrag möchte ich eine kleine Reihe starten, in der ich Bücher vorstelle, die mein Leseverhalten hinsichtlich dem, was ich heute lese, geprägt haben und bei denen mich auch der Stoff Jahre nach dem ersten Mal lesen immer noch beschäftigt. Dabei geht es mir bei der Vorstellung dieser Bücher vordergründig nicht um den Inhalt, sondern darum, wie sich diese Bücher in mein Leben geschlichen haben und was ich für Erfahrungen mit Ihnen gemacht habe. Ich wünsche viel Spaß beim 1.Teil der Reihe „Macg’s persönliche Leseerfahrungen“.

Es gibt diese Bücher, die verfolgen einen von dem Tag an, an dem man die erste Seite aufschlägt und in die Geschichte eintaucht und die einen das ganze Leben über nicht mehr loslassen. „Der Herr der Ringe“ von J.R.R.Tolkien ist eines dieser für mich seltenen Spezies von Buch, welches mich bis jetzt jedes Mal, in denen ich es gelesen habe, in den Bann nahm. Anfang dieses Jahres habe ich es zum dritten Mal begonnen und mir richtig viel Zeit dafür gelassen, um genau zu sein waren es 5 Monate, die ich für diese 1300 Seiten investiert habe, und es war wieder einmal wunderbar. Doch bevor ich weiter ins Schwärmen komme, möchte ich einen kleinen Bogen schlagen zu der Zeit, als ich die ersten Berührungen Der Herr der Ringe hatte.

„Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden im Lande Mordor, wo die Schatten drohen.“

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