[Rezension]: Joël Dicker – Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Die Wahrheit über den Fall Harry QuebertFühren echte Meisterwerke der Literatur nur über die Liebe?

Harry Quebert, ein angesehener und erfolgreicher Autor, der unter Mordverdacht steht.
Marcus Goldmann, ein aufstrebender und erfolgreicher Debüt- Autor, der seinem Mentor helfen will und mit dem Fall seine Schreibblockade bekämpft, die ihn seit mehr als einem Jahr in der Klemme hält.
Nola Kellergan, eine 15 Jährige Unschuld vom Lande, die 33 Jahre nach ihrem Verschwinden tot im Vorgarten von Quebert gefunden wird.
Aurora, eine typische Kleinstadt an der Ostküste der USA, in der Quebert lebt und die den typischen Kleinstadtcharme versprüht, in der jeder jeden kennt und in der die Leute viel zu verbergen haben.
Das ist der grobe Rahmen, den dieser spannende, einfach geschriebene Krimi vorgibt, der Dickers zweiter Roman ist und der letztes Jahr die Bestsellerlisten stürmte. Durch den Beitrag von Mara auf buzzaldrin bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und ihre Meinung zum Buch teile ich in großen Stücken. Dieses Buch krankt an ein paar Kleinigkeiten ist aber im Großen und Ganzen spannende Unterhaltung, die es lohnt zu lesen.

Harry Quebert, der vor über 30 Jahren seinen Durchbruch mit dem Buch „Der Ursprung des Übels“ feierte, wird des Mordes an dem jungen Mädchen Nola Kellergan beschuldigt. Nola galt 33 Jahre als vermisst und die Suche nach ihr wurde bald eingestellt. Bei Ausgrabungsarbeiten im Garten von Harry Quebert wird die Leiche des Mädchens gefunden und ein Manuskript des eben genannten Buches, was Harry Quebert zum Hauptverdächtigen werden lässt.
Marcus Goldmann hat eine Schreibblockade. Er hatte einen großen Erfolg mit seinem Debütroman und hat das Leben in vollen Zügen genießen können. Leider hat er im Überschwang des Erfolges einen Knebelvertrag unterschrieben, welcher ihn zu weiteren fünf Büchern verpflichtet. Da er das nächste große Meisterwerk schreiben möchte, ist ihm kein Satz gut genug und sein Talent versagt ihm den Dienst. Sein Verleger macht ihm dagegen Druck und setzt Marcus ein Ultimatum. Um sich besser konzentrieren zu können und weil er Hilfe erwartet, geht er zu seinem Mentor Harry Quebert, der ihm alles über das Schreiben beigebracht hat. Doch auch dieser kann ihm nicht helfen und so reist Marcus wieder ab und geht nach New York zurück.
Kaum zurück, erreicht ihn die Nachricht, dass Harry unter Mordverdacht steht und das im Zuge der Ermittlungen herauskommt, dass Harry eine Beziehung mit dem Mordopfer hatte. Da diese zum Zeitpunkt der Tat erst 15 Jahre alt war und Harry schon über 30, wird er als Autor und Mensch verteufelt und seine Werke aus allen Bibliotheken und Buchhandlungen entfernt. Dies und das schon erwähnte Manuskript sind Indizien, die Harry schwer belasten und keiner, außer Marcus, glaubt mehr an seine Unschuld und alle fragen sich nur noch, wie lange es dauert, bis Harry verurteilt wird und wie hoch die Strafe ausfällt. Doch im Zuge seiner Ermittlungen, die durch Perry Gahalowood von der State Police unterstütz werden, stellt Marcus fest, dass die Dinge nicht so eindeutig stehen, wie sie eingangs aussahen. Doch die Wahrheit, die Marcus herausfinden wird, stellt alles in den Schatten und er wittert die Chance, durch sein Wirken Harry zu entlasten. Als Zugabe fällt ihm die Geschichte seines Lebens in den Schoß, die er zu einem Buch verarbeiten wird und das ihn zum nächsten großen Autor machen wird.

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[Rezension]: François Garde – Was mit dem weißen Wilden geschah

Was mit dem weißen Wilden geschahWas ist Zivilisation?

Ein Mensch, drei Leben, die er geführt hat und zwei davon werden uns in diesem Buch näher gebracht. Wage angelehnt an einen wahren Fall, erzählt uns François Garde eine Geschichte von einem jungen Mann, der in einer unzivilisierten Welt zurück gelassen wurde, 17 Jahre in dieser verbrachte und als dem Stamm angepasster Mann wieder in seine ursprüngliche Umgebung eingegliedert werden soll.

Narcisse Pelletier, der auf dem Schiff Saint Paul seinen Dienst als Schiffsjunge tätigt, landet mit der Crew von diesem Schiff vor der Nordostküste Australiens. Wasserknappheit auf dem Schiff und einige kranke Crewmitglieder lassen dem Kapitän keine Wahl als an diesem unwirtlichen und noch nicht erkundeten flecken Erde an Land zu gehen, um nach Wasser zu suchen. Bei diesem Landgang entfernt sich Pelletier von der ihm zugewiesenen Gruppe, um weiter landeinwärts nach einer tauglichen Wasserquelle zu suchen. Darüber vergisst er die Zeit und als er zur Küste zurück kommt, ist das Schiff samt allen Besatzungsmitgliedern verschwunden und kein Mast ist mehr am Horizont auszumachen. Anfangs mit großer Hoffnung, die sich aber nach und nach zerschlägt, wartet er auf die Rückkehr des Schiffs. Am Ende seiner Kräfte und kurz vor dem Verdursten wird er von einer einheimischen Aborigines- Frau aufgesammelt, die ihm zu trinken gibt und für ihn nach etwas essbarem jagt. Da Narcisse sich nicht anders zu helfen weiß und auf die Hilfe dieser Frau angewiesen ist, folgt er ihr und kommt somit zu einem Stamm von Aborigines, die sich gerade in diesem Gebiet aufhalten. In einem Anfall von Aggression, so scheint es jedenfalls Narcisse, entkleiden sie ihn und entfernen einen Ohrring, den er auf einen seiner Reisen hat stechen lassen, auf brutale Art, indem sie ihn einfach vom Ohr abreißen. Ansonsten kümmern sich keiner um den fremden weißen Mann, der auf einmal in ihrer Mitte auftaucht. Sie lassen ihn zwar nicht verhungern oder verdursten, aber indem sie ihn bei den Frauen und Kindern lassen, zeigen sie ihm auch, dass er unter den Männern nicht angenommen wird. Anfangs sperrt sich Narcisse, den Gepflogenheiten dieses Stammes zu folgen und macht viele Dinge (außer essen und trinken) eher widerwillig mit, da er denkt, dass er noch gerettet wird. Doch so nach und nach merkt er, dass für ihn keine Hilfe kommt und er lässt sich immer mehr auf diese Menschen ein, die sich ganz anders verhalten, als er es gewohnt ist.

17 Jahre später wird er von dem englischen Schiff John Bell durch Zufall in der Nähe desselben Ortes, an dem er auch gestrandet war, inmitten eines Stammes Aborigines gefunden, die gerade an der Bucht fischen sind. Er wird mit einem Trick auf das Schiff gelockt und nach Sydney gebracht und als Sensation angesehen, aber trotz allem festgehalten. Da er weder sprechen kann oder will und niemand weiß, welcher Nationalität er angehört, wird vom Gouverneur von Sydney ein Test vorgeschlagen, um genau das herauszufinden. Der französische Forscher und Reisende Octave de Vallombrun, der sich gerade zufällig in Sydney befindet, lockt bei diesem Test als Einziger mit seinem Französisch eine Reaktion bei dem wilden Weißen hervor, wodurch festgestellt wird, dass er französischer Abstammung ist. Bei Octave de Vallombrun weckt es ab diesem Punkt den Forscherdrang, da er an Narcisse erforschen will, wie es dazu kommen konnte, dass er alles, was er je über die Zivilisation gelernt hat und was den Begriff Zivilisation westlichem Maßstabs überhaupt definiert, verlernt hat. Doch dieses Vorhaben gestaltet sich im Endeffekt schwieriger als gedacht, denn wie es Narcisse im Laufe der Bekanntschaft mit de Vallombrun sagt: „Reden ist wie Sterben.“.

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[Rezension]: Richard Ford – Die Lage des Landes

Wohlstandsprobleme

Frank Bascombe, einigen wahrscheinlich aus den Romanen „Der Sportreporter“ und „Unabhängigkeitstag“ bekannt (mir jedenfalls nicht, aber dazu gleich mehr), lebt sein Leben mittlerweile in dem kleinen, fiktiven Küstchenstädtchen Sea- Clift in New Jersey, in dem er als Immobilienmakler tätig ist. Die Geschichte steigt 3 Tage vor Thanksgiving im Jahre 2000 ein und beleuchtet die Ereignisse und Tätigkeiten von Frank in seiner Umgebung bis zu Thanksgiving, zu dem ihn seine zwei Kinder Paul und Clarissa mit ihren jeweiligen Partnern besuchen werden, um mit ihm gemeinsam Thanksgiving zu feiern. Dabei erlebt und erfährt man einen Mann in seinen Mitfünziger- Jahren, der sehr viel durchlebt hat und dies in den Tagen vor Thanksgiving reflektiert. Das wären zum Beispiel die Trennung von seiner zweiten Ehefrau Sally, die ihn für ihren tot geglaubten ersten Ehemann verlassen hat, seine Krebserkrankung an der Prostata spielt auch eine große Rolle, die ihn seit einem Jahr beschäftigt und sehr in Sorge versetzt, der vernachlässigte Kontakt zu seinen Kindern und das Immobiliengeschäft, in dem er tätig ist, dem er sich aber irgendwie gleichzeitig nicht mehr so richtig gewachsen fühlt. Zu diesen ganzen Gedanken und Tätigkeiten, die sich in den Tagen vor Thanksgiving ansammeln, schwelt im Hintergrund noch die Präsidentenwahl um Gore und Bush, der Skandal des knappen Wahlausgangs und der Handauszählung der Stimmen in Florida, der einigen sicher noch im Bewusstsein sollte, sofern die Anschläge auf das World Trade Center, dieses „unbedeutende“ Ereignis nicht überblendet haben.

„Bargeld macht den Kuchen süß – wenn ich mich recht entsinne. In Wahrheit finde ich diese Art hemdsärmeligen Deal klasse: Scheck ausstellen, Übergabe, fertig. Früher gab es das oft in der Branche. Heutzutage werden die Partien vor allen Risiken geschützt, verlangen Rücktrittsstrategien und Notbremsen, falls am dritten Dienstag ein Spatz gegen Fliegengitter fliegt, könnte ja ein schlechtes Omen sein. Amerika ist ein Land, das sich in seinem eigenen Treuhandkonto verloren hat.“

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[Rezension]: Erich Kästner – Der Gang vor die Hunde

5vor12, Momentaufnahmen in einer Republik kurz vor dem Abgrund

Wer Erich Kästner bisher nur als Kinderbuchautor sah, wird, genau wie ich, überrascht sein, dass er auch Bücher für Erwachsene geschrieben hat. Mit „Der Gang vor die Hunde“ erschien im letzten Jahr die ungekürzte beziehungsweise von Kästner ursprünglich angedachte Ausgabe von „Fabian – Die Geschichte eins Moralisten“. Diese Geschichte lässt uns in die Zeit der Weimarer Republik eintauchen, als es mit ihr schon wieder bergab ging und die ersten Tendenzen in Richtung Nationalsozialismus auftauchten. Wir lernen den 32- Jährigen Werbetexter und Propagandisten Jacob Fabian kennen, der im Berlin Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre lebt. Wir begleiten ihn in Situationen, die an der Grenze des moralischen sind und immer wieder haarscharf an dieser entlang schrammen. Er begibt sich gedankenlos in diese Momente. Ihm fehlt es an einem strukturellen Tagesablauf und Zukunftsdenken, was ihn so durch die Zeit treiben lässt.

Das Buch fängt damit an, dass Fabian in eine Art Verbindungsclub Einlass ersucht, den man nur vom Hörensagen kennen darf und der ihm von einem Arbeitskollegen empfohlen wurde. In diesem Lokal können sich Männer und Frauen ganz ungezwungen treffen und bei gefallen zu sich nach Hause gehen, um ungezwungen das zu tun, was zwei erwachsene Menschen gerne im Schlafzimmer (außer schlafen) machen. In diesem Lokal lernt Fabian eine Frau namens Irene Moll kennen, die den widerspenstigen Fabian mit zu sich nach Hause nimmt, um ihn zu verführen. Als sich herausstellt, dass Irene Moll eigentlich verheiratet ist und ihr Mann … Moll dieses ganze Treiben absegnet, wenn der vermeintliche Liebhaber von Irene Moll seinen Maßstäben genügt, ist das Fabian zu viel und er verlässt dieses skurrile Ehepaar mit dem Hintergedanken diese nie wieder zusehen, was sich im Falle von Irene Moll leider nicht erfüllen wird, da sie Fabians Wege immer wieder kreuzt und ihm unmoralische Angebote unterbreitet und das in Momenten in denen es Fabian eigentlich nicht passt. Auch wenn Fabian kein Schwerenöter ist, lässt er Irene Moll als Einzige während der ganzen Geschichte immer wieder mit ihren Forderungen im Regen stehen.

Seine Arbeit als Werbetexter für eine Zigarettenmarke macht er mehr gelangweilt als inspiriert und die Ideen für seine Texte fallen ihm auch immer wieder vor die Füße, weshalb er die Vorgaben von Direktor Breitkopf, was Pünktlichkeit und Arbeitsmoral angeht, nie ernst nimmt und sogar verhöhnt. Damit macht sich Fabian bei Direktor Breitkopf nicht gerade beliebt, obwohl er das alles mehr im Scherze sagt und immer etwas zu sehr auf die leichte Schulter nimmt. Daraus entsteht eine Situation, in der er Direktor Breitkopf zum Spaß provoziert und mit Übertreibungen in die Weißglut treibt. Das bringt Fabian in ein Dilemma, die ihn in einer Zeit empfindlich treffen wird.

Mit seinem Freund Stephan Labude, der an einer Doktorarbeit im literarischen Gebiet arbeitet und kurz vor seinem Abschluss steht und der mit vollem Verstand an seiner Zukunft feilt, macht er Berlin unsicher. Eines Tages wird Fabian von Labude zu einem Atelier geführt, in welchem es etwas freizügiger vonstattengeht. Dort lernt Fabian die angehende Juristin Cornelia Battenberg kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Da sie auch noch zufällig im selben Haus wohnen, steht einer ernsten Beziehung nichts mehr im Wege und die Zukunft, die für Fabian bisher immer im Nebel lag, nimmt immer schärfere Konturen an. Doch dann bricht mit seiner plötzlichen Arbeitslosigkeit und der prekären Beschäftigungssituation in Berlin diese klar geglaubte Zukunft in sich zusammen. Ein kurzer Hoffnungsschimmer keimt auf, als Cornelia einen Termin zum Vorsprechen für eine Rolle in einem Film zugesagt bekommt und sie diese Rolle auch bekommt. Doch der Preis dafür ist hoch und die Beziehung zwischen den beiden auf dem Prüfstand. Was danach geschieht raubt Fabian den letzten Glauben an einen Weg in die sicher geglaubte Zukunft.

„’[…]Ich saß in einem Wartesaal, und der hieß Europa. Acht Tage später fuhr der Zug. Das wusste ich. Aber wohin er fuhr und was aus mir werden sollte, das wusste kein Mensch. Und jetzt sitzen wir wieder im Wartesaal, und wieder heißt er Europa! Und wieder wissen wir nicht was geschehen wird. Wir leben provisorisch, die Inflation nimmt kein Ende!’

[…]

‚Die Vernünftigen werden nicht an die Macht kommen’ sagte Fabian, ‚und die Gerechten noch weniger.’“

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[Rezension]: Pyotr Magnus Nedov – Zuckerleben

ZuckerlebenGegen die Kopfschmerzen ein Stamperl Samagon (aber Vorsicht, kann blind machen)
Toylan Andreewitsch fährt mit seinem Ford Transit durch die Abruzzen, als er plötzlich 2 Teenagern, Christina und Angelo, ausweichen muss, die sich mit Selbstmordabsichten auf die Straße gelegt haben. Da Toylan geistesgegenwärtig handelte, ist dieses Unterfangen gründlich schiefgegangen und hätte Toylan fast selber das Leben gekostet. Nachdem sich alle von dem Schock erholt haben, stellen sich alle vor. Christina und Angelo haben vor kurzem ihren Job in einer Zuckerfabrik verloren, wegen der Krise wie sie behaupten, und wollten deshalb, aufgrund Perspektivlosigkeit, das Leben nehmen. Toylan hört den beiden aufmerksam zu und als sie eine Unterkunft erreichen, die Toylan Andreewitsch nicht ganz zufällig ansteuert, erzählt er den zweien eine Geschichte, was eine wirkliche Krise ist.

Diese Geschichte spielt sich im Jahr 1991 ab, als die Sowjetunion dem Verfall entgegenrast und Moldawien mittendrin. In diesem Land, im Städtchen Donduseni, geht gerade alles vor die Hunde und speziell die ortsansässige Zuckerfabrik, die einem gewissen Hlebnik gehört, muss schließen. Als das passiert, gehen alle Mitarbeiter auf die Barrikaden und pflücken die Fabrik auf der Suche nach 40t Zucker auseinander, die alle dort vermuten. Allen voran der gerade in die Rente entlassene Ilytsch, der von seinem hart erarbeiteten Rentenanspruch durch den Verfall der Sowjetunion ein besonderes Interesse an den 40t Zucker hat. Zusammen mit einem gewissen Pitirim Tutunaru findet er die 40t Zucker in einem Geheimgang, der von Zuckerfabrikdirektor Hlebnik angelegt wurde. Sie beschließen, diesen Zucker in Samagon zu verarbeiten und diesen zu verkaufen. Vom Erlös wollen sie sich die Ausreise nach Italien erkaufen und ein neues Leben starten. Mit diesem Plan machen sie sich nicht nur Freunde. Es entspinnt ein Kampf zwischen den lokalen Bandenchefs und den beiden mit, die mit ihren Freunden einfach nur ein ehrgeiziges Ziel verfolgen.
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[Rezension]: Marc Michel-Amadry – Zwei Zebras in New York

Zwei Zebras in New YorkWie Zufälle unser Leben steuern (können) – Ein Wohlfühlbuch

5 Menschen, 5 Schicksale, 5 Träume, 5 Ängste und alle finden sie auf verworrenen, zufälligen Wegen zusammen, die man so nicht erklären kann und die doch alltäglich vorkommen.

Eingangs wird uns Mathieu vorgestellt, der einen Zeitungsausschnitt aufhebt, der eine Geschichte behandelt, die eine Art Quelle der Glücksseeligkeit beschreibt, die in einer Region vorkommt, in der es eigentlich nichts zu lachen gibt – dem Gazastreifen. Dort hat der Inhaber des örtlichen Zoos, Mahmoud, mangels Alternativen zwei Esel als Zebras angemalt, um den Kindern Hoffnung zu geben. Diese Geschichte wird in Mathieu etwas auslösen, was sein ganzes Leben verändern wird und ihn mit Menschen in Verbindung bringt, die ebenfalls mit dieser Geschichte etwas zu tun haben. Doch vorerst muss er den Liebeskummer verarbeiten, der ihn getroffen hat, da seine Freundin sich für unbestimmte Zeit nach New York aufgemacht hat, um neue Kunstwerke zu erstellen. Diese Mila wird uns ebenfalls vorgestellt und ebenso ihr Zweispalt Mathieu betreffend. Auf der einen Seite möchte sie ein neues Leben in New York aufbauen und auf der anderen Seite kann sie sich das nicht ohne Mathieu vorstellen.

Ebenso wird uns der Zoobesitzer Mahmoud präsentiert, der mit dem Journalisten, der den Artikel über die Zebraesel erstellt hat und auf den Namen James F. hört, einen tollkühnen Plan austüftelt, der beinhaltet, dass der Zoo im Gazastreifen mit allerlei exotischen Tieren bestückt werden soll, für das Mahmoud eigentlich kein Geld hat. Dazu müssen Mahmoud und James nach New York fliegen, um für diesen ehrgeizigen Plan Sponsoren ausfindig zu machen und um mit dem israelischen Botschafter in New York eine Überführung dieser Tiere auszuhandeln. Als fünfte und letzte Person wird uns Jana vorgestellt, die mit James über die Zebrageschichte zusammenkommt und während eines Aufenthalts in New York mit Mila in Verbindung tritt, da diese ein Bild gemalt hat, welches das Interesse von Jana geweckt hat. Doch genau dieses eine Bild will Mila Mathieu schenken und erklärt es für unverkäuflich. Alle fünf Menschen zusammen verbindet diese eine Geschichte um die zwei „gefälschten“ Zebras und alle fünf Menschen wird das auf eine positive Art verändern und es wird sie in Situationen bringen, die sie nie für möglich hielten.

 Er blickte auf den Fluss, diese Wassermasse, die sich ständig erneuerte, und begriff, dass er gerade dabei war, sich tiefgehend zu verändern. Mila war der Grund, sie hatte auf wunderbare Weise den Wunsch nach einem Neubeginn in ihm geweckt. Noch nie hatte eine Frau sein Leben derart durcheinandergebracht. Sie machte ihm Mut und stachelte ihn an, nach den Sternen zu greifen. Seit er sie kannte, wollte er für sie den Mond einfangen, und die Ringe des Saturn obendrein, damit sie, seine Geliebte, mit ihnen Hula-Hoop tanzen konnte.

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[Notiz]: Jahresrückblick Teil 2 – Eine vorausschauende Bilanz

Ein Jahresrückblick. Einer von vielen. Hm, muss das sein werden sich viele fragen. Es muss nicht, aber ich mache es trotzdem, einfach, weil es am Ende des Jahres irgendwie dazu gehört ein Resümee zu ziehen.

Zuerst eine kleine Widmung zu Beginn, die den zwei wunderbarsten Menschen auf dieser Welt gilt. Auch wenn es vielleicht schnulzig klingt, aber ich muss das nach schwierigen Tagen und Wochen einfach in die Richtung dieser Zwei loswerden:

„Danke, dass es euch gibt! Ohne euch wäre das Leben nicht bunt sondern grau und der Ausblick auf die Zukunft nicht lohnenswert.“

Das lasse ich einfach mal im „Raum“ stehen und kündige an dieser Stelle auch an, dass eine von diesen beiden Personen ab 2014 meinen Blog nicht nur moralisch, sondern auch aktiv mit unterstützen wird, wozu ich später noch mehr sagen werde. Nun mein  Jahresrückblick aus Literaturblogsicht:

Wie alles begann:

Es war irgendwann im Frühjahr, als ich einen Artikel im Feuilleton ZEIT gesehen habe, der über ein Literaturmagazin berichtet, welches sich Literaturklassikern annimmt und diese in Magazinform aufarbeitet. Da mir die Idee dahinter so gut gefiel, habe ich mir dieses Magazin gekauft und, wie sollte es anders sein, immer noch nicht gelesen. Was mich aber immer interessiert, ist, was andere über die Dinge denken, die ich selber lese, lesen möchte und gelesen habe, und habe das Netz in den folgenden Wochen sporadisch nach Meinungen oder Artikeln zu diesem Magazin durchforstet und bin auf den Beitrag von Buzzaldrins Blog gestoßen. Bei weiteren, eher zufälligen, Recherchen, die auch nichts mehr mit dem Magazin zu tun hatten, fiel mir auf, wie bunt, vielfältig und lebendig die Buchleser ihre Erfahrungen mittels Blogs in das „Neuland“ einstellen und zur Diskussion frei geben. Daraus zog ich meine Motivation selber einen kleinen Versuch zu starten und über die Bücher zu schreiben, die ich selber gelesen habe.

Die ersten Schritte:

Mitte des Jahres habe ich dann mit dem Buch „Die New York Trilogie“ von Paul Auster einfach angefangen. Ohne Konzept im Kopf, ohne irgendwelche Vorbilder schrieb ich einfach drauf los, und ich merkte schon nach wenigen Besprechungen, dass es nicht einfach wird, Beiträge über Literatur zu schreiben, wenn man sie „nur“ aus dem Auge des Lesenden aus betrachtet. Bisher hat es mir jedenfalls Spaß gemacht, nach jedem Buch nochmal in Gedanken in dieses einzutauchen und über gewisse Passagen oder den Gesamtkontext nachzudenken und die Essenz aus den Texten für mich pesönlich zu erfassen.

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[Notiz]: Jahresrückblick Teil 1 – Die Blogparade

Da nutze ich doch einfach mal die Gelegenheit und mache das erste Mal bei der Blogparade, die von dem Blog Buchsaiten initiiert ist, mit. Da ich noch nicht so lange im Literaturbloggewerbe dabei bin und auch sonst eher der Sparte Freizeitleser (also einer, der jobtechnisch mit Literatur gar nichts zu tun hat – eher mehr mit … Weiterlesen [Notiz]: Jahresrückblick Teil 1 – Die Blogparade

[Rezension]: Jules Verne – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde Kopie

Tiefer immer tiefer

Jules Verne ist ein französischer Autor des 19./20.Jahrhunderts, dessen bekannteste Werke „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“, „Reise um die Erde in 80 Tagen“ und das vorliegende, welches zu seinem Frühwerk zu zählen ist. Mehr könnte ich aus dem Stehgreif, wenn ich danach gefragt würde, was Jules Verne für Bücher geschrieben hat, nicht aufzählen, was hoffentlich keine Schande ist. Dieses Buch bekam ich eher durch Zufall in die Finger (wie auch „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer“), da beide durch meine bessere Hälfte in unser gemeinsames Buchrepertoire eingegangen sind. Da ich immer mal wieder einen leisen Hintergedanken hegte, Jules Verne zu lesen, ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf und begab mich hinab in die finstersten Gänge, die der Yokul am Sneffels zu bieten hat.

Professor Otto Lidenbrock und sein Neffe Axel wohnen zusammen mit der Haushälterin Marthe in Hamburg. Otto Lidenbrock unterrichtet in dem Fach Mineralogie und bringt eines Tages ein altes isländiches Buch aus dem 12.Jahrhundert nach Hause, welches er so eben erworben hat und seinem Neffen vorstellen will. In diesem Buch befindet sich ein Pergament, welches zufällig zu Boden gleitet und in dem sich eine geheime Botschaft in Runenschrift befindet, die von einem gewissen Arne Saknussem, ein isländischer Alchimist des 16.Jahrhunderts, geschrieben wurde. Nach einem langen Hin und Her, den Text zu entschlüsseln, fällt die Lösung dem Neffen Axel eher per Zufall vor die Füße und die Botschaft lautet wie folgt:

„Steige hinab in den Krater des Yokul am Sneffels, auf den der Schatte des Scartaris kurz vor dem Kalenden des Juli fällt, kühner Reisender, und Du wirst zum Mittelpunkt der Erde gelangen. Was ich getan habe. Arne Saknussem.“

Zuerst will Axel verhindern, dass Otto Lidenbrock erfährt, was der Text besagt, aber nachdem dieser allen verbietet, dass Haus zu verlassen und der Hunger bei Axel übermächtig wird, weiht er seinen Onkel in das Geheimnis der Botschaft ein. Lidenbrock ist sofort elektrisiert und befiehlt seinem Neffen die Koffer zu packen, denn sie werden das tun, was Axel befürchtet hatte: zum Yokul aufbrechen und eine Reise zum Mittelpunkt der Erde unternehmen. Mit allen Vorbereitungen und Beschaffung der Nötigen Instrumente und der Verpflegung für die Reise ging es einige Tage später auch los. In Island angekommen wurde den Beiden ein Begleiter namens Hans zur Seite gestellt, der sich während der Reise als treuer Gefährte der Beiden erweisen sollte. Die Abenteuer und Gefahren, die den Dreien nun bevorstehen, hat, außer vielleicht Arne Saknussem, noch kein Mensch durchstehen müssen und wird sie an die Grenze dessen bringen, zu was der Mensch imstande ist zu leisten.

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