[Rezension]: David Grossman – Der Kindheitserfinder

Ein Aufbegehren! Welches Aufbegehren? I am Verzweifling

Auf dieses Buch bin ich eher durch Zufall aufmerksam geworden. In irgendeinem Blog habe ich vor einigen Monaten den Namen David Grossman gelesen und er wurde indirekt mit dem da besprochenen Buch empfohlen. Ich bin mir nicht mehr sicher, auf welcher Seite oder in welchem Beitrag dieser Autor angesprochen wurde, aber ich fühlte, dass mir der Autor mit seinen Büchern zusagen könnte. Also habe ich einige seiner Werke auf meine Wunschliste gesetzt und letztendlich hat es das nun vorliegende unter den Weihnachtsbaum geschafft (das vorletzte meiner 5 Buchgeschenke). Da ich mich nur sehr grob mit dem Inhalt auseinander gesetzt hatte und ich mir viel durch den Titel erhoffte, waren meine Erwartungen letztendlich andere als das, was ich dann gelesen habe. Ich musste mich regelrecht durch die Seiten kämpfen, denn es war auf eine gewisse Art und Weise sehr zäh zu lesen. Da ich mich jedoch nicht zu den Buchabbrechern zähle, besonders nicht, wenn ich mir das Buch gewünscht und geschenkt bekommen habe. Nun meine Meinung zu dem Buch „Der Kindheitserfinder“.

Im Mittelpunkt der ganzen Geschichte steht ein Junge namens Aaron Kleinfeld. Er ist zu Beginn des Romans ungefähr 10 Jahre alt, hat die üblichen Sorgen und Ängste, die jeder Junge in diesem Alter hat. Einziger besonderer Umstand ist der, dass er im Staat Israel in den 60er Jahren aufwächst, was meist nur wenig detailliert durchschimmert und gegen Ende des Romans durch die Einbindung des 6-Tage- Krieges etwas mehr Einfluss gewinnt. Ansonsten dreht sich alle um das Leben und Aufwachsen von Aaron Kleinfeld in einer Wohnsiedlung in einem Ort unweit von Tel Aviv entfernt (was ich nur vermuten kann, da ich keinen Ortsnamen erkannt habe, in dem Aaron und seine Familie leben).
Wie schon erwähnt, lebt Aaron ein relativ normales Leben als Kind, hat zu Beginn enge Freundschaften zu Jungs aus der Nachbarschaft, Zachi und Gideon, spielt seine Spielchen und besitzt eine überdurchschnittliche Phantasie, die zu Beginn des Romans von seinen Freunden in den kindlichen Spieltrieb mit aufgenommen wird, doch umso älter die Jungs werden, desto mehr wird Aaron für diese Phantasie belächelt. Seine Familie scheint auch normal zu sein, doch umso mehr man hinter die Fassade blickt, desto mehr Risse zeigen sich in der heilen Welt, die sich den Kinderaugen geboten hatten. Der Vater Mosche liebt seine Frau Hindale nicht mehr oder hat sie nie geliebt. Er flirtet zwar mit anderen Frauen, insbesondere mit der verschrobenen Nachbarin Edna Blum, doch irgend etwas hält ihn an der Mutter seiner Kinder, sei sie noch so tyrannisch in ihrem Tun und ätzend mit ihren Aussagen. Dieses Verhalten legt sie auch bei ihren Kindern an den Tag, was Aarons Schwester Jochi zuerst zu spüren bekommt und sie in die Arme der Armee flüchten lässt. Aaron wird von seiner Mutter dadurch tyrannisiert, weil er nicht wächst, was er im Übrigen in der ganzen Handlung nicht tun wird, die ganze 4 Jahre umspannt, und seine kindliche Phantasie behält. Das macht ihr zu schaffen und das sagt und zeigt sie ihm immer wieder ganz deutlich:

„Sie spaltet sich vor seinen Augen der Länge nach, bis der weiße Kern ihres Hasses zum Vorschein kam: Ich fange wirklich an zu glauben, sagte sie zu ihm, daß du uns das absichtlich antust.“

Gerade das Verhalten der Mutter gegenüber der ganzen Familie lässt Aaron zweifeln, ob er überhaupt so werden will, wie die Erwachsenen um ihn herum. Er bleibt in seiner kindlichen Welt gefangen und entfernt sich so immer mehr von seinen Freunden, die immer mehr das andere Geschlecht und ihren eigenen Körper entdecken. Dieses Treiben bleibt Aaron fremd, auch wenn er glaubt, sich in Jochi, ein Mädchen, die mit ihm zusammen den gleichen Schulweg hat, zu verlieben. Doch als er dieses Mädchen mit seinem ehemaligen besten Freund Gideon teilen muss und die beiden in eine Art Arbeitslager fahren, lässt er beide in dem Wissen ziehen, dass sie zusammen kommen werden.

Diese Zusammenfassung aus der Sicht Aarons sollte an dieser Stelle reichen, da ich einiges in diesem Buch nicht ganz greifen konnte und auch nicht begriffen habe. Andererseits möchte ich auch denjenigen, die das Buch noch lesen wollen, nicht soviel vorweg nehmen und nur einen roten Faden mit an die Hand geben, mit dem sie vielleicht besser durch den Text kommen, als ich das konnte. Weiterlesen „[Rezension]: David Grossman – Der Kindheitserfinder“

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[Sonntagsleserei]: KW#12 März 2014

Da läuft das Jahr fröhlich vor sich hin, die ersten warmen Tage sind auch schon vergangen und die Aktion Sonntagsleser geht mittlerweile auch schon in die zwölfte Runde. Initiiert von der Bücherphilosophin, ist die Sonntagsleserei mittlerweile bei einigen Bloggern ein fest eingeplantes Ritual geworde. Es wird rege genutzt, um die Artikel zusammenzustellen, die der- oder … Weiterlesen [Sonntagsleserei]: KW#12 März 2014

[Sonntagsleserei]: KW#11 – März 2014

Ein frühlingshaftes Guten Morgen an alle Mitleserinnen und Mitleser, wieder ist eine Woche ins Land gegangen und die Zeit gekommen, die Beiträge einzusammeln und zu verdichten, die mir im Laufe der Woche unter die Augen kamen. Eingeführt wurde die Sonntagsleserei von der Bücherphilosophin und jeder, der möchte kann an dieser Aktion teilnehmen. Ich finde es … Weiterlesen [Sonntagsleserei]: KW#11 – März 2014

[Sonntagsleserei]: KW #10 März 2014

Es ist schon wieder soweit und die Sonntagsleser starten in eine neue Runde. Initiiert von der Bücherphilosophin kann bei dieser Beitragszusammenfassung jeder mitmachen, der Lust dazu hat. Es ist nicht beschränkt auf Genres, es kann jeder zu allem, was ihm gefällt, seine Zusammenstellung beitragen. Zuerst gibt es wieder die Buchvorstellungen, die mir diese Woche aufgefallen … Weiterlesen [Sonntagsleserei]: KW #10 März 2014

[Rezension]: Jules Verne – 20000 Meilen unter dem Meer

Unterwasserabenteuer Frisch geschaffene Kategorie und gleich das nächste Buch. Diesmal geht es um eine Reise „20000 Meilen unter dem Meer“, welche von Jules Verne geschrieben wurde. Worum geht es? Der Wissenschaftler Pierre Aronnax, sein Diener Conseil und der Harpunier Ned Land werden auf eine Mission geschickt, ein unbekanntes Meereslebewesen aufzuspüren und zu erforschen beziehungsweise herauszufinden, … Weiterlesen [Rezension]: Jules Verne – 20000 Meilen unter dem Meer

[Rezension]: Erich Kästner – Das doppelte Lottchen

Da es bei mir immer wieder Bücher geben wird zu denen mir partout nichts einfallen möchte, führe ich mit diesem Beitrag eine neue Rubrik ein, der ich den Namen „Kurz und Knapp“ geben möchte. Unter dieser Rubrik findet ihr ab sofort Buchbesprechungen, die ich eben unter diesem Motto halten möchte. Das soll kein Kriterium sein, … Weiterlesen [Rezension]: Erich Kästner – Das doppelte Lottchen

[Sonntagsleserei]: #KW9 März 2014

Und wieder ist eine Woche vorbei und es ist Zeit, die Sonntagsleserei (bzw. das, was sich unterhalb der Woche so an interessanten Beiträgen angesammelt hat) in dem Beitrag zusammenzufassen. Vielen Dank wieder ein Mal an die Bücherphilospophin, die diesen Sonntagslesereigen Anfang des Jahres ins Leben gerufen hat und sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Mit einem … Weiterlesen [Sonntagsleserei]: #KW9 März 2014

[Rezension]: Truman Capote – Kaltblütig

Über die Psychologie eines abnormalen Verbrechens

 „Es ist keine Schande, ein schmutziges Gesicht zu haben – eine Schande ist es erst, wenn man den Schmutz nicht abwäscht.“

 Auf dieses Buch bin ich schon vor einigen Jahren aufmerksam geworden, als ich den Film „Capote“ gesehen habe, der die Entstehungsgeschichte dieses Buches zum Thema hatte und bei dem der Schriftsteller von dem leider vor einigen Tagen verstorbenen Philip Seymor Hoffmann sehr gut verkörpert wurde und für den er nicht umsonst den Oscar gewonnen hat. Aus dem Film sind mir einige eindrückliche Bilder im Gedächtnis geblieben, so zum Beispiel der Mord an der Familie Clutter, der zwar geräuschvoll, aber kurz gezeigt wurde und ebenso das Erhängen der zwei Mörder, Hickok und Smith, welches dem Schriftsteller Capote, der diesem Ereignis beiwohnte, nicht mehr losließ und in seiner Schaffenskraft beeinträchtigte. Nun habe ich das Buch „Kaltblütig“ gelesen, welches seit der Sichtung des Filmes auf meinem Zettel war. Es ist als Tatsachenroman aufgebaut, bei dem man, wenn man den Fall nicht kennt, meint, es wäre eine erfundene Geschichte, was das Ganze noch mehr in die Ebene des Unfassbaren hinabzieht. Das Buch hat mir in der Summe sehr gut gefallen, auch wenn es einige Punkte gab, die zwar auch gut waren, mir persönlich aber zu langatmig gestaltet waren.

 Die Familie Clutter, eine angesehene Farmersfamilie aus Holcomb wird am Morgen des 15.11.1959 bestialisch ermordet in ihrem Haus aufgefunden. Unmenschlich und kaltblütig hingerichtet. Nichts deutet auf ein Verbrechen aus Hass hin, sondern die Zeichen gehen vermehrt in Richtung eines Raubüberfalls. Die Mörder, es steht schnell fest, dass es 2 gewesen sein müssen, haben sehr wenig Spuren hinterlassen. Einzig zwei Fußabdrücke, die die beiden hinterlassen haben, bilden eine brauchbare Spur, die auch zu ihrer, wenn auch eher zufälligen Überführung beitragen wird. Lange Zeit tappt die Polizei und das Kansas Bureau of Investigation im Dunkeln. Weiterlesen „[Rezension]: Truman Capote – Kaltblütig“

[Sonntagsleserei]: KW#8 Februar – 2014

Seit Anfang 2014 präsentiert uns die Bücherphilosophin die Reihe der Sonntagsleser. Diese Woche bin ich wieder mit dabei und präsentiere euch eine Auswahl der Beiträge, die mir im Laufe dieser Woche im Gedächtnis hängen geblieben sind (kleine Anmerkung am Rande: hab ein kleines bisschen geschummelt, denn eigentlich war ich diesmal ein Samstagsleser :D da die … Weiterlesen [Sonntagsleserei]: KW#8 Februar – 2014

[Sonntagsleserei]: KW #7 – Februar 2014

Die Bücherphilosophin machte es seit Anfang es Jahres vor und nun möchte ich aus dem Schatten des passiver Lesers dieser Sonntagssammlungen, zumindest für diese Woche, in das Licht des aktiven Sammlers treten. Diese Woche war wieder voller Bücher und Beiträge, die mir sehr gut gefallen haben und die meine Wunschliste der Bücher, die ich irgendwann … Weiterlesen [Sonntagsleserei]: KW #7 – Februar 2014