[Rezension]: Philip Kerr – Friedrich der große Detektiv

Hommage an Erich Kästner und seinen berühmten Detektivroman Dieses Buch hatte ich mir gekauft, weil ich ein großer Fan von Erich Kästner und seinen Kindergeschichten bin (ein paar Rezensionen zu seinen Büchern habe ich ja schon geschrieben – siehe hier und hier). Insbesondere die Geschichte um Emil und die Detektive sind ein Dauerrenner bei uns … Weiterlesen [Rezension]: Philip Kerr – Friedrich der große Detektiv

[Rezension]: Erich Kästner – Pünktchen und Anton (Hörbuch, 2015)

Spannende Berliner Ansichten Das Erich Kästner gute Kindergeschichten geschrieben hat, sollte hinlänglich bekannt sein. Auch auf diesem Blog gab es schon Besprechungen zwei seiner Klassiker – „Emil und die  Detektive“ beziehungsweise „Das doppelte Lottchen“. Die Geschichte um Luise Pogge und ihren Freund Anton Gast in „Pünktchen und Anton“ wird beim Aufzählen der bekannteren Werke von … Weiterlesen [Rezension]: Erich Kästner – Pünktchen und Anton (Hörbuch, 2015)

[Rezension]: Erich Kästner – Emil und die Detektive

Kleine Detektive jagen große Diebe im Großstadtdschungel Wer kennt sie nicht, eine der bekanntesten Geschichten von Erich Kästner, die von einem Jungen handelt, der, nachdem er bestohlen wurde, beherzt zupackt, sein Ängste überwindet und, unterstützt von den Berliner Kindern, den Dieb seines Geldes jagt. Dieses Buch habe ich nun nach Ewigkeiten wieder in die Hand … Weiterlesen [Rezension]: Erich Kästner – Emil und die Detektive

[Rezension]: Erich Kästner – Das doppelte Lottchen

Da es bei mir immer wieder Bücher geben wird zu denen mir partout nichts einfallen möchte, führe ich mit diesem Beitrag eine neue Rubrik ein, der ich den Namen „Kurz und Knapp“ geben möchte. Unter dieser Rubrik findet ihr ab sofort Buchbesprechungen, die ich eben unter diesem Motto halten möchte. Das soll kein Kriterium sein, … Weiterlesen [Rezension]: Erich Kästner – Das doppelte Lottchen

[Rezension]: Erich Kästner – Der Gang vor die Hunde

5vor12, Momentaufnahmen in einer Republik kurz vor dem Abgrund

Wer Erich Kästner bisher nur als Kinderbuchautor sah, wird, genau wie ich, überrascht sein, dass er auch Bücher für Erwachsene geschrieben hat. Mit „Der Gang vor die Hunde“ erschien im letzten Jahr die ungekürzte beziehungsweise von Kästner ursprünglich angedachte Ausgabe von „Fabian – Die Geschichte eins Moralisten“. Diese Geschichte lässt uns in die Zeit der Weimarer Republik eintauchen, als es mit ihr schon wieder bergab ging und die ersten Tendenzen in Richtung Nationalsozialismus auftauchten. Wir lernen den 32- Jährigen Werbetexter und Propagandisten Jacob Fabian kennen, der im Berlin Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre lebt. Wir begleiten ihn in Situationen, die an der Grenze des moralischen sind und immer wieder haarscharf an dieser entlang schrammen. Er begibt sich gedankenlos in diese Momente. Ihm fehlt es an einem strukturellen Tagesablauf und Zukunftsdenken, was ihn so durch die Zeit treiben lässt.

Das Buch fängt damit an, dass Fabian in eine Art Verbindungsclub Einlass ersucht, den man nur vom Hörensagen kennen darf und der ihm von einem Arbeitskollegen empfohlen wurde. In diesem Lokal können sich Männer und Frauen ganz ungezwungen treffen und bei gefallen zu sich nach Hause gehen, um ungezwungen das zu tun, was zwei erwachsene Menschen gerne im Schlafzimmer (außer schlafen) machen. In diesem Lokal lernt Fabian eine Frau namens Irene Moll kennen, die den widerspenstigen Fabian mit zu sich nach Hause nimmt, um ihn zu verführen. Als sich herausstellt, dass Irene Moll eigentlich verheiratet ist und ihr Mann … Moll dieses ganze Treiben absegnet, wenn der vermeintliche Liebhaber von Irene Moll seinen Maßstäben genügt, ist das Fabian zu viel und er verlässt dieses skurrile Ehepaar mit dem Hintergedanken diese nie wieder zusehen, was sich im Falle von Irene Moll leider nicht erfüllen wird, da sie Fabians Wege immer wieder kreuzt und ihm unmoralische Angebote unterbreitet und das in Momenten in denen es Fabian eigentlich nicht passt. Auch wenn Fabian kein Schwerenöter ist, lässt er Irene Moll als Einzige während der ganzen Geschichte immer wieder mit ihren Forderungen im Regen stehen.

Seine Arbeit als Werbetexter für eine Zigarettenmarke macht er mehr gelangweilt als inspiriert und die Ideen für seine Texte fallen ihm auch immer wieder vor die Füße, weshalb er die Vorgaben von Direktor Breitkopf, was Pünktlichkeit und Arbeitsmoral angeht, nie ernst nimmt und sogar verhöhnt. Damit macht sich Fabian bei Direktor Breitkopf nicht gerade beliebt, obwohl er das alles mehr im Scherze sagt und immer etwas zu sehr auf die leichte Schulter nimmt. Daraus entsteht eine Situation, in der er Direktor Breitkopf zum Spaß provoziert und mit Übertreibungen in die Weißglut treibt. Das bringt Fabian in ein Dilemma, die ihn in einer Zeit empfindlich treffen wird.

Mit seinem Freund Stephan Labude, der an einer Doktorarbeit im literarischen Gebiet arbeitet und kurz vor seinem Abschluss steht und der mit vollem Verstand an seiner Zukunft feilt, macht er Berlin unsicher. Eines Tages wird Fabian von Labude zu einem Atelier geführt, in welchem es etwas freizügiger vonstattengeht. Dort lernt Fabian die angehende Juristin Cornelia Battenberg kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Da sie auch noch zufällig im selben Haus wohnen, steht einer ernsten Beziehung nichts mehr im Wege und die Zukunft, die für Fabian bisher immer im Nebel lag, nimmt immer schärfere Konturen an. Doch dann bricht mit seiner plötzlichen Arbeitslosigkeit und der prekären Beschäftigungssituation in Berlin diese klar geglaubte Zukunft in sich zusammen. Ein kurzer Hoffnungsschimmer keimt auf, als Cornelia einen Termin zum Vorsprechen für eine Rolle in einem Film zugesagt bekommt und sie diese Rolle auch bekommt. Doch der Preis dafür ist hoch und die Beziehung zwischen den beiden auf dem Prüfstand. Was danach geschieht raubt Fabian den letzten Glauben an einen Weg in die sicher geglaubte Zukunft.

„’[…]Ich saß in einem Wartesaal, und der hieß Europa. Acht Tage später fuhr der Zug. Das wusste ich. Aber wohin er fuhr und was aus mir werden sollte, das wusste kein Mensch. Und jetzt sitzen wir wieder im Wartesaal, und wieder heißt er Europa! Und wieder wissen wir nicht was geschehen wird. Wir leben provisorisch, die Inflation nimmt kein Ende!’

[…]

‚Die Vernünftigen werden nicht an die Macht kommen’ sagte Fabian, ‚und die Gerechten noch weniger.’“

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